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Region Lehrte Nachrichten Abgeordnete besichtigt Schweinestall in Kolshorn
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13:27 13.02.2019
Die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch hat sich den Hof des Kolshorner Schweinemästers Jens Dannenbring angesehen. Quelle: Nele Käferlein
Kolshorn

„Eine richtige Lösung für alle Probleme meines Hofes haben wir nicht gefunden“, resümiert Landwirt Jens Dannenbring ehrlich, nachdem die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch seinen Kolshorner Betrieb besichtigt hat. Das liege jedoch, stellt der Schweinemäster klar, an der insgesamt schwierigen Lage für Landwirte – nicht an der Abgeordneten. Konkret heißt das für ihn: „Ich verkaufe zu Weltmarktpreisen. Ich muss von Jahr zu Jahr gucken, ob ich meine Schweine noch zu einem ausreichenden Preis verkaufen kann.“

In Hanischs Wahlkreis, der die Kommunen Lehrte, Burgdorf und Uetze umfasst, ist Dannenbring noch einer von zwei Landwirten, der Sauen hält. „Sauenhalter stehen unter Druck“, weiß auch die SPD-Politikerin – und führt das auf die Macht des Einzelhandels sowie die gesetzliche Situation zurück.

Hanisch: Landwirte handeln tierwohlorientierter, als man denkt

Mit rund 100 Sauen und 1000 Mastschweinen bezeichnet Jens Dannenbring seinen Hof als „kleinen Betrieb“. Einige Schweine liefert er an Schlachter Schlüter, der in Aligse und Lehrte Filialen hat. Den Großteil seiner Schweine holen aber Mitarbeiter der Firma Tönnies ab, um sie zu ihrem Schlachthof im sächsischen Weißenfels zu fahren.

Hanisch fühlt sich bei ihrem Besuch vor allem in einem Eindruck bestätigt: „Landwirte handeln oft tierwohlorientierter, als sich der Verbraucher das vorstellt.“ Dieser Aussage treffe auch Dannenbring zu: „Oft entsteht der Eindruck, dass wir uns sonntags schon drauf freuen, montags die Ferkel zu kastrieren“, sagt er und stellt dem zwei Beispiele entgegen: So müsse man als Landwirt genau Rechenschaft darüber geben, „welche Tiere wann welches Antibiotikum verabreicht bekommen und warum das unserer Meinung nach hilft.“ Wenn nicht, bekomme man Besuch aus einer Behörde.

Das schlechte Image seines Berufs habe er auch auf einer Tagung zu spüren bekommen, meint Dannenbring. Dort referierten Mitarbeiter des Celler Bieneninstituts über das Insektensterben: „Die waren ganz überrascht, das wir Landwirte gefragt haben, welche Pestizide wir nutzen können, damit es den Insekten besser geht. Für solche Maßnahmen wünschen wir uns aber auch Orientierung.“

Abgeordnete und Landwirt sprechen über Tierwohllabel

Ein weiteres Gesprächsthema zwischen Hanisch und Dannenbring war auch das Tierwohllabel, das aktuell auf Bundesebene diskutiert wird. Heute könne man sich, so Hanisch, „bei teurem Fleisch nicht sicher sein, ob das bedeutet, dass die Tiere auch besser gehalten wurden.“ Sie hoffe, dass mit dem Tierwohllabel eine ähnliche Klarheit wie auf Eierverpackungen herrsche: „Da weiß ich ganz klar, ob das Ei von Hühnern aus Freiland-, Käfig- oder Bodenhaltung stammt.“ Dass das Label für eine Trendwende sorge, bezweifelt Dannenbring trotzdem: „Verbraucher wollen billig konsumieren.“

Thordies Hanisch nimmt die Erkenntnisse aus dem Gespräch in Kolshorn nun mit ins Parlament, ihre Fraktion und den Landwirtschaftsausschuss, dem sie angehört: „Es ist immer gut, sich bei Menschen aus der Praxis persönliche Eindrücke zu verschaffen und sich nicht nur auf Verbände zu verlassen.“

Von Konstantin Klenke

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