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Region Lehrte Nachrichten Politik pocht auf Ausbau des Klinikums
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00:36 31.03.2018
Die Diskussion über die Zukunft des Lehrter Krankenhauses entflammt neu. Quelle: Achim Gückel
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Lehrte

 Die Diskussion um die Zukunft des Krankenhauses an der Manskestraße entflammt möglicherweise neu. Denn das Land hat jetzt nicht nur die Pläne des Klinikums Region Hannover (KRH) für einen Klinikneubau in Großburgwedel gebremst, sondern auch gleichzeitig das Projekt für Sanierungen und den Aufbau einer altersmedizinischen Abteilung in Lehrte. 17 Millionen Euro waren für letztere vorgesehen. Der im vergangenen Jahres eigens für den Aufbau der Altersmedizin eingestellte Chefarzt Oskar Freudenthaler hat Lehrte indes schon wieder verlassen.

Am 1. Juli 2017 hatte Freudenthaler seinen Posten im Krankenhaus an der Manskestraße angetreten. Der 64-jährige Mediziner sollte das geplante Geriatriekonzept von Null an auf die Beine stellen. Ziel sei es, 40 Betten zu schaffen, die der Abteilung für Innere Medizin zugeordnet werden, hatte der Chefarzt Ende Juli gesagt: „Wenn wir nach einem Jahr 15 bis 20 Betten hätten, wäre das schon toll.“ Ziel der neuen geriatrischen Abteilungen sei es, ältere Patienten soweit zu mobilisieren, dass sie sich zu Hause wieder selbstständig versorgen können, betonte Freudenthaler.

Noch in der Startphase reichte der Chefarzt jedoch seine Kündigung ein. Ende November verließ er das Klinikum. „Er hat eine Chefarztstelle bei den Ostemed-Kliniken in Bremervörde angetreten“, sagt Nikolas Gerdau, Pressereferent beim KRH. Damit sei Freudenthaler in Richtung seiner Heimat fortgegangen.

Eins zu eins ersetzt wurde Freundenthaler nicht. Seit dem 1. Dezember hat Christoph Grotjahn neben der Leitung der Inneren Medizin am Klinikum Großburgwedel auch den Posten als Chefarzt der Inneren Medizin in Lehrte übernommen. Die Etablierung eines altersmedizinischen Zentrums im Krankenhaus an der Manskestraße werde aber weiter fortgesetzt, betont Gerdau.

Nun hat der zuständige Krankenhausplanungsausschuss des Landes die Pläne des KRH für Großburgwedel und Lehrte auf Eis gelegt. Er bemängelt unter anderem die Aufstockung der Bettenzahl in Burgwedel im Rahmen des Neubaus von derzeit 223 auf dann rund 370. Dem Konzept mangele es an „Strukturoptimierung“, es müsse nachgebessert werden, heißt es.

Gerdau betont, dass das Land gleichwohl seine „Unterstützung für das Ziel der geplanten Schwerpunktversorgung“ signalisiert habe. Damit ist die Zusammenfassung der Kliniken in Burgwedel, Lehrte und Laatzen zu einem orgainsatorischen Klinikum Ost gemeint – und damit auch der Aufbau des geriatrischen Schwerpunkts in Lehrte. Gerdau sagt aber auch, dass das bereits entwickelte Raum- und Funktionsprogramm nun angepasst werden müsse. Die inhaltliche Ausrichtung des Konzepts bleibe aber bestehen.

Darauf pocht auch Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk. „Die Stadt vertraut darauf, dass die Planungen auf Grundlage der gefassten Beschlüsse angepasst werden“, sagt er. Ähnlich äußert sich der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Bodo Wiechmann. Man müsse nun zunächst genau verstehen, was die Einwände des Landes gegen die Pläne sind, sagt er. Am Weg der Erweiterung des Lehrter Krankenhaus mit einer altermedizinischen Abteilung gehe aber kein Weg vorbei. Dieses Konzept sei „zukunftsfähig“, meint Wiechmann. Dafür werde man politisch auch gern weiter kämpfen.

Bernward Schlossarek, Lehrter und Chef der CDU-Regionsfraktion, formuliert es schärfer. Er seit verwundert über die Entscheidung des Landes, den Förderantrag für den Neubau in Großburgwedel und den Erweiterungsbau in Lehrte abzulehnen. Und er erwarte vom sozialdemokratisch geführten Sozialministerium, dass es sich „seiner Verantwortung für das Klinikum Region Hannover nicht entzieht“. Schlossarek pocht darauf, dass der im März 2016 einstimmig gefasste Beschluss der Regionsversammlung zur Medizinstrategie weiterhin Bestand hat. Dabei sieht er nebem dem Land aber auch die Region Hannover in der Verantwortung. Diese werde eigene Finanzmittel aufbringen müssen, um dem Klinikum bei der Umsetzung der Medizinstrategie zu helfen.

Von Achim Gückel

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