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Eine Idylle auf Zeit: Der Vertrag zum Umzug der Kleingartenkolonie FEierabend sind ausformuliert. Der Rat muss ihnen noch zustimmen.

Eine Idylle auf Zeit: Der Vertrag zum Umzug der Kleingartenkolonie FEierabend sind ausformuliert. Der Rat muss ihnen noch zustimmen.
© Sandra Köhler

Lehrte

Kolonie Feierabend: Rat will Umzug besiegeln

Schlussakkord für die Kolonie Feierabend. Am Mittwochabend will der Lehrter Rat die Vereinbarung zur Aufgabe der Kleingartenanlage an der Manskestraße und deren Umzug an den Hohnhorstweg absegnen.

Lehrte.  Es ist nur noch eine finale Abstimmung nötig – dann ist das Aus für die Kolonie Feierabend an der Manskestraße und deren Neuansiedlung am Hohnhorstweg beschlossene Sache. Am Mittwochabend will der Rat der Stadt Lehrte die Vereinbarung zur Aufgabe der Kleingartenanlage und zum Umzug absegnen. Vorausgegangen ist eine Vielzahl von Abstimmungsgesprächen mit dem Bezirksverband der Kleingärtner, der dem Vertragswerk ebenfalls positiv gegenübersteht. Mit der Vereinbarung geht die Stadt eine Reihe von Kompromissen und finanziellen Zugeständnissen ein. Insgesamt muss sie für Entschädigungen, Umzug und Neuanlage der Kleingartenkolonie mehr als 900.000 Euro einplanen.

Grund für den Umzug der Feierabend-Gärtner ist der Plan der Stadt, auf der Fläche an der Manskestraße ein Neubaugebiet zu errichten. Die Pläne dafür sind bereits weit gediehen und werden von einer breiten politischen Mehrheit getragen. In einer Mischung aus Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern sollen spätestens ab dem Frühjahr 2019 rund 200 Wohneinheiten sowie ein neuer Kindergarten entstehen. Dass zu diesem Zweck eine einvernehmliche Lösung mit den Feierabend-Kleingärtnern und eine Ersatzfläche für sie her müssen, steht bereits seit mehr als einem Jahr per Beschluss des Rates fest.

Jetzt ist das dreiseitige Vertragswerk, dessen Ausgangspunkt ein Zwölf-Punkte-Papier des Bezirksverbands der Kleingärtner war, unterschriftsreif. Kernpunkte des Papiers sind die Entschädigungsregelungen für die betroffenen Gartenpächter sowie genaue Vereinbarungen über die Feierabend-Ersatzfläche zwischen dem Hohnhorstweg und dem nördlichen Ende der Straße Am Stadtpark.

Dabei muss die Stadt tief in die Tasche greifen. Grundsätzlich steht allen Pächtern von Gartenparzellen, denen nun zum 30. November 2018 die Verträge gekündigt werden sollen, eine Entschädigung zu. So sieht es das Bundeskleingartengesetz vor und allein dafür muss die Stadt rund 450.000 Euro einplanen –7 bis 8 Euro pro Quadratmeter aufgegebener Gartenfläche.

Die Stadt setzt aber auch darauf, dass möglichst viele der Pächter einem sogenannten Auflösungsvertrag zustimmen, fristgerecht von ihrer angestammten Scholle wegziehen und sich in der neuen Anlage am Hohnhorstweg ansiedeln. Für diesen Fall bietet die Stadt allerhand Anreize, die über das gesetzlich geregelte Maß hinaus gehen – etwa die Übernahme der Räumungskosten für den alten Garten sowie einen 2000-Euro-Zuschuss für die Errichtung einer Laube auf dem neuen Grundstück. Auch für das Bohren eines neuen Brunnens will die Stadt 200 Euro je Garten gewähren. Weil damit zu rechnen sei, das etwa 30 Pächter dieses Angebot annehmen, wird vermutlich ein Zuschussbetrag von insgesamt knappo 80.000 Euro fällig.

Die Neuanlage der Feierabend-Kolonie auf der derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Fläche am Hohnhorstweg kostet nach bisheriger Schätzung etwa 305.000 Euro. Und zwar allein in der Grundausstattung für das Wegenetz samt Stellplätzen, Einfriedung sowie Hausanschlüsse für Vereinsheim und Stromanschlüsse für die einzelnen Gärten. Für das neue Vereinsheim will die Stadt über den Zeitwert des alten Gebäudes an der Manskestraße hinaus noch einen Zuschuss gewähren. Dieser soll es den Kleingärtnern ermöglichen, ein neues Gebäude „gleicher Art und Güte“ zu errichten, heißt es in der Beratungsvorlage für den Rat. Dafür sind noch einmal 80.000 Euro eingeplant. Auch für Spielgeräte (10.000 Euro) und für die Errichtung von zwei Gartenlauben für Neupächter am Hohnhorstweg (10.000 Euro) will die Stadt Geld geben. Denn der Kleingartenverein werde nach seinem Umzug sicher um neue Pächter werben müssen, lautet die Einschätzung.

Die Stadt betont, dass es sich bei dem vorliegenden Vertrag um einen Konsens handelt, der „durch Kompromissbereitschaft der Vertragspartner geprägt und von allen Beteiligten ohne Einschränkung getragen“ werde. Jetzt muss nur noch der Rat zustimmen. Er kommt am Mittwoch, 6. Dezember, um 18 Uhr im Saal des Rathauses zusammen.

Von Achim Gückel


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