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Unfallschwerpunkt Hämelerwald: Ortspolitiker wollen das nicht länger hinnehmen.

Unfallschwerpunkt Hämelerwald: Ortspolitiker wollen das nicht länger hinnehmen.
© Achim Gückel

Kritik an Baustellen-Planung auf A2

„Gefährlichster Autobahnabschnitt in Deutschland“

Nach den zwei jüngsten schweren Unfällen auf der Autobahn 2 bei Hämelerwald üben jetzt Ortspolitiker massive Kritik an der Koordinierung der Baustellen auf der Hauptverkehrsader.

Hämelerwald.  Die Autobahn 2 bei Hämelerwald und Lehrte darf nicht länger ein Unfallschwerpunkt bleiben. Die dortigen Bauarbeiten müssen besser koordiniert und schneller abgearbeitet werden. Und wenn es schon auf der A2 gekracht hat, braucht es eine deutlich bessere Verkehrslenkung auf den Umleitungsstrecken. Diese Forderungen haben Politiker aus dem Ortsrat Hämelerwald am Dienstagmittag angesichts der zwei jüngsten schweren Unfälle auf der Hauptverkehrsader am Montag- und Dienstagmorgen formuliert.

Solche Karambolagen mit Toten und Schwerverletzten sowie die daraus folgenden Staus seien nicht nur eine große Belastung für all jene, die die A2 nutzten, sondern auch für die Bürger der benachbarten Ortschaften sowie die Feuerwehren. Die Freiwillige Feuerwehr Hämelerwald jedenfalls komme durch die vielen Einsätze auf der Autobahn „an ihre Belastungsgrenze“, heißt es in einem Schreiben der Ortspolitiker. Der Unfallschwerpunkt auf der A2 sei „nicht länger hinnehmbar“.

Verfasst wurde das Papier von Ortsbürgermeister Dirk Werner, seinem Stellvertreter Thomas Schorn und Roland Panter für die Ortsratsfraktion aus SPD, FDP und Grünen. Ironisch bemerken sie, dass Hämelerwald mittlerweile „bundesweite Bekanntheit“ erlang habe – und zwar wegen der „überproportionalen Präsenz der Autobahnabfahrt im Verkehrsfunk“. Die A2 in diesem Abschnitt habe als „gefährlichste Autobahn in Deutschland“ traurige Berühmtheit erlangt.

Auslöser für die schweren Unfälle seien die vielen, langfristig angelegten Baustellen sowie die Fahrweise vieler Auto- und Lastwagenfahrer, die Abstandsregeln, Überholverbote und Tempolimits nicht beachteten. Es sei jedoch zwingend notwendig, die Anzahl und die Dauer der Baustellen zu bezgrenzen. „Trotz der damit verbundenen Kostensteigerungen erscheint es dringend sinnvoll, dass auf Autobahnen und besonders an bereits bekannten Unfallschwerpunkten im Dreischichtsystem mit entsprechendem Personaleinsatz gearbeitet wird“, schreiben die Ortspolitiker.

Bauarbeiten auf Autobahnen wie der A2 bei Hämelerwald vergleichen sie mit einer „Operation am offenen Herzen“. Diese plane man ja auch schnell und effektiv. „Da wird nicht mal – wie aktuell auf der Autobahn – die Bauzeit um mehrere Wochen verlängert“, heißt es in dem Schreiben. Auf der dicht befahrenen A2 könne man sich „die folgenreichen Planungen eines gemütlichen und bequemen Baustellenmanagements“ nicht mehr leisten, kritisieren die Hämelerwalder Politker. Darüber hinaus seien technische Hilfen in Lastwagen notwendig, etwa Abstandwarner. Diese gelte es verpflichtend einzubauen.

Die Koordinierung der Bauarbeiten sei dabei deutlich verbesserungswürdig. Nur ein Jahr nach Abschluss von Bauarbeiten im Bereich Lehrte werde an gleicher Stelle wieder gebaut. Zugleich seien noch wichtige Ausweichrouten wie die B 65 im Bereich Sehnde mit Baustellen belegt. Das erhöhe den Druck auf andere Straßen, die für solche Verkehrsmassen nicht ausgelegt seien – etwa die Strecke von der Autobahnabfahrt Hämelerwald über Sievershausen, Arpke und Immensen bis nach Lehrte Ost. Die Verkehrslenkung für die Umleitungen müsse schon ab Braunschweig in Richtung Hildesheim und Hannover einsetzen.

Bei den zwei jüngsten Unfällen am Montag- und Dienstagmorgen auf der A2 bei Hämelerwald hatte es einen Toten und zwei Schwerverletzte gegeben. Jeweils waren Lastwagen auf das Stauende vor der Baustelle im Bereich Lehrte-Ost aufgefahren. Die Unfallstellen befanden sich jeweils nur einige hundert Meter westlich der Anschlussstelle Hämelerwald.

Von Achim Gückel


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