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Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Ein letztes Mal auf „Schalke“ jubeln
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13:37 07.02.2019
Neustädter Markus Pinkel im Wünschewagen zusammen mit Ehefrau Susanne und Sohn Ryan. Quelle: ASB-Wünschewagen Niedersachsen
Neustadt

Der ASB-Wünschewagen ist jetzt auch in Neustadt vorbei gekommen und hat Markus Pinkel einen großen Herzenswunsch erfüllt: Ein letztes Mal ist er einfach nur Fan. Dass der 52-Jährige die mitreißende Atmosphäre des Stadions erleben und sogar die Begleitumstände seiner schweren Krebserkrankung für einen Moment vergessen kann, verdankt er dem Team des niedersächsischen Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bund. Gemeinsam mit seiner Frau Susanne und Sohn Ryan wurde der Esperker vergangenen Sonnabend nach Gelsenkirchen gebracht, um mit ihnen das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach zu schauen.

ABS-Wünschewagen erfüllt Esperker letzten Wunsch

Auf eigene Faust hätte Pinkels Familie den Besuch im Stadion nicht mehr organisieren können. Ohne medizinische Hilfe ist der ehemalige Bauhelfer, der vor sieben Jahren an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, inzwischen so gut wie bewegungsunfähig. Er kann nur noch liegen, muss ständig starke Schmerzmittel einnehmen, braucht immer wieder Sauerstoff. Markus Pinkel weiß, dass er bald sterben wird. Und wie so vielen Schwerstkranken fällt auch ihm das Loslassen nicht leicht. Denn der 52-Jährige muss nicht nur von seiner Frau Susanne Abschied nehmen, sondern auch von seinem kleinen Sohn. Ryan ist neun Jahre alt und ein echtes Sport-Ass. Papa und Sohnemann verbindet eine große Leidenschaft: Fußball! Seit seinem siebten Lebensjahr ist Markus Pinkel ein Anhänger der „Königsblauen“, wie die Schalker-Elf von ihren Fans liebevoll genannt werden. Bei weit über 50 Partien seines Teams hat er bereits mitgefiebert. Gemeinsam „auf Schalke“ waren Vater und Sohn noch nie. Nichts wünschte sich Pinkel sehnlicher, als seinem Kind einmal die besondere Kulisse der Veltins-Arena zeigen zu können, ihn hören zu lassen, wie sich die Fans mit viel Pathos und Emotionen einstimmen, ihre Mannschaft anfeuern.

Diesen letzten Herzenswunsch hat Pinkel seiner Betreuerin Roswitha Hahnenkamp vom ambulanten Hospizdienst „Dasein“ aus Neustadt zu verdanken, die sich an das Wünschewagen-Team vom ASB gewandt hat. Erfolgreich. Nach unzähligen Telefonaten und Emails mit Gelsenkirchen, ergatterte das ASB-Team schließlich noch einen besonderen Platz auf der Rollstuhltribüne im Stadion. Begleitet wurde der gebrechliche Reisende von den ehrenamtlichen Wunscherfüllern Jean-Pierre Brosy (29) und Marc-Oliver Berndt (38). Sie sorgten während des Fußballspiels für die medizinische Versorgung des krebskranken Papas und organisierten auch einen Schalke-Fanschal und ein Trikot für Nachwuchs-Fan Ryan. Das werden – so haben es die 04-Fanbeauftragten versprochen - die königsblauen Spieler noch signieren. Pinkel: „Für mich ist mit der Wunschfahrt nach Schalke ein ganz, ganz großer Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin so glücklich und dankbar, dass ich dieses Spiel zusammen mit Ryan noch erleben dufte.“

Von Marleen Gaida

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