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Alltag an der Bahn: An geschlossener Schranke an der Moordorfer Straße oder der bahnhofsstraße staut sich der Verkehr –Wartezeiten von 20 Minuten sind keine Seltenheit.

Alltag an der Bahn: An geschlossener Schranke an der Moordorfer Straße oder der bahnhofsstraße staut sich der Verkehr –Wartezeiten von 20 Minuten sind keine Seltenheit.
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Neustadt

Der große Frust an den Gleisen

Pläne für Poggenhagens Bahnüberführung hinfällig? Zeitrahmen ist nicht mehr zu halten

Poggenhagen.  Der Frust entlädt sich in diesem einen Satz: „Das ist wie der Berliner Flughafen oder Stuttgart 21.“ Ulrich Thies spricht ihn aus, wenige Stunden nach einer Ortsratssitzung, die ihn „ins Mark getroffen hat“. Thies ist Initiator und Kopf der Bürgerinitiative „Schranke weg“ aus Poggenhagen. Vor vier Jahren gegründet, hat die Gruppe viel Zeit aufgewendet –um Standzeiten an den beiden Bahnhübergängen im Dorf zu messen, Unterschriften zu sammeln, sich konstruktiv an Planungen für eine bessere Verkehrsführung in Poggenhagen zu beteiligen. Stand der Dinge vor einem Jahr: Anfang 2018 gibt es eine Planfeststellung für eine neue Ost-West-Verbindung über Ackerflächen nördlich des Dorfes, und eben über die Bahn. 

Stand der Dinge nach der Sitzung: es gibt keinen bevorzugten Trassenverlauf mehr. Die Region als verantwortlich Behörde spricht jetzt von drei Varianten, zwischen denen es zu entscheiden gilt. Frühestens im März 2018 könne absehbar sein, welche dieser Varianten favorisiert werde, sagen Planer. Keine Rede mehr von einer zeitnahen Planfeststellung, keine Rede mehr von einem Baubeginn gegen Ende des Jahrzehnts. „Wir fragen uns wirklich, wofür wir hier gearbeitet haben“, sagt Thies. Er habe das Gefühl, die zuständigen Behörden –Region, Stadt, auch die Bahn AG –ließen Poggenhagen mit seinen Sorgen einfach im Stich. Die plötzlich vorgeschlagenen alternativen Trassen sollen näher an der Ortslage verlaufen, früher als bisher geplant an Bahnhofs- beziehungsweise Fliegerstraße herangeführt werden. Auf dem bewohnten Bereich dieser Straßen würden, sagt Thies, künftig statt bisher 3000 bis zu 7500 Fahrzeuge pro Tag fahren. Das sei ein Unding, für Anwohner nicht hinzunehmen. Was bleibt ist Frust: „Erst gestern habe ich einen Rettungswagen an der Schranke warten sehen –17 Minuten lang. Wie lange soll das noch so weitergehen?“

Von Dirk von Werder


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