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Nachrichten Klärschlamm soll in Schilfbeeten getrocknet werden
Region Lehrte Nachrichten Klärschlamm soll in Schilfbeeten getrocknet werden
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17:11 06.02.2018
Hinter den runden Becken auf der Zentralkläranlage im Hintergrund sollen sieben Schilfbeete entstehen. Quelle: Oliver Kühn
Lehrte

 Die Stadtwerke Lehrte wollen die Entsorgung des Klärschlamms aus ihren vier Klärwerken komplett umstellen. Statt ihn wie derzeit in Türmen zwischenzulagern, um flüssige und feste Stoffe zu trennen und anschließend gegen Gebühr als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen zu verteilen, soll der Klärschlamm künftig in Schilfbeeten austrocknen. Die Stadtwerke rechnen dadurch mit Kosteneinsparungen von bis zu 300 000 Euro im Jahr – allerdings müssen erst einmal vier Millionen Euro in die neuen Flächen und Anlagen investiert werden.

„Klärschlammvererdung“ heißt das Verfahren ohne chemische Hilfsmittel. Dafür wollen die Stadtwerke 15 weitläufige Schilfbeete anlegen, sieben auf der Zentralkläranlage an der Ramhorster Straße, je drei an den Außenanlagen in Ahlten und Hämelerwald sowie zwei in Sievershausen – insgesamt zwischen fünf und sechs Hektar groß. Drei der Flächen seien bereits gekauft, in Ahlten gebe es einen langfristigen Pachtvertrag sagt Thomas Olbricht, Abteilungsleiter der Stadtentwässerung. Für Ahlten und Sievershausen gebe es bereits eine Baugenehmigung. Die Investitionen für das Gesamtpaket beziffert er auf rund vier Millionen Euro. Dafür hielten die Anlagen drei- bis viermal so lange wie eine Zentrifuge. Erst nach etwa sechs bis zehn Jahren werden die abgesackten Beete mit Baggern wieder geräumt.

An der Umstellung gehe aber kein Weg vorbei. Derzeit fielen jährlich rund 6000 Tonnen Klärschlamm in Lehrte an, für die die Stadtwerke derzeit noch 30 Euro je Tonne an Landwirte zahlen müssen, wenn sie diesen auf deren Felder aufbringen – rund 180 000 Euro im Jahr. Doch die Preise seien inzwischen auf rund 50 Euro je Tonne gestiegen. Dazu kämen noch einmal Kosten für 33 Tonnen chemische Substanzen und 350 Tonnen Kalk in Höhe von jährlich fast 130 000 Euro. Diese werden für die Trocknung des Klärschlamms in einer Zentrifuge (Schleuder) benötigt, um flüssige und feste Stoffe zu trennen. Diese Kosten könne man künftig sparen, zudem sinke der Strom- und Wasserverbrauch.

Sollten die Stadtwerke nicht umstellen, drohe in einigen Jahren zudem eine Kostenexplosion – denn ab 2027 darf Klärschlamm nicht mehr auf Äcker aufgebracht, sondern muss dann zu speziellen Verbrennungsanlagen wie etwa in Lahe transportiert werden. „Das ist sehr teuer und kostet pro Tonne bis zu 120 Euro, deshalb müssen wir einen anderen Weg gehen“, sagt Olbricht. Durch die Schilfbeete sei auch nicht mit einer erhöhten Geruchsbelästigung zu rechnen, antwortete der Fachmann im Umweltausschuss auf die Frage von Helga Laube-Hoffmann (SPD). „Nicht mal auf den Dämmen zwischen den Beeten stinkt es.“ Das Prinzip funktioniere selbst bei Regenwetter, weil das sich auf dem Boden absetzende Filtrat wieder zurück in die Kläranlage laufe.

Von Oliver Kühn

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