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Nachrichten Anglerverein will die Bachperle gewinnen
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Anglerverein will die Bachperle gewinnen
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17:07 28.08.2018
Holger Machulla (2. von links), Vorsitzender des Angelsportvereins, zeigt den Jurymitgliedern, was an der Jürse gelaufen ist. Quelle: Bernd Haase
Luttmersen

„Totholz, Kiesbänke, kleine Kolke – so wünscht man sich ein Fließgewässer“, sagt Peter Sellheim, als er sich die Jürse bei Luttmersen ansieht. Sein Urteil spielt durchaus eine Rolle, denn der Mitarbeiter vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ist Mitglied der Jury des niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“, bei dem es neben dem Titel „Bachperle“ auch einen Geldpreis von 1000 Euro für den Sieger zu gewinnen gibt. Zwölf Projekte haben es in die Endrunde geschafft und erhalten dieser Tage Besuch von den Experten. Die Jürse im Abschnitt zwischen Luttmersen und Helstorf ist dabei.

Holger Machulla, Vorsitzender des Angelsportvereins Neustadt, führt die Jurymitglieder am Dienstagnachmittag den Bachlauf entlang und zeigt, was dort passiert ist. Im Grunde war es gar nicht viel. 20 Tonnen Kies haben die Ehrenamtlichen vom Verein mit Hilfe eines Baggerfahrers, aber auch mit viel harter Handarbeit, im vergangenen Jahr auf 200 Metern Länge im Bett der Jürse verteilt und Bänke angelegt. Sinn der Übung: „Die Jürse war versandet und stark aufgeweitet“, berichtet Machulla.

Der Sand im Bach, von Äckern und Straßen hereingespült, hat zur Folge, dass Fischlaich und Kleinlebewesen wie in einem Mahlstrom zerrieben werden. Im Kies dagegen finden sie Zwischen- und damit auch Lebensräume. Außerdem kann das Wasser nun schneller fließen, es lagert sich dadurch weniger Sand ab.

Erste Auswirkungen haben die Angler schon registriert. „Die Jürse ist das beste Forellengewässer im Neustädter Land“, erklärt Machulla. Auch Bachneunaugen und Schmerlen seien vorhanden sowie im Umfeld ein Fischotter. Der ist der einzige, der Fischen nachstellt. Die Angler, die das Gewässer gepachtet haben, nutzen es nur für das Artenschutzprojekt. Finanziert wurde es mit 4500 Euro von der Region, 3000 Euro vom Verein und 600 Euro vom Gewässerunterhaltungsverband Untere Leine.

Die Jury bereist derzeit alle Projekte, die noch im vom Umweltministerium, vom Städtetag und vom Städte- und Gemeindebund ausgelobten Wettbewerb sind. Der Weg führt sie unter anderem ins Emsland, in die Nordheide und an den Harz. Die Preisträger gibt sie dann im Herbst bekannt. „Uns geht es dabei weniger um das Geld. Wir wollen zur Nachahmung anregen, denn an den Gewässern gibt es noch viel zu tun“, sagt Machulla. Das gilt auch für die Jürse. Die Angler würden sich gern auch den anschließenden Abschnitt Richtung Leine vornehmen. Dafür brauchen sie Kies.

Von Bernd Haase

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