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Mitglieder des Lehrter Umweltausschusses, des Rats und der Verwaltung sind in den Schacht Asse II eingefahren.

Mitglieder des Lehrter Umweltausschusses, des Rats und der Verwaltung sind in den Schacht Asse II eingefahren.© privat

Lehrte

Umweltpolitiker fahren in Grube Asse II ein

In die stillgelegten Bergwerke Friedrichshall in Sehnde und Bergmannssegen-Hugo in Lehrte soll möglicherweise Salzlauge aus dem Atomendmülllager Asse II eingeleitet werden. Der Lehrter Umweltausschuss hat sich die Anlage am Donnerstag angesehen - und war vor allem vom Sicherheitskonzept beeindruckt.

Remlingen/Lehrte. Ausschussmitglieder, Vertreter aus dem Lehrter Rat und der Stadtverwaltung sowie Bürgermeister Klaus Sidortschuk waren einer Einladung der Bundesgesellschaft für Endlagerung gefolgt. In Remlingen fuhr die Gruppe im laufenden Betrieb in die Grube Asse II ein und machte sich unter Tage ein persönliches Bild.

Eindruck hat vor allem das Strahlenschutz- und Sicherheitskonzept hinterlassen. "Das ist wirklich vorbildlich", sagte der Ausschussvorsitzende Ronald Schütz (Grüne) nach dem Besuch. "Alle möglicherweise kontaminierten Stoffe werden von einem unabhängige Labor geprüft, es verlässt nichts das Gelände, was nicht vorher freigegeben wurde", betonte Schütz. Selbst die Fäkalien aus den Dixi-Toiletten der Mitarbeiter unter Tage würden akribisch auf mögliche Radioaktivität untersucht. Darüber hinaus sei das Gelände hermetisch abgeriegelt, es gebe penible Zutrittskontrollen.

Sidortschuk hob die Akribie hervor, mit der die in das Bergwerk eindringenden Wässer untersucht werden. "Ich habe ein gutes Gefühl, was die Behandlung von Zutrittswässern anbelangt", sagte der Bürgermeister. Der Besuch unter Tage sei ein wichtiger Schritt gewesen, um das Problem der Asse und die vorgeschlagenen Lösungswege verstehen und einschätzen zu können.

Die Asse GmbH möchte das eindringende Wasser aus der Asse heraus haben. Das Bergwerk verliert an Stabilität. "Wir haben vor Ort die Risse an den Wänden gesehen ", sagte Schütz. Hohlräume werden derzeit mit speziellem Beton verfüllt Dass das Wasser aus der Asse müsse, sei unumstritten.

Die Delegation aus Lehrte hat sich unter Tage zudem davon überzeugt, dass das Salzwasser, das für Sehnde und Lehrte bestimmt wäre, keinen Kontakt zu den eingelagerten Atommüllfässern haben. "Die Einlagerungskammern liegen in 750 Metern Tiefe, die Zutrittsstellen des Wassers befinden sich auf der 590-Meter-Sohle. Wir sind auch die Wege dorthin abgefahren", erklärte Schütz. Die Fässer seien zudem hinter 15 Meter dicken Betonwänden eingemauert.

Schütz ist nach dem Besuch davon überzeugt, dass das Asse-Wasser für die Bergwerk Hugo und Friedrichshall geeignet ist. "Es wird auf keinen Fall kontaminiert sein", betonte er. Schütz lobte zudem die Transparenz, die er in der Schachtanlage erlebt hat: "Wir durften überall hin und auch alles fotografieren."

Ob Asse-Wasser tatsächlich in die Bergwerke in Sehnde und Lehrte eingeleitet wird, ist noch nicht entschieden. Die Bergwerke sind eine Option.

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Ronald Schütz, Vorsitzender des Umweltausschusses hat ein Foto von der Zutritts- und Auffangstelle der Wässer aus der Asse 150 Meter oberhalb der Einlagerungskammern gemacht.

Quelle: privat

Von Katja Eggers


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