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Region Lehrte Nachrichten Kolshorner wollen den Friedhof für sich
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14:47 05.10.2018
Auf dem idyllisch gelegenen Friedhof in Kolshorn sind die Grabstellen für Urnen unter Bäumen bereits alle vergeben. Quelle: Katja Eggers
Kolshorn

Der Friedhof in Kolshorn liegt idyllisch – etwas außerhalb der Ortschaft und direkt am Rande eines Landschaftsschutzgebietes. Im hinteren Teil stehen alte Waldbäume, unter denen seit 2010 Urnenbeisetzungen stattfinden dürfen. Diese noch relativ neue Bestattungsform ist anscheinend äußerst beliebt, und zwar nicht nur bei den Kolshornern. Auch Menschen aus der Kernstadt und anderen Lehrter Ortsteilen haben in der Idylle am Waldrand ihre letzte Ruhe gefunden. Einigen Ortsansässigen passt das gar nicht. Sie möchten, dass die Grabstellen unter Bäumen künftig Kolshornern, Aligser und Röddensern vorbehalten bleiben und sind mit dieser Forderung an den Ortsrat herangetreten.

„Es kann ja nicht sein, dass Kolshorner auf einem Kolshorner Friedhof nicht die von ihnen gewünschte Grabstelle bekommen“, erklärt Dirk Bödecker von der CDU-Fraktion, die die Forderung als Antrag im Ortsrat eingebracht hat. Im vergangenen Jahr habe ein Kolshorner nicht auf der Anlage bestattet werden können, weil es unter den Bäumen dort keinen freien Platz mehr gegeben hatte. „Schon als diese Bestattungsform in Kolshorn eingerichtet wurde, waren die Plätze innerhalb kürzester Zeit belegt“, sagt Bödecker.

Auf der freien Fläche hinter der Friedhofskapelle wäre noch Platz für weitere Urnengräber unter Bäumen. Quelle: Katja Eggers

Der Neufassung der Friedhofssatzung der Stadt Lehrte will der Ortsrat nur unter der Maßgabe zustimmen, dass für ortsansässige Einwohner künftig ausreichend viele Plätze vorgehalten werden. Volker Kemmling, Leiter des städtischen Umweltamtes, erklärt indes, dass die Stadt auf den Vorfall von 2017 bereits reagiert und neun weitere Eichen gepflanzt habe. Sieben alte Bäume stehen dort schon, um sie herum können 56 Urnengräber angelegt werden. Wenn diese belegt sind, können rund um die neuen Bäume noch einmal 72 weitere Urnengräber entstehen. Die Fläche ist bereits als Grabfeld ausgewiesen. „Wer künftig so eine Bestattungsform wünscht, kann sie dort auch umgehend bekommen“, betont Kemmling.

Es sei jedoch weiterhin vorgesehen, dass auf dem Kolshorner Friedhof auch Personen aus der Kernstadt und anderen Lehrter Ortsteilen bestattet werden können. „Lehrter haben Priorität, aber aus Gründen der Gleichbehandlung ist der Friedhof für alle Lehrter offen“, betont Kemmling. Maximal könnten dort jedoch zwei Grabplätze reserviert werden. Sich einen Baum für eine ganze Familie zu sichern, sei nicht möglich.

Dass Urnengräber unter Bäumen gefragt sind, bestätigt Kemmling: „Der Trend geht vom Sarg zur Urne – Hinterbliebene scheuen heute die Grabpflege.“ Diese würde bei Urnengräbern entfallen. Eine Bepflanzung ist nicht vorgesehen, alles wird so natürlich wie möglich belassen. Statt Grabsteinen gibt es lediglich kleine Tafeln mit den Namen der Verstorbenen. Auf dem Kolshorner Friedhof gruppieren sich derzeit 69 Urnengräber um neun Eichen herum.

Urnenbeisetzungen unter Bäumen sind ansonsten lediglich in Ruheforsten oder Friedwäldern erlaubt. Im Lehrter Stadtgebiet gibt es diese Möglichkeit nur noch auf dem Friedhof Hämelerwald. Über die neue Friedhofssatzung und die Wünsche des Ortsrates sprechen der Umweltausschuss am 16. Oktober und der Rat der Stadt am 25. Oktober.

Von Katja Eggers

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