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Nachrichten Digitales Rathaus kommt in kleinen Schritten
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Digitales Rathaus kommt in kleinen Schritten
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18:18 26.09.2018
Fachberater Hardy Hein berichtet dem Finanzausschuss von seinen Erkenntnissen zur Digitalisierung der Stadtverwaltung. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Ein digitales Rathaus, in dem die Bürger auf elektronischem Weg Amtsgeschäfte erledigen können, Verwaltungsabläufe komplett am Computer passieren und auch im Archiv keine unnützen Aktenberge mehr angehäuft werden – all das haben sich Politik und Stadtverwaltung auf die Fahnen geschrieben. Doch das ist nicht mit einem Sprung zu erreichen. Fachberater Hardy Hein hat am Dienstagabend den Mitgliedern des Finanzausschusses empfohlen, den Prozess Schritt für Schritt anzugehen. Denn bereits jetzt laufen viele Systeme parallel, die zunächst gesichtet, geordnet und aussortiert werden müssten.

Rund 120 Fachanwendungen sind aktuell in den verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung im Gebrauch; nicht alle laufen zur Zufriedenheit der Anwender, wie Hein bei ersten Sichtungen und Befragungen unter den Mitarbeitern festgestellt hat. Im Innern geht es also vor allem darum, die vorhandenen Systeme aufeinander abzustimmen, um damit effektiver arbeiten zu können. Auch bei der Schulung der Mitarbeiter gebe es noch Nachholbedarf, manch einer traue sich an die neuen Methoden noch nicht so recht heran. Vielleicht könnten schon die Kollegen sich schon gegenseitig einiges beibringen.

Was die Dienstleistungen für Bürger angeht, gebe es in Neustadt noch eine ganze Menge Nachholbedarf, sagte Hein. So seien auf der aus seiner Sicht sonst guten und modernen Homepage www.neustadt-a-rbge.de zwar etliche Formulare und andere Unterlagen für die Nutzer abrufbar. „Sie funktionieren aber so, dass der Bürger sich das Formular herunterlädt, es ausdruckt und ausgefüllt an die Stadt sendet, wo die Daten dann wieder erfasst werden“, schildert Hein. Solche Medienbrüche gelte es zu vermeiden, wolle man guten Service bieten, Zeit sparen, Fehlerquellen ausräumen und auch den städtischen Mitarbeitern stumpfsinnige Erfassungsarbeit ersparen.

Die Stadt sollte sich nach Heins Meinung nun zunächst darüber klar werden, in welchen Bereichen bei der Digitalisierung Schwerpunkte liegen sollen. Im Verwaltungsvorstand beschäftigt sich seit einiger Zeit eine Arbeitsgruppe mit dem Thema, Cosima Discher und Ingo Thiele sind als Digitalisierungsbeauftragte eingesetzt. Es gehöre auch zum Plan, Kommunen zu besuchen und nach ihren Erfahrungen in bestimmten Bereichen der Digitalisierung zu befragen, sagte Thiele und lud die Politiker ein, sich daran zu beteiligen. Man habe sich zum Ziel gesetzt, mit Einzug in das neue Rathaus 2022 digital zu arbeiten.

Über Archivierung der Unterlagen ist in der Debatte um den Rathaus-Neubau viel diskutiert worden: Kaum jemand sieht ein, dass im Neubau große Flächen allein für Aktenberge vorgehalten werden sollten. Ob sich mittels Digitalisierung tatsächlich Stellen und damit Geld einsparen ließen, wie es sich Politiker erhoffen, sieht Hein eher skeptisch: „Man spart auf keinen Fall vom ersten Tag an – erst einmal haben Sie einen Mehraufwand“, sagte der Fachmann. Was verbessert werden könnte, sei der Bürgerservice und auch die Arbeitsabläufe.

Von Kathrin Götze

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