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Region Lehrte Nachrichten Landwirte sorgen für biologische Vielfalt
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15:33 28.08.2018
Die Phacelia, auch Büschelschön genannt, ist in den Saatmischungen für die Blühstreifen enthalten und eine wertvolle Futterpflanze für Bienen. Quelle: Sandra Köhler
Lehrte

Die biologische Vielfalt im Bereich der landwirtschaftlich genutzten Flächen zu verbessern – das ist das Ziel des zunächst auf fünf Jahre begrenzten Projektes Biodiversität von Region Hannover, Landvolk Hannover und der Stiftung Kulturlandpflege. Mit 150 000 Euro werden Landwirte in der Region unterstützt, die sich bereit erklären, beispielsweise Blühstreifen und Stoppelbrachen anzulegen, ihre Felder gestaffelt zu mähen, Erbsen anzupflanzen oder Feldvogelinseln anzulegen. Hartmut Scholz und Hans-Joachim Denecke-Jöhrens sind zwei der elf Landwirte, die in Lehrte auf rund 20 Hektar aktiv den Naturschutz betreiben. In der gesamten Region beteiligen sich 90 Betriebe auf etwa 120 Hektar Ackerland.

Die CDU-Regionsfraktion schaut sich in der Feldmark zwischen Lehrte und Sehnde an, wie das Projekt zu Biodiversität umgesetzt wird und welche Früchte es trägt. Quelle: Sandra Köhler

„Hier ist richtig was los“, sagte Hartmut Scholz, als er den Mitgliedern der CDU-Regionsfraktion um Bernward Schlossarek und dem Vorsitzenden des Landvolk Hannover, Volker Hahn, bei einem Ortstermin in der Feldmark zwischen Lehrte und Sehnde die Umsetzung präsentierte. Die Politiker wollten sich von der Wirksamkeit des von ihnen befürworteten Projektes überzeugen. „Da rennt gerade ein Hase, normalerweise liegen hier zehn oder 12. Aus dem Blühstreifen sind gerade Lerchen geflogen. Es gibt hier Rebhühner und jede Menge Insekten“, sagte der Landwirt. Ein gutes Zeichen dafür, dass die vielfältigen Maßnahmen durchaus schnell und unmittelbar Frucht bringen.

In Stoppelfeldern oder Streifen von bewusst nicht umgepflügten Korn- oder Maisfeldern, finden viele Tiere Deckung und Nahrung. Neben den Blühstreifen gibt es auch noch sogenannte Honigbrachen. Auf diesen wird eine Saatmischung ausgebracht, die neben Sonnenblumen zahlreiche Pflanzen wie Kleearten enthält, die Bienen als Weiden dienen können. „Da sollte unbedingt noch mehr Phacelia rein“, meinte der Landvolkvorsitzende: „Dann brummt es nur so.“ Ich lasse bis zu jedem Graben grundsätzlich sechs Meter stehen“, ergänzte Denecke-Jöhrens, dessen Landwirtschaftliche Flächen zum Teil an die Felder Scholzes stoßen. Indem beide ihre Maßnahmen verzahnen, gebe es einen Brückenschlag zwischen den Ökosystemen.

Hans-Joachim Denecke-Jöhrens erläutert Anlage und Vorteile eines Blühstreifens. Quelle: Sandra Köhler

„Es ist gut, dass wir beim Regionsprojekt bei den Zeiten flexibel sind“, sagte Landwirt Scholz. Die zeitlichen Vorgaben für die ansonsten als ökologische Vorrangflächen angemeldeten Flächen seien zu strikt, kritisierte er. Da er die Maßnahmen vielfach auf jenen Flächen habe anlegen können, die im Frühjahr zu feucht waren, sei für ihn als Landwirt von Vorteil gewesen. Trotzdem sei eine etwas höhere Förderung erstrebenswert. „Naturschutz kann nur erfolgen, wenn dieser mit den Landwirten zusammen gestaltet wird“, resumierte der Regionsabgeordnete Bernward Schlossarek: „Dieser Vertragsnaturschutz schafft einen Rahmen dafür.“

Von Sandra Köhler

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