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Nachrichten Feuerwehr übt Hochwasserschutz
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Feuerwehr übt Hochwasserschutz
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00:17 12.09.2018
Sandsäcke füllen mit der Schaufel ist eine schweißtreibende Arbeit. Quelle: Mirko Bartels
Neustadt

15 bis 20 Kilo wiegt ein Sandsack, 140 davon passen auf zwei Europaletten. Auf einem Deich ausgelegt wären das gerade einmal vier Meter Strecke bei einer Höhe von 30 Zentimetern. „Da seht ihr was es bedeutet, wenn bei Hochwasser davon die Rede ist, es seien noch 2000 Säcke vorrätig. Das ist im Ernstfall nicht viel“, sagt Marvin Schink vom Technischen Hilfswerk (THW) Wunstorf. Daraufhin blickt er bei der Übung der Regionsfeuerwehrbereitschaft in die einigermaßen entgeisterten Gesichter der Teilnehmer, die gerade auf dem Neustädter Bauhof am fiktiven Deich stehen. Hochwasserschutz ist Thema des Tages, obwohl aktuell angesichts des niedrigen Wasserstandes der Leine von einer Gefährdung keine Rede sein kann.

130 Aktive der freiwilligen Feuerwehren aus Neustadt, Garbsen und Wunstorf haben mit 20 Fahrzeugen teilgenommen und so manchen Schweißtropfen beim Säckefüllen und -packen am Deich vergossen. „Die Region Hannover ist in fünf Brandabschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt stellt eine Bereitschaft“, sagt Martin Höflich, stellvertretender Abschnittsleiter. Die komme immer dann zum Einsatz, wenn nachbarschaftliche Hilfe nicht mehr reiche.

„Hochwasser und Waldbrände haben sich als Schwerpunkthemen herauskristallisiert“, erklärt Höflich. Er besetzt an diesem Tag mit weiteren Aktiven die mobile Einsatzleitzentrale in der Königsberger Straße auf dem Gelände der Stadtwerke. Die Bereitschaft sei in fünf Züge unterteilt. Jeder sei für eine bestimmte Aufgabe zusammen gestellt, könne im Bedarfsfall aber auch andere übernehmen. Brandbekämpfung, Dekontamination, Wasserförderung, technische Hilfe und Wassertransport seien die Kerngebiete. Zusätzlich gäbe es noch eine Führungsgruppe sowie eine Verpflegungskomponente.

Bei der Übung am Sonnabend sind die fünf Züge quer durch das Gebiet der Kernstadt zu koordinieren und zur rechten Zeit an die fünf Stationen zu dirigieren. Dabei geht es nicht nur um Sandsäcke. Richtige Ladungssicherung für den Transport des Gerätes auf Lastwagen steht ebenso auf dem Lernprogramm wie der korrekte Einsatz von Hochleistungspumpen und theoretischer Unterricht in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in der Lindenstraße. Unterstützung leistete das THW Wunstorf, das über mehr Erfahrung bei Hochwassereinsätzen und auch über schwereres Gerät verfügt. „Pumpen mit einer Förderleistung von bis zu 5000 Litern Wasser pro Minute haben wir bei der Feuerwehr nicht“, sagt Höflich.

Bevor es an die Pumpen geht, heißt es für die Aktiven aus dem Neustädter Stadtgebiet aber erstmal Säcke füllen – und zwar von Hand. Ein Knochenjob, der im Ernstfall bis zu zehn Stunden dauern kann und bei dem man nicht zart besaitet sein darf. „Was ihr da zum Teil in die Säcke stopft, hat am Ende eines Tages oft nicht mehr viel mit Sand zu tun. Es ist dann purer Dreck“, weiß einer der Ausbilder zu berichten.

Brandabschnittsleiter Jörn Engel (rechts), sein Stellvertreter Martin Höflich (links) ehren Manfred Dangers und Klaus-Dieter Jäkel. Quelle: Feuerwehr Neustadt

Am Ende der Übung gab es für zwei Aktive noch einen besonderen Moment: Brandabschnittsleiter Jörn Engel ehrte Manfred Dangers aus Poggenhagen und Klaus-Dieter Jäkel aus Garbsen-Osterwald für langjähriges Engagement mit der Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Bronze. Dangers hat die Verpflegungseinheit der Feuerwehrbereitschaft mit aufgebaut, Jäkel den Dekontaminationszug.

Von Mirko Bartels

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