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Die Diskussion über das geplante Baugebiet auf dem Gelände der Kleingartenkolonie Feierabend geht weiter.

Die Diskussion über das geplante Baugebiet auf dem Gelände der Kleingartenkolonie Feierabend geht weiter.
© Archiv

Lehrte

Nächster Schritt zum Ende der Feierabend-Kolonie

Die politischen Beratungen zum umstrittenen Baugebiet auf dem Gelände der Gartenkolonie Feierabend gehen am Montag weiter. Die Stadt hält grundsätzlich an dem Vorhaben fest – trotz vieler Einwände.

Lehrte.  Die Kleingartenkolonie Feierabend an der Manskestraße soll einem Neubaugebiet weichen. Kaum eine Bauvorhaben der Stadt ist in den vergangenen Jahren heftiger und kontroverser diskutiert worden als dieses. Jetzt steht die nächste Runde der politischen Beratungen zu dem Projekt an. Und trotz vieler Einwendungen schlägt die Stadtverwaltung vor, grundsätzlich an dem Vorhaben festzuhalten. Schon am Montag, 6. November, beraten der Bau und- der Umweltausschuss in einer gemeinsamen Sitzung über das Thema.

Grundsätzlich geht es nun darum, das sogenannte frühzeitige Beteiligungsverfahren auszuwerten und einen Beschluss über die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans „Manskestraße Nord-West“ auf den Weg zu bringen. Darin sind dann die Konturen des Baugebiets klar abgesteckt. Bereits am Mittwoch, 9. November, will der Rat der Stadt darüber einen Beschluss fassen.

Wie massiv der Gegenwind für das Baugebiet ist, das eine zentrale Kleingartenfläche in der Kernstadt beseitigen würde, macht die Liste der eingegangen Einwendungen deutlich. Sie reichen von der Frage nach alternativen Standorten für ein Wohngebiet über eine zu hohe Verdichtung mit Mehrfamilienhäusern und der möglichen Schaffung eines „sozialen Brennpunkts“ bis hin zur Furcht vor verstärkter Feinstaub-, Lärm- und Verkehrsbelastung, der Verschattung und dem möglichen Wertverlust benachbarter Immobilien, einer Absenkung des Grundwassers und der grundsätzlichen Frage, ob man eine Naherholungsfläche an so zentraler Stelle tatsächlich beseitigen wolle. Auch Protestlisten mit den Namen von Gegnern des Projekts wurden eingereicht.

Der Fachdienst für Stadtplanung im Rathaus weist nun in seiner Beratungsvorlage für die Politiker darauf hin, dass alle relevanten Fragen und Bedenken beantwortet seien. Keine Antwort falle so aus, dass das Baugebiet grundsätzlich in Frage zu stellen sei. Untersuchungen kämen etwa zu dem Ergebnis, dass „für die bestehende Bebauung keine reflexionsbedingte Anhebung des Verkehrslärms“ zu erwarten sei. Auch in Sachen Artenschutz gebe es keine Hindernisse. Vögel etwa fänden in den benachbarten Hausgärten oder in den Großbäumen an der Manskestraße und am Feierabend-Vereinshaus, welche man erhalten wolle, genug Lebensraum. Sehr wohl müssten aber Amphibien und Fische in den vorhandenen Kleingartenteichen der Kolnie gefangen und anderswo ausgesetzt werden.

Einige Änderungen entgegen der bisherigen Planungen für das Baugebiet gibt es allerdings doch. Im Bereich der Straße Auf den Blockäckern am Westrand des Gebiets sollen die Neubauten einen Abstand von 25 Metern zur Straße bekommen. Damit soll mehr Platz für Parkplätze und neue Bäume geschaffen werden. Dennoch will die Verwaltung auch in diesem Bereich an einer dreigeschossigen Bauweise mit einer maximalen Gebäudehöhe von 14 Metern festhalten. Das geplante Wohngebiet, welches in Mehrfamilienhäusern auch Wohnraum für einkommensschwache Haushalte bieten soll, sei „im Hinblick auf Dichte und Gebäudehöhe als angemessen zu bezeichnen“, heißt es.

Der Bau- und der Umweltausschuss kommen am Montag, 6. November, um 17 Uhr im Besprechungsraum der Stadtwerke an der Germaniastraße 5 zur öffentlichen Sitzung zusammen, um über den Bebauungsplan zu reden. Am Dienstag, 7. November, tut dies auch der Haushaltsausschus ab 17 Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses. Der Rat der Stadt tagt dann am Mittwoch, 8. November, ab 18 Uhr im Kurt-Hirschfeld-Forum an der Burgdorfer Straße.

Von Achim Gückel


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