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Region Lehrte Nachrichten Schulen streiten um Bunsenbrenner und Bälle
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00:19 29.09.2018
Katrin Telschow-Don und Christian Schulz leiten die neue Oberschule in Hämelerwald. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
Hämelerwald

So hätte sich das Team der neu gegründeten Oberschule seinen Start in Hämelerwald sicher nicht vorgestellt. Seit Schulbeginn nach den großen Ferien gibt es mit der benachbarten IGS Ärger, was die gemeinsame Benutzung von Arbeitsgeräten und Materialsammlungen angeht.

„Unsere Schüler brennen darauf, richtigen Chemieunterricht zu machen, doch momentan können wir ihnen das alles nur anhand von Büchern zeigen“, erklärte Lehrerin Anne-Sigrun Lorenz gegenüber den Mitgliedern des Schulausschusses am Donnerstagabend. Von einem Tag auf den anderen seien die Bunsenbrenner aus dem bisherigen Schränkchen im Fachraum verschwunden, sagte Lorenz. Auch andere Materialsammlungen der im gleichen Schulgebäude beheimateten IGS dürfe man nicht benutzen.

So habe man etwa schon einen Satz Sägen für den Werkunterricht anschaffen müssen. „Dabei ist das hier alles vorhanden“, sagte Musik- und Werklehrer Wolfgang Hake. Auch Musikinstrumente dürfe man von der im gleichen Haus beheimateten IGS nicht nutzen. „Wenn ich nicht so eine große Sammlung an Instrumenten zu Hause hätte, könnten wir schlecht arbeiten“, meint Hake. So fahre er etwa die Glockenspiele für seinen Unterricht momentan immer wieder nach Hause. „Denn der Lagerraum, der uns zusteht, ist immer noch nicht frei“, klagte Hake. Zudem würden Utensilien für die Sportunterricht wie Bälle immer noch von der Realschule Lehrte ausgeliehen und hin- und hergefahren – obwohl auch diese in Hämelerwald an der IGS vorhanden seien. „In der Zusammenarbeit knirscht es momentan ein bisschen“, fasste es Schulleiterin Katrin Telschow-Don gegenüber den Ausschussmitgliedern vorsichtig zusammen.

Die Mitglieder des Schulausschusses schauen sich die neue Oberschule in Hämelerwald an. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Dennoch lobten alle Lehrer der Oberschule die guten Voraussetzungen, die der Standort biete. Die Räumlichkeiten seien optimal. Und alle Lehrer seien mit viel Einsatz und Leidenschaft dabei, den 37 neuen Schülern Freude am Lernen zu vermitteln. „Ich denke, wir sind da bei den Schülern schon sehr gut angekommen, aber es könnte eben noch besser laufen“, sagte der stellvertretende Schulleiter Christian Scholz.

Die Kommunalpolitiker, die die neue Schule in sogenannten A1-Trakt der IGS begutachteten, waren von den Problemen überrascht. „Das ist unglaublich“, sagte CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Die Schule habe dadurch Startnachteile. „Daran muss sich schnell etwas ändern“, forderte er. Auch der Ausschussvorsitzend Thomas Diekmann und Ratsfrau Maren Thomschke (beide SPD) drängten auf eine zügige Lösung. Stadtrat Uwe Bee stellte klar, dass alle Unterrichtsmaterialien im Eigentum des Schulträgers, also der Stadt Lehrte, seien und daher beide Schulen darauf Zugriff hätten. „Spätestens nach den Herbstferien ist das geklärt“, versprach Bee. Wenn es mit der Überlassung von Arbeitsmaterialien in Abstimmung unter den Schulen nicht gehe, müsse man dazu als Stadt schriftliche Vereinbarungen treffen. „Und das werden wir auch tun“, kündigte er an.

IGS-Leiter Bernhard Mellentin sieht seine Schule zu Unrecht beschuldigt. Das Thema werde seiner Meinung nach „viel zu hoch gehängt.“ Es gebe bereits eine Regelung für die Sammlungen, diese nach Absprache zu nutzen, das werde jedoch von der Oberschule nicht in Anspruch genommen. Zudem vermisst er die Koordination bei der Stadt, für einen reibungslosen Ablauf unter den beiden Schulen zu sorgen. Dazu gehörten Raumpläne genauso wie die Nutzung der Materialsammlungen. „Das hätte man viel früher angehen müssen“, meint Mellentin. Er will sich nun mit den Kollegen von der Oberschule zusammensetzen, um die Probleme aus der Welt zu schaffen. „Die Kuh kriegen wir schon vom Eis“, versprach er.

Schulleitung findet vorläufig im Container Platz

37 Schüler besuchen seit Anfang des neuen Schuljahres den zweizügigen fünften Jahrgang der neu gegründeten Oberschule in Hämelerwald, die im A1-Trakt im Gebäude der IGS am Riedweg untergebracht ist. Die Jungen und Mädchen kommen aus den nahen Ortsteilen wie Hämelerwald, Sievershausen, Arpke und Immensen aber auch aus der Kernstadt. Die Oberschule soll nach und nach am Standort Hämelerwald aufwachsen. Die IGS wird den Standort Hämelerwald im Gegenzug nach und nach verlassen. Sie zieht komplett nach Lehrte-Süd um und macht Platz für die Oberschule. Diese bildet die Mittelstufe der Jahrgänge 5 bis 10 ab. Die Schüler können sowohl der Haupt- als auch den erweiterten Realschulabschluss erwerben. Mit letzterem könnten sie dann auch eine weiterführende Schule besuchen und das Abitur ablegen.

Momentan unterrichten sieben Lehrer die zwei Klassen der neuen Oberschule. Sie wird als offene Ganztagsschule geführt, das heißt, es gibt AGs wie Musical oder Theater am Nachmittag, die aber nicht verpflichtend sind. Die Schüler können auch in der IGS-Mensa essen. Nach den Herbstferien wollen die Lehrer mittags gemeinsam mit den Schülern in der Mensa speisen.

Den Container für Schulleitung und Sekretariat wird die Oberschule wohl vorerst noch behalten. Erst in zwei Jahren, wenn 50 Prozent der IGS am Standort Lehrte beheimatet seien, werde die Schulleitung der Oberschule in das Haupthaus ziehen können, sagt der städtische Fachdienstleiter Eckhard Otto.

Von Patricia Oswald-Kipper

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