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Region Lehrte Nachrichten Rotraud Wiese feiert ihren 101. Geburtstag
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05:19 27.09.2018
Rotraud Wiese wird 101. Ihr Sohn Eckhard feiert genauso mit ihr wie Enkel und Urenkel. Quelle: Sandra Köhler
Aligse

Wenn sie ins Plaudern kommt, sprudelt Rotraud Wiese nur so vor Energie. Kaum zu glauben, dass die gut aufgelegte Dame bereits ihrer 101. Geburtstag feiert. Am 27. September 1917 wurde sie in Wikowo (Westpreußen) geboren. Vier Schwestern seien sie gewesen, erinnert sich Wiese. Eine ihrer Schwestern, Irmgard lebt auch noch. Sie wohnt ebenfalls im Seniorenzentrum Sonnenhof in Aligse, in einem zimmer auf demselben Flur. „Wir treffen uns täglich“, sagt Rotraud Wiese. „Und manchmal zanken sie sich auch“, plaudert Wieses Sohn Eckhard aus dem Nähkästchen.

Als Wiese im Januar 1945 zum zweiten Male während des Krieges flüchten mussten, war der gerade zweijährige Eckhard auch dabei. „Sein Vater ist in Rußland gefallen, da war er gerade sieben Monate. Wir haben nicht viel Zeit miteinander gehabt“, erinnert sich die hochbetagte Dame an die schweren Zeiten zurück. Zuerst seien sie nach Mecklenburg geflüchtet und schließlich nach Bielefeld gelangt.

Viele der Geschehnisse von einst stehen Wiese auch heute noch vor Augen. „Ein Kosak hat unsere Cousine vor unseren Augen erschossen. Ein bildhübsches 24-jähriges Mädel“, graust es ihr immer noch vor den Schrecken des Krieges. Und wie die Eltern die Mädchen auf den Heuboden versteckten, weiß sie auch noch genau: „Da gab es einen Weg, durch den wir kriechen mussten. Und dann verbarg eine Garbe den Eingang.“

Trotz allem seien die Zeiten für sie aber meistens gut gewesen: „Wir hatten uns als Familie, und wir haben keinen Tag hungern müssen. Auch wenn wir manchmal die Früchte direkt vom Feld gegessen haben.“ In einer gläubigen Familie aufgewachsen, habe ihr das stets Kraft gegeben, sagt Rotraud Wiese rückblickend. Und heute seien die zwei Enkel und sechs Urenkel nicht allzu weit weg. Sie werden mit ihr, dem Aligser Ortsbürgermeister Frank Seger, Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk und einem Vertreter der Region im Pavillon des Sonnenhof zusammen feiern.

Ein wenig schwer fällt es Wiese jedoch, mit ihren körperlichen Einschränkungen zu leben. „Sie war immer gesund, hat mit 85 noch den 600 Quadratmeter großen Garten in Bielefeld beackert, Blumen und Gemüse angepflanzt“, sagt ihr Sohn stolz. Auch beim Tapezieren habe ihr nie einer was vormachen können. Doch mit den Jahren seien auch die körperlichen Probleme gekommen. Nach einem Sturz samt Oberschenkelhalsbruch hat ihr Sohn die Hundertjährige aus einem Betreuten Wohnen in Bielefeld in seine Nähe geholt. Im Sonnenhof muss sich die 101-Jährige nun mit einem Rollstuhl arrangieren. Und auch die Augen wollen seit zwei Jahren auch nicht mehr. „Ich sehe nur noch Schatten“, sagt die Seniorin, die nach eigenen Angaben immer ein Bücherwurm gewesen ist und gerne Handarbeiten verrichtete.

„Ich habe nie gedacht oder mir vorgenommen, dass ich so alt werde“, sagt Wiese heute ein wenig erstaunt. Doch eigentlich läge ein langes Leben in der Familie: „Der Bruder meines Vaters wurde 97“, sagt Rotraud Wiese. Und andere Verwandte hätten ebenfalls die 90-Jahre-Marke übertroffen.

 

Von Sandra Köhler

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