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Die Filteranlage auf dem Gelände der neuen Feuerwache ist in mehreren Containern untergebracht.

Die Filteranlage auf dem Gelände der neuen Feuerwache ist in mehreren Containern untergebracht.
 © Foto: Eggers

Lehrte

Lehrte: Eisen im Grundwasser stoppt Bauarbeiten

Bei der Kampfmitteluntersuchung auf dem Gelände für die neue Feuerwache ist es zu einem unplanmäßigen Stopp gekommen. Das Grundwasser ist so eisenhaltig, dass es nicht in Gräben abgeleitet werden kann.

Lehrte.   Bei der Kampfmitteluntersuchung auf dem Gelände für die neue Feuerwache in der Schützenstraße ist es zu einem unplanmäßigen Stopp gekommen. Für die Überprüfung der dortigen Bombentrichter muss das Grundwasser abgesenkt werden – doch das ist so eisenhaltig, dass es nicht einfach in Gräben abgeleitet werden kann. Deshalb ist auf der Baustelle eine aufwendige Filteranlage installiert worden, mit der das Wasser weitgehend gereinigt wird. Wie lange die Untersuchungen nun ruhen müssen und ob sich die Kosten für den Neubau dadurch erhöhen, steht nach Aussage der Stadt derzeit noch nicht fest.

Die Grundwasserabsenkung ist nötig, weil die georteten Bombentrichter tief im Erdboden liegen und voll Wasser gelaufen sind. Der Verdacht, dass dort noch möglicherweise gefährliche Kampfmittelreste liegen, sei nicht unbegründet, sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. „Wir haben bereits eine Stabbrandbombe und mehrere verrostete Gewehre gefunden.“ Eine Evakuierung sei deshalb aber nicht nötig gewesen. Die Stadt hoffe, dass nicht doch noch größere Bomben oder andere Reste aus dem Krieg gefunden werden. Die Sicherheit stehe aber an erster Stelle. „Gründlichkeit geht in diesem Fall vor Eile“, beschreibt es Nolting.

Das Grundwassser wird derzeit durch die Filteranlage geleitet, die in mehreren Containern untergebracht ist, und anschließend in Gräben abgeführt wird. Wie lange das nötig sein werde, stehe noch nicht fest. Die eigentlichen Bauarbeiten für die neue Feuerwache seien dadurch aber nicht betroffen, sagt Nolting. Teuer werde das unvorhergesehene Problem auf jeden Fall, denn die Technik müsse sich die Stadt leihen. Wie teuer, sei derzeit aber noch nicht klar. 

Ob dadurch auch die für den Spätsommer geplante Fertigstellung des ersten Bauabschnitts für die neue Feuerwache gefährdet ist, müsse abgewartet werden. Das hänge auch entscheidend vom Verlauf des Winters ab.

Die Verzögerund und damit Verteuerung des Neubaus der Feuerwache ist nicht die erste. Die erste Kostensteigerung hing mit dem sogenannten Bodenrisiko zusammen – und sie beläuft sich auf satte 1,6 Millionen Euro. In der ursprünglichen Angebotsabfrage hatte das sogenannte Bodenrisiko, also die Beseitigung von mit Schadstoffen belastetem Erdreich, bei den Unternehmen gelegen. Das wurde aber geändert, sodass diese nur eine Menge von bis zu 5000 Kubikmeter auf eigene Kosten entsorgen müssen. Mengen, die möglicherweise darüber hinaus gehen, übernimmt nun die Stadt. Der Boden auf dem Grundstück ist als Sonderabfall eingestuft, der auf einer Deponie kostenpflichtig entsorgt werden muss.

Von Oliver Kühn


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