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Region Lehrte Nachrichten Rat vertagt Votum über Schulentwicklung
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00:16 24.06.2017
Von Achim Gückel
Der Lehrter Rat debattiert vor etwa 100 Zuhörern über die Zukunft der Lehrter Schulen - und vertagt die Entscheidung. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Während der fast zweistündigen Debatte im Rat wurden vor allem die derzeit noch unüberbrückbaren Differenzen über die Zukunft der IGS deutlich. Während Redner der Ratsmehrheit ihren Plan untermauerten, die Schule in Lehrte Süd zu konzentrieren und den Standort in Hämelerwald aufzugeben, lehnten das Redner von CDU, FDP und AfD sowie die beiden Hämelerwalder SPD-Ratsherren Thomas Diekmann und Dirk Werner ab. Schließlich zeichnete sich ein mögliches Patt (20:20) bei einer Abstimmung ab, weil mit Marcel Haak einer der christdemokratischen Mandatsträger fehlte.

Hans-Joachim Deneke-Jöhrens, Fraktionschef der CDU, deutete allerdings bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Debatte Gesprächsbereitschaft an. "Wir können reden. Ich sehe die Sache nicht ideologisch", sagte er, betonte aber erneut, seine Fraktion lehne die von der Ratsmehrheit vorgeschlagene Aufgabe des Schulstandorts in Hämelerwald ab. "Sie hatten nie etwas anderes vorgehabt, als Hämelerwald abzuwickeln. Schulschließungen und Konzentration haben bei Ihnen System", warf er SPD und Grünen vor. Deneke-Jöhrens forderte indes, ein neues Sek-1-Gebäude für das Gymnasium zu bauen, sowie Realschule, Hauptschule und Förderschule in Lehrte Süd zu erhalten.

Ähnlich äußerte sich Dieter Münstermann von der FDP und warf der Ratsmehrheit vor, in Lehrte eine "Einheitsschule IGS" aufbauen zu wollen. "Wir müssen den Eltern doch eine Wahl lassen", sagte er. Aber auch Münstermann betonte, man müsse nun "gemeinsam unverzüglich ins Gespräch kommen". Eine Entscheidung über die Schulentwicklung in der Stadt auf Basis einer Mini-Mehrheit im Rat durchzudrücken, sei jedenfalls nicht richtig.

SPD-Abweichler Thomas Diekman redete von der Schulentwicklung sogar als einer "historischen Entscheidung", welche die Infrastruktur in den Ost-Dörfern der Stadt beschädigen könnte. Der Schulstandort in Hämelerwald müsse Bestand haben. Rückenwind bekam er dabei auch aus den Ortschaften. Tobias Pohl, Kopf einer Hämelerwalder Initiative zur Rettung des Schulstandorts an der Straße Am Ried, übergab Unterschriftenlisten, die 1370 Bürger innerhalb von nur sechs tagen unterzeichnet hatten. Diekmann appellierte aber auch an alle Beteiligten "Emotionen rauszunehmen und einen Konsens zu finden".

Zuvor hatten Redner von SPD, Grünen und Die Linke ihr Fünf-Punkte-Papier zur Neugestaltung der Lehrter Schullandschaft verteidigt. "Wir müssen handeln, um unsere Schulen zu sichern", sagte Carsten Milde (Grüne). Man habe es sich mit der Aufgabe des Standorts in Hämelerwald sicher nicht leicht gemacht, beteuerte er, es gebe aber die aktuelle Herausforderung der an diesem Standort sinkenden Schülerzahlen. Es gehe nun darum, gleiche Chancen für alle Schulformen in Lehrte zu schaffen. Das gehe nur, wenn auch die IGS in der Kernstadt angesiedelt ist, verdeutlichte Maren Thomschke die Haltung der SPD.

Stefan Henze (AfD) fuhr indes schweres Geschütz gegen die Ratsmehrheit auf. "Die IGS ist anscheinend doch kein Erfolgsmodell", sagte er. Wenn diese Schule komplett in Lehrte Süd angesiedelt werde, müsse sie dort durch Zuwanderung von der Realschule erst erhalten werden und werde die Realschule dann Stück für Stück verschwinden lassen. Das gehe so nicht.

Bodo Wiechmann, Chef der SPD-Fraktion, stellte schließlich den Antrag, nicht über den Fünf-Punkte-Katalog aus den eigenen Reihen abzustimmen. Er möchte, dass noch in den Sommerferien interfraktionelle Gespräche folgen, die bis zu einer Ratssitzung im September zu einem Kompromiss führen, hinter dem eine große Mehrheit des Rats stehen kann. Deneke-Jöhrens zeigte sich dazu bereit: "Wenn Sie mit uns sprechen wollen, dann machen wir das", sagte er, schob aber auch eine Warnung an die Ratsmehrheit hinterher: "Wir kommen vielleicht zu Ergebnissen, aber das werden nicht Ihre Ergebnisse sein."

Reaktionen aus den Schulen

Über einen Punkt gibt es Einigkeit: Redner alle Lager betonten im Rat, dass das Lehrter Gymnasium, dass derzeit einen nie erlebten Run erlebt (der neue fünfte Jahrgang startet siebenzügig), dringend und schnell Neubauten und Sanierungen benötigt. Doch auch über diesen Punkt eins im Forderungskatalog der Mehrheit gab es am Mittwochabend keine Abstimmung. Silke Brandes, Rektorin des Gymnasiums, zeigte sich anschließend deutlich verärgert. Ihre Schule brauche Hilfe, sie habe sich ein Signal vom Rat erhofft, sagte sie in der Fragestunde für Einwohner. Nun werde die Sache weiter auf die lange Bank geschoben.

Bernhard Mellentin, Leiter der IGS Lehrte, sah die Nicht-Entscheidung des Rates indes mit gemischten Gefühlen. Er hatte sich ein Votum für die Konzentrierung seiner Schule in Lehrte Süd erhofft. Nur dort habe sie eine reelle Chance, sich zu entwickeln, ist seine feste Meinung. Die Gesprächsbereitschaft zwischen den politischen Lagern bewertete er allerdings vorsichtig positiv.

Auch Burkhard Kappe, Leiter der Lehrter Hauptschule, bekräftigte seine Meinung: Es sei der Wunsch seiner Schule, in der IGS am Standort Lehrte Süd aufzugehen, was derzeit auch gültiger Ratsbeschluss ist. In der IGS hätten seine Schüler die Chance, die bestmögliche Förderung zu erhalten und ihre Talente zu entfalten, sagte Kappe.

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