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Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Nick Chadde gewinnt zwei Architekturpreise 
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00:16 29.12.2017
Bordenaus "Alte Ziegelei" könnte nach Plänen Chaddes zu einem attraktiven Landbad werden. Quelle: Nick Chadde
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Bordenau / Berlin / Karlsruhe/Weimar

 Für den in Bordenau aufgewachsenen Architekten Nick Chadde (29) geht ein besonderes Jahr zu Ende. Zum Thema seiner Masterarbeit an der Bauhaus-Universität Weimar hatte er 2016 Neustadts „Alte Ziegelei“ gewählt, die er aus Kindertagen kennt. Inzwischen ist Chaddes Entwurf bundesweit bekannt und wurde in Berlins Deutschem Architektur Zentrum (DAZ) ebenso wie in Karslruhes Institut für Technologie (KIT) ausgezeichnet und ausgestellt. 

Im Wald zwischen Bordenau und Schloß Ricklingen hatte Nick Chadde unter Anleitung von Gisela und Wilhelm Oberheu, wie viele andere Kindergartenkinder und Grundschüler auch, einen Backstein selbst aus Ton geformt, der in Oberheus Ringofen längere Zeit gebrannt wurde. Ein Vierteljahrhundert später kehrte Chadde thematisch zu Bordenaus Handstrichziegelei zurück und entwickelte eine architektonische Vision, wie man die Ziegel-Manufaktur inklusive Schornstein erhalten und zugleich eine zukunftsfähige Nutzung möglich machen kann. Diese Form der Umwandlung wird in Fachkreisen als „Konversion“ bezeichnet und zählt zu den besonderen Herausforderungen in der zeitgenössischen Architektur. Schließlich droht zahlreichen historischen Bauten, mangels passender Nutzungsmöglichkeiten, das endgültige Verschwinden aus dem Dorf- oder Stadtbild. 

Historische Baupläne fand Chadde in Neustadts Regionsarchiv

Einen besonders aufregenden Moment erlebte Nick Chadde am Anfang seiner Recherche im Frühjahr 2016, als er in Neustadts Regionsarchiv nach alten Plänen von Bordenaus historischem Ringofens forschte. „In der letzten Mappe, auf der allerletzten Seite fand ich die gesuchten Baupläne“, erinnert er sich an diesen besonderen Moment im Archiv im Schloss Landestrost. Die alten Zeichnungen nutzte Chadde zur detailreichen Planungen eines Landbades und qualifizierte sich im Winter 2016 zum Master of Science Architecture.

Preisgekrönter Entwurf überzeugt durch Prägnanz und Detailstärke

Dann kamen in rascher Folge zwei besondere Auszeichnungen: Am 6. Oktober 2017 wurde Chadde in Berlin mit dem begehrten „Fritz-Höger-Preis in Gold“ in der Kategorie „Newcomer“ ausgezeichnet. Aus 600 Einsendungen wurde seine Konversion von Bordenaus alter Ziegelei in ein Landbad ausgewählt.  „Prägnant sind das starke äußere Erscheinungsbild und die Bildwirkung des Entwurfs“, so die prominent besetzte Jury, die darüberhinaus die außerordentliche Detailstärke der Arbeit hervorhob. Der Fritz-Höger-Preis wird seit 2008 alle drei Jahre in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA verliehen, um Architekten und Planer auszuzeichnen, die „das architektonische Potential des altbewährten Baustoffs Backstein nutzen“.  Ausgezeichnet wurden Bauten, deren gesamter planerischer Anspruch sowohl ökonomische, ökologische als auch gestalterische Aspekte in sich vereint und deren Architektur sich durch einen angemessenen Umgang mit dem Ort und seinem Bestand auszeichnet“, wie es in der Laudatio von Ernst Buchow hieß.

Architektur als Impulsgeber im ländlichen Raum

Am 5. Dezember folgte Preis Nummer zwei: Nick Chadde wurde mit dem Egon-Eiermann-Preis im Karslruher Institut für Technologie (KIT) ausgezeichnet. Das Wettbewerbsthema lautete „Architektur als Impulsgeber im ländlichen Raum“ und aus 127 zugelassenen Einreichungen vergab die Jury vier gleichwertige Preise und vier Anerkennungen für Teilnehmer, die  Architektur in abwanderungsbedrohten ländlichen Räumen als Impulsgeber einsetzten und diesen Orten damit eine neue identitätsstiftende Rolle geben könnten. Die 12. Auflage des Egon-Eiermann-Preises wurde von Eternit gestiftet und neben 1000 Euro Preisgeld für Nick Chadde erhielt auch sein ehemaliger Lehrstuhl Geld für eine Exkursion. Die führt vielleicht nach Neustadt, wo eine Handstrichziegelei und ein Schulpraktikum bei dem Bordenauer Architekten Manfred Messner zum „Impulsgeber“ für Nick Chadde wurden.

Von Dirk von Werder

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