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Region Lehrte Nachrichten Das nächste große Baugebiet: Pläne liegen vor
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16:19 08.02.2018
Das neue Baugebiet soll die Lücken zwischen Amselweg und Tiefe Straße schließen. Quelle: Meike Hakemeyer
Lehrte

 Die Kernstadt wächst weiter. Bis Ende 2022 soll auf den derzeitigen Feldern und Grünflächen zwischen Tiefe Straße und Amselweg im Nordwesten der Kernstadt ein neues großes Baugebiet entstehen. Im Gespräch ist das Projekt schon seit einiger Zeit, jetzt haben Vertreter der Lehrter Wohnungsbaugesellschaft im Bauausschuss erste detaillierte Pläne für das Großprojekt vorgelegt. Sie sehen auf einer Fläche von etwa 25.000 Quadratmetern zehn Mehrfamilien- und 35 Reihenhäuser vor.

Insgesamt sollen auf den derzeitigen Äckern und Grünflächen, die mittlerweile der Wohnungsbau gehören, 112 Wohneinheiten entstehen. Die Wohnungen sind mit zwei bis vier Zimmern und einer Größe zwischen 59 und 108 Quadratmetern geplant. Die Wohnungsbau schätzt die Kosten für das gesamte Projekt auf rund 30 Millionen Euro und hofft darauf, dass der erste Spatenstich Anfang 2020 gesetzt werden kann.

Ein Gebäude steht bereits auf dem Gelände: Die Lehrter Wohnungsbau hat das Mehrfamilienhaus 2016 dorthin setzen lassen – als Flüchtlingsunterkunft. Schon damals, als wegen der Flüchtlingskrise Unterkünfte gebraucht wurden, hatte die Gesellschaft in Aussicht gestellt, die Flächen südlich der Tiefen Straße zum Wohngebiet zu machen. Jetzt soll es mit dem Projekt in großen Schritten voran gehen.

Frank Wersebe, Geschäftsführer der Wohnungsbau, betonte im Bauausschuss aber, dass seine Gesellschaft dieses Mammutprojekt auf keinen Fall allein stemmen könne: „Wir brauchen dazu einen Investor, allein wären wir finanziell überfordert.“ Wer dieser Investor sein könnte, ist noch unklar.

Die Vorstellungen für die Bebauung sind umso klarer. Durch das verwinkelte Gelände, das im südwestlichen Bereich eine spitz zulaufende dreieckige Fläche aufweist, soll eine neue Straße mit zwei Zufahrten zur Tiefen Straße und einer zum Amselweg entstehen. Im nördlichen Bereich sind in kreisförmiger Anordnung die zehn Mehrfamilienhäuser vorgesehen, in deren Mitte zehn Reihenhäuser Platz finden sollen. Im südwestlichen Bereich, in Nachbarschaft zur Gartenkolonie Dornröschen, sind weitere 25 Reihenhäuser sowie ein Gemeinschaftsplatz vorgesehen. Häuser und Wohnungen sollen mit Garten, Balkonen oder Terrassen nach Westen oder Süden ausgerichtet sein. In den Plänen finden sich auch 168 private und 32 öffentliche Stellplätze für Autos.

„Das wird ein spannendes Projekt“, sagte Wersebe vor den Kommunalpolitikern. Und er versicherte, dass Neubaugebiet werde „aufgeräumt und schön“ aussehen. Trotzdem werde man alles daran setzen, kostengünstig zu bauen, um später auch Mietwohnungen für den schmalen Geldbeutel anbieten zu können. Weil die Lage des Neubaugebiets weniger günstig sei als etwa jene des Quartiers 16 an der Schlesichen Straße, werde man an der Tiefen Straße auch nur geringere Mietpreise ausrufen können, sagte Wersebe. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht.

Lehrtes Baupolitiker nahmen die Pläne wohlwollend auf. „Das ist ein wichtiges und zentrales Projekt“, sagte Ekkehard Bock-Wegener (SPD). Wenn bald schon in Lehrtes Nordwesten noch mehr Menschen wohnen sollen, müsse man dort aber auch noch einige Probleme beheben. Es fehle etwa eine Busanbindung, und auch die Wegeverbindungen in die Innenstadt müssten „kreativer und schöner gestaltet werden“, sagte Bock-Wegener und meinte damit auch den Richtersdorftunnel unter den Bahntrassen. Wilhelm Busch (CDU) sprach angesichts der vorgelegten Pläne von einer „entscheidenden Entwicklung“ in Lehrte. Bedenken äußerte einzig Ulrich Gürtler (AfD), der auf mögliche Lärm- und Feinstaubbelastungen angesichts der nahen Autobahn hinwies.

Es gibt etwas zu gewinnen: Freundlicher Name gesucht

Kreativ sein und dabei auch noch gewinnen: Im Zusammenhang mit dem Baugebiet im Nordwesten der Stadt ist das möglich. Für ihr bislang ehrgeizigstes Projekt sucht die Lehrter Wohnungsbaugesellschaft nämlich noch einen freundlichen Namen. Daher ruft sie jetzt gemeinsam mit dem Stadtmarketing Lehrte und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zur Namenssuche auf. Wer eine zündende Idee hat, wie das Baugebiet heißen könnte, kann diese ab sofort schriftlich äußern. Der Sieger des Wettbewerbs gewinnt eine Kurzreise für zwei Personen nach Oslo.

Der Wettbewerb zur Namensfindung hat einen ernsthaften Hintergrund. „Tiefe Straße“ soll das neue Wohnquartier auf keinen Fall heißen. Dieser Name habe für viele Lehrter noch immer einen negativen Beiklang, weil der Straßenzug lange als sozial problematisch galt. Jetzt wird ein frischer, positiver, eingängiger Name gesucht. Ebenso wie es beim Bauprojekt der Lehrter Wohnungsbau an der Schlesischen Straße, dem Quartier 16, gewesen sei, sagt Geschäftsführer Frank Wersebe. Er hofft darauf, dass viele Lehrter ihre Kreativität spielen lassen und möglicherweise historische Flurnamen oder Bezeichnungen aus der Nachbarschaft des Baugebiets ins Spiel bringen.

Wer einen Vorschlag machen möchte, kann diesen an eine der folgenden drei Mailadressen senden: lehrte@haz.de (Hannoversche Allgemeine Zeitung), info@lehrter-wohnungsbau.de, sonja.truffel@lehrte.de (Stadtmarketing). Auch die Abgabe per Postkarte ist bei der Wohnungsbau an der Bahnhofstraße möglich. Einsendeschluss ist Ende März. Danach schaut sich eine Jury alle Einsendungen an und wählt den Sieger aus. Dessen Einsender gewinnt die Schiffsreise nach Oslo im Wert von 500 Euro inklusive Verpflegung und Ausflugsprogramm. Sollten mehrere Einsender den Siegervorschlag eingereicht haben, entscheidet das Los.

Mitmachen lohnt sich aber auf jeden Fall. Pro Einsendung spendiert die Lehrter Wohnungsbau 10 Euro an den Arbeitskreis „Natur erleben“ des Stadtmarketings.

Von Achim Gückel

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