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Region Lehrte Nachrichten Bei Yarons Vortrag über Israel bleiben Plätze leer
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00:21 17.06.2018
Der israelische Journalist Gil Yaron spricht in der städtischen Galerie in Lehrte. Quelle: Priesemann
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Lehrte

Das Hissen der israelischen Flagge vor dem Rathaus anlässlich des Vortrages des bekannten israelischen Journalisten und Mediziner Gil Yaron hat Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk einige kritische Zuschriften eingebracht. „Die Briefe enthielten mindestens eine einseitige Betrachtung über Israel“, deutete Sidortschuk den Wortlaut der Schreiben bei seinem Grußwort vor Yarons Vortrag am Mittwochabend in der Städtischen Galerie an. „Den Schreibern hätte es wahrscheinlich gut getan, heute diesen Vortrag zu hören“, sagte der Bürgermeister weiter.

Von diesen Schreibern war allerdings wohl keiner am Mittwochabend in der Städtischen Galerie. Denn der große Teil der Plätze blieb leer, nur etwa 25 Gäste waren gekommen – darunter viele bekannte Gesichter aus der lokalen Politik sowie der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Michael Höntsch. „Wir hatten natürlich auf viel mehr Gäste gehofft. Dafür können wir mit Qualität statt Quantität aufwarten“, meinte Dündar Kelloglu mit einem Blick in das Publikum. Der Vorsitzende des Lehrter Präventionsrats hatte in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) maßgeblich dafür gesorgt, dass Yaron auf seiner Vortragsreihe durch fünf niedersächsische Städte auch in Lehrte Halt machte.

„Auf rechten Migrationsauge blind“

Kelloglu bezeichnete es als wichtig, sich mit Israel zu beschäftigen. „Kritik an Israel muss immer fair sein“, meinte er. Schließlich sei es der einzige demokratische Rechtsstaat in der Region. Antisemitismus in Deutschland gehe inzwischen nicht mehr nur von Neo-Nazis aus, sondern auch von jungen Migranten. „Wir waren lange Zeit auf dem rechten Migrationsauge blind“, räumte Kelloglu ein.

Der israelische Journalist Gil Yaron spricht in der städtischen Galerie in Lehrte. Quelle: Priesemann

Yaron, der in Düsseldorf geboren worden ist und derzeit in Tel-Aviv lebt, sparte in seinem kurzweiligen Vortrag kaum einen Teil der israelischen Geschichte aus. Er berichtete zunächst von einer Anekdote eines Journalisten, der den früheren israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak fragte, wie er in einem Wort die Sicherheitslage seines Landes einschätze. „Gut“, soll Barak geantwortet haben. Daraufhin bat ihn der Journalist, doch zwei Worte zu sagen. „Nicht gut“, entgegnete Barak daraufhin.

Yaron sieht Klimawandel als große Bedrohung für Israel

Dieser Gegensatz gelte auch noch für die heutige Zeit. Die Sicherheitslage im militärische Sinne sei so gut wie noch nie seit der Staatsgründung, erklärte Yaron: „Israel hat zwar Feinde. Aber es gibt momentan keine Staaten, die das Land ernsthaft bedrohen.“ Israels Ministerpäsident Benjamin Netanjahu schaffe den geopolitische Spagat und habe sowohl zu US-Präsident Donald Trump als auch zu Russlands Präsident Wladimir Putin einen guten Kontakt.

Sorgen bereite ihm jedoch der Klimawandel, sagte Yaron. Trotz gewaltiger Investitionen in Meerentsalzungsanlagen drohen Israel und die Nachbarstaaten auszutrocknen. Dies könne Unruhe hervorrufen. Im Gaza-Streifen sei das Wasser fast komplett verseucht. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann dort Cholera ausbricht“, warnte der 45-jährige Journalist.

Von Sascha Priesemann

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