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Reinhard Rabe (von links) vom Förderverein, Pastor Martin von Brück, Julia Meinecke und Henning Bleckwenn begutachten die Renovierungen in der Antoniuskirche.

Reinhard Rabe (von links) vom Förderverein, Pastor Martin von Brück, Julia Meinecke und Henning Bleckwenn begutachten die Renovierungen in der Antoniuskirche.© Michael Schütz

Lehrte

Gemeinde muss Fest in Turnhalle feiern

Das Gerüst und die Planen, in die die St.-Antonius-Kirche zurzeit eingehüllt ist, prägen seit gut einem Jahr die Immenser Bauernstraße. Seitdem wird das Gotteshaus renoviert. Es sind zwar schon viele der Aufgaben abgearbeitet - aber trotzdem müssen die Immenser zum Fest auf ihre Kirche verzichten.

Immensen. "Wir hatten gehofft, dass wir die Kirche zu Weihnachten nutzen können", bedauert Pastor Martin von Brück. Aber leider sei es bei den Renovierungsarbeiten in einem Bereich zu Verzögerungen gekommen. Und so müssen die Gläubigen die Weihnachtsgottesdienste in der Turnhalle am Fleith feiern.

"Die Fensterfirma hatte Kapazitätsprobleme", erläutert Julia Meinecke. Die Diplom-Architektin leitet die Sanierungen in der Immenser Kirche für das Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche Hannover. Deswegen seien noch nicht alle Fenster wieder eingesetzt. Immerhin 25 davon gebe es in St. Antonius. Vor gut 100 Jahren eingesetzt, hätten sie jetzt eine Grundüberholung nötig gehabt. Unter anderem seien Glasschäden zu reparieren.

Der eigentliche Anlass der Renovierungen sei die Außenfassade gewesen, sagt die Architektin aus dem Celler Amt. Die sei aus Sandstein und müsse rund alle 20 bis 30 Jahre ausgebessert werden, da die Wetter- und Umwelteinflüsse dem Material zusetzten. Abgeplatzte Stellen seien dabei allerdings nur selten ausgebessert worden. "Man kann das ruhig sehen." Im Vordergrund habe die Sicherung loser Stellen gestanden, damit den Passanten nichts auf den Kopf falle.

Die Fassade ist ebenso fertig wie einige andere Sanierungsprojekte. Darunter fällt auch das Dach, durch das Feuchtigkeit in den Dachstuhl gekommen war. Mit einem sogenannten Harzer Unterdach, einer zusätzlichen Holzverschalung, soll das in Zukunft verhindert werden, erklärte Meinecke. "Jetzt haben die Immenser ein wartungsfreies Dach." Zusätzlich hat die Kirche neue Dachziegel erhalten.

Wo ein Problem ist, kommt meist noch ein weiteres hinzu. Das mussten auch die Gemeindeglieder feststellen, als sie sich um den Turm kümmern wollten. Für den Ersatz der Schiefereindeckung gab es in der Region keinen Fachbetrieb. "Die Dachdecker haben sich da nicht ran getraut", sagte Meinecke. Deswegen habe das eine Firma aus dem Sauerland erledigt. Zusätzlich waren an der Laterne des Turms, also an den Öffnungen unter der Haube, die Holzpfeiler nicht mehr im besten Zustand. "Da mussten wir zwei ersetzen", sagte Henning Bleckwenn vom Kirchenvorstand.

Dass so viele verschiedene Sanierungsarbeiten auf einmal gemacht werden, ist für von Brück logisch: "Wenn nicht jetzt, wann dann", meint der Geistliche. So habe man nur einmal den Aufwand. Und durch die Höhe der Kosten von insgesamt einer halben Million Euro sei das Finanzielle eine Sache der Landeskirche und des Kirchenkreises.

Wann die Kirche wieder genutzt werden kann, sei noch nicht ganz klar, sagte von Brück. Vielleicht sei es zur Konfirmation im April und zu seiner eigenen Verabschiedung aus dem Amt im Mai möglich. Das hänge von einer weiteren Baustelle ab, die auf die Gemeinde zukomme. Wegen des Schimmels im Kirchenbau, der auch die Orgel in Mitleidenschaft zieht, soll eine neue, auf Wasser basierende Heizung kommen. Hierzu soll allerdings ein Förderprogramm der Landeskirche genutzt werden. "Der Antrag ist gestellt", sagt Meinecke. Aber es gebe noch keine Zusage. So lange das nicht klar sei, gebe es keinen Zeitplan. "Vielleicht kann man es gleich im Anschluss an die Sanierung machen", meint die Architektin.

Vielleicht wird aber die Kirche zwischendurch wieder in Betrieb genommen und dann erneut zur Baustelle. Die neue Heizung werde noch einmal 30.000 Euro kosten. Ein Drittel trage der Kirchenkreis. Den Rest müsse die Gemeinde beisteuern. Dafür und für die fällige Überholung der Orgel hat die Gemeinde den Antonius-Thaler als Spendenmöglichkeit aufgelegt.

Bis die Renovierungen fertig sind, finden die Gottesdienste in der Friedhofskapelle statt. Die Weihnachtsgottesdienste am Heiligabend (16 und 17.30 Uhr) und am zweiten Feiertag (10 Uhr) finden in der Turnhalle am Schützenplatz Am Fleith statt.

Von Michael Schütz


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