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Pastorin Anna Wißmann und Gemeindechronist Günter Stöckemann betrachten die drei Ton-Arbeiten im Gemeindesaal. Jedes stellt einen der Namensgeber der Johanneskirche dar.

Pastorin Anna Wißmann und Gemeindechronist Günter Stöckemann betrachten die drei Ton-Arbeiten im Gemeindesaal. Jedes stellt einen der Namensgeber der Johanneskirche dar.
© Benjamin Behrens

Neustadt/Serie Namenspatrone

Das sind die Namensgeber der Johannes-Kirchen

Wer war eigentlich St. Osdag und warum tragen so viele Kirchen den heiligen Johannes im Namen? Manche Namenspatrone sind der Öffentlichkeit kaum noch bekannt. Diese Serie soll die Erinnerung auffrischen.

Neustadt.  Gleich vier Gotteshäuser im Neustädter Land verweisen auf Johannis oder Johannes. Im christlichen Glauben tauchen mehrere Heilige, und Prediger dieses Namens auf. In der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch des Neuen Testaments, erscheint der Namensgeber bereits im Titel. 

Wer davon für die Johanneskirche in Neustadt Pate gestanden hat? „Soweit ich weiß, ist die das nie entschieden worden“, sagt Anna Wißmann, Pastorin der Gemeinde. Am Reformationstag 1992 wurde die neugebaute Johanneskirche eingeweiht. Zuvor fanden die Gottesdienste und Veranstaltungen seit 1972 im heutigen Saal des Gemeindezentrums statt. „Auf dem Wandschmuck im Gemeindesaal sind der Evangelist Johannes, der Jünger Johannes und Johannes der Täufer dargestellt“, sagt Wißmann. In der Kirche selbst, gibt es keine Heiligenbilder. Dafür sind die drei Darstellungen im Gemeindesaal umso detaillierter. In der Mitte ist der Namensträger im Großformat zu sehen, er tritt reliefartig hervor. Rund um den Heiligen, sind wichtige Stationen seines Lebens abgebildet. So wird etwa im Matthäus-Evangelium Jesus durch Johannes getauft, wer genau hinsieht, entdeckt die entsprechende Darstellung auf einer Tontafel. 

Der Wandschmuck aus Ton war ein Gemeinschaftsprojekt dreier Künstler aus der Gemeinde: Fritz Sackewitz, Ekka Lührung und die Frau des damaligen Pastors Wesche. „Die haben auch privat getöpfert“, sagt Günter Stöckemann, der anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Johannes-Gemeinde eine Festschrift verfasst hat.  

In Abbensen verweist die Johanniskapelle, sie gehört zur Kirchengemeinde Helstorf, auf Johannes den Täufer. Der Bußprediger soll um 28 nach Christus in Galiläa und Judäa, im heutigen Israel, gewirkt haben. „Er war kein freundlicher Lebensgenosse, der hat Tacheles geredet“, sagt Pastorin Annedore Wendebourg. Seine Kritik an Heroedes Antipas, Herrscher in Galiläa, brachte ihm schließlich den Tod durch Enthauptung. Das 1912 gebaute Gotteshaus wurde am 24. Juni geweiht, dem Johannistag, so kam die Namensgebung zustande, sagt Wendebourg. 

Die Johanneskapelle in Metel wurde erstmals 1543 urkundlich erwähnt. „Sie ist ganz simpel Johannes dem Täufer gewidmet“, sagt Pastor Jan Mondorf. Auch die Johanneskirche Otternhagen verdankt ihren Namen diesem Heiligen. Das Bauwerk im spätgotischen Stil soll um 1530  fertigestellt sein. Im Inneren springt ein Altarbild sofort ins Auge. „Das hat der Berliner Künstler Werner Petzold angefertig“, sagt Ulrike Dörries-Birkholz, Pastorin der Gemeinde Otternhagen. Kräftige Acrylfarben verbinden religiöse Motive, mit modernen Eindrücken, wie etwa einem Polizisten in Schutzkleidung. Am unteren Rand des Bilds von 1992 ist eine Darstellung der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer zu sehen. 

Vielbeschäftigter Namensgeber

Über 700 Kirchen tragen den heiligen Johannes im Namen – allein in Deutschland. In der katholischen und evangelischen Kirche wird der Johannestag, der 24. Juni, als Hochfest gefeiert. Er soll der Geburtstag Johannens des Täufers sein, der mit zahlreichen Bräuchen gefeiert wird. Eng verknüpft ist damit das Fest der Sommersonnenwende, zu beiden Festen gehören Feuer und Tanz. Johanniskraut und Johannisbeere verdanken ihren Namen ebenfalls dem Datum, um das herum sie blühen oder reif sind. Liebhaber des Gemüses wissen, dass mit dem 24. Juni offiziell die Spargel-Saison endet. Früher glaubte man außerdem, dass Kräuter am Johannistag besondere Kraft hätten. Ein Strauß aus sieben Kräuter sollte, unter das Kopfkissen gelegt, Glück in der Liebe bringen.

Von Benjamin Behrens


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Neustadt ist ...

  • ... eine Stadt nordwestlich von Hannover mit 34 Stadtteilen und mehr als 45.000 Einwohnern
  • ... von der Fläche her die neuntgrößte Stadt Deutschlands, 1,5-mal so groß wie Hannover
  • ... mit dem Stadtteil Mardorf am Steinhuder Meer ein beliebtes Ziel von Touristen
  • ... Heimat der überregional bekannten Bauwerke Schloss Landestrost und Kloster Mariensee
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