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Region Lehrte Nachrichten SPD will einen Plan gegen Elterntaxis
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15:48 25.09.2018
Der Gehrkamp mit der Bushaltestelle vor dem Lehrter Gymnasium: Morgend und mittags herrschen hier mitunter wegen zu vieler Elterntaxis Chaos und Gefahr. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Vor den Schulen und Kitas im Lehrter Stadtgebiet spielen sich morgens und mittags mitunter chaotische und gefährliche Szenen ab. An manchen Stellen nehme der Hol- und Bringverkehr der Eltern für ihre Kinder überhand, meinen Elternvertreter. Jetzt macht die Lehrter Kernstadt-SPD einen Vorstoß, um die sogenannten Elterntaxis zu bremsen und zu reduzieren. Sie will, dass die Stadt ein Konzept entwickelt, um die Situation an besonders neuralgischen Punkten zu entschärfen.

„Manche Eltern wollen ihre Kinder so dicht wie möglich an das Schulgebäude heranfahren, und manche kommen erst Minuten vor Schulbeginn und machen Hektik“, sagt Ekkehard Bock-Wegener, Vorsitzender der SPD-Abteilung in der Kernstadt. Die Folge seien Staus, Stress und mitunter sogar Streit zwischen Autofahrern. All das gefährde die Kinder, und zwar insbesondere diese, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad kämen und sich zwischen den Elterntaxis durchschlängeln müssten, meint der Sozialdemokrat. Aber auch für die Kids, die gebracht und geholt werden, sei der Taxiservice ihrer Eltern auf Dauer ein Nachteil. Diese Kinder lernten nicht, sich eigenständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

Man sei in jüngster Zeit von mehreren Seiten auf das Problem angesprochen worden, sagt Bock-Wegener. Elternvertreter und auch Schulleitungen hätten darauf hingewiesen. Die Situation auf der Feldstraße vor der St.-Bernward-Grundschule sei mitunter problematisch. Der Knoten aus Gehrkamp und Friedrichstraße mit der benachbarten Bushaltestelle sei ein besonders neuralgischer Punkt. Dort hielten die Elterntaxis für die Sek I des Gymnasiums und der Albert-Schweitzer-Grundschule. Und auch vor der Vierfeldhalle in Lehrte Süd sowie auf der Südstraße gehe es mitunter chaotisch zu, sagten Beobachter. Es sei ein Wunder, dass es bei all dem Durcheinander und den mitunter nervösen Eltern am Steuer noch keine schweren Unfälle gegeben habe.

Bock-Wegener berichtet auch von Problemen mit Elterntaxis in manchen Ortsteilen, etwa vor der Hainwaldschule in Hämelerwald und der Grundschule in Ahlten. Er möchte, dass die SPD-Ratsfraktion das Thema „Elterntaxis“ nun zu einem offiziellen Antrag an die Stadtverwaltung macht. Dort soll man gemeinsam mit Eltern, Schulleitungen und der Polizei Maßnahmen zur Reduzierung des Bring- und Holverkehrs entwickeln.

Die Kernstadt-SPD schlägt zum Beispiel sogenannte Elternhaltestellen vor - also Haltepunkte, die ein gutes Stück von der jeweiligen Schule entfernt sind und an denen man den Hol- und Bringverkehr gefahrfreier abwickeln kann. Aber auch verstärkte Verkehrserziehung für Eltern und Kinder sowie Öffentlichkeitsarbeit könnten helfen, meinen die Sozialdemokraten.

Beispiele für den wirkungsvollen Kampf gegen Elterntaxis gebe es bereits. In Hannover etwa haben Schulen Initiativen gestartet, den Hol- und Bringverkehr ganz aus ihrem Bereich zu verbannen oder mit einem flexiblen Schulstart zumindest etwas zu entzerren. Auch Hol- und Bringzonen im Abstand von etwa 100 Metern zur Schule wurden mitunter eingerichtet. Derartige Konzepte favorisieren auch der ADAC, der Verkehrsclub Deutschland und der Fachverband Fußverkehr Deutschland, auf deren Sachverstand die Lehrter SPD ausdrücklich zurückgreifen will.

Teiwes: Vor der Vierfeldhalle herrscht oft Chaos

Auch der frühere Lehrter Mr. Citylauf und ehemalige Schulleiter Jürgen Teiwes gehört zu den Kritikern der Elterntaxis. Er berichtet von schlimmen Szenen insbesondere in Lehrte Süd. „Vor der Vierfeldhalle herrscht manchmal Chaos“, sagt er. „Da steht alles kreuz und quer, die Kinder wuseln überall durch, und das ist gefährlich für alle Beteiligten“, sagt Teiwes. Es komme mitunter auch zu Stress zwischen den Eltern, hat Teiwes beobachtet. Und an der Südstraße fahre er zu den betreffenden Zeiten schon gar nicht mehr mit dem Fahrrad lang: „Das ist mir zu gefährlich“, sagt der passionierte Radfahrer.

Teiwes rät dazu, den Schulweg mit Kindern zu Fuß abzuschreiten und ihnen auch Selbstständigkeit zuzutrauen. „Die Kinder sind doch stolz, wenn sie den Schulweg allein hinkriegen“, meint Teiwes und weist auf Konzepte des ADAC hin, die auch in Lehrte helfen könnten. Elterntaxis könne man durch Einfahrtverbote oder Bannmeilen von den Schulen fernhalten.

Teiwes hatte sich auch unlängst in der Diskussion über das geplante Familienzentrum samt neuer Kita auf dem Schulhof der früheren Berthold-Otto-Schule eingeschaltet, welcher in direkter Nachbarschaft zum Schulzentrum Süd samt Vierfeldhalle liegt. Der Standort für das Familienzentrum sei ideal, meint der frühere Schulleiter und Ratsherr. Bei dessen Planung müsse man aber auch unbedingt an eine kluge Steuerung des Hol- und Bringverkehrs denken.

Von Achim Gückel

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