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Nachrichten Haft für Gewaltorgie in Flüchtlingsunterkunft
Region Lehrte Nachrichten Haft für Gewaltorgie in Flüchtlingsunterkunft
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00:15 22.09.2016
Keine Mordmerkmale festgestellt: Deshalb hat das Landgericht Hildesheim den Sudanesen nur wegen versuchten Totschlags verurteilt. Quelle: Rainer Dröse (Symbolfoto)
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Lehrte

Der Angeklagte hatte sein Opfer im September und November 2014 attackiert. Im ersten Fall hatte er diesem mit einem Küchenmesser in die Hand gestochen und mit dem Kopf auf den Boden geschleudert, bis er bewusstlos liegenblieb. Beim zweiten Mal trat er ihn gegen den Kopf und schlug ihm eine Flasche ins Gesicht, bis diese zerbrach. Doch die Kammer habe nicht erkannt, dass er aus Heimtücke, Grausamkeit, niederen Beweggründen wie Habgier oder gar aus Mordlust gehandelt habe, sagt Gerichtssprecher Felix Muntschick.

So blieb es beim versuchten Totschlag. Dass das Opfer keine bleibenden Schäden davongetragen hat, wertete das Gericht strafmildernd. Völlig unterschiedlich hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung den Fall beurteilt: Der Staatsanwalt hatte vier Jahre und zehn Monate gefordert - die Verteidigung eine Bewährungsstrafe.

Irritationen gab es beim Prozessauftakt Ende August. Da war der Sudanese nicht erschienen - die Polizei hatte ihn aus der Flüchtlingsunterkunft in Lehrte abholen und vorführen müssen. Denn es waren trotz des schwerwiegenden Tatvorwurfs im Vorfeld weder ein Haftbefehl noch Untersuchungshaft angeordnet worden. Der Gerichtssprecher hatte das damit erklärt, dass sich seit den Taten vor knapp zwei Jahren keine Hinweise darauf ergeben hätten, dass sich der Angeklagte dem Verfahren entziehen und untertauchen wolle.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte kann noch Revision einzulegen. Dabei würde das Verfahren aber nicht neu aufgerollt, sondern lediglich das Urteil auf Formfehler überprüft.

Von Oliver Kühn

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