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Nachrichten Vergewaltigung: Opfer erscheint nicht vor Gericht
Region Lehrte Nachrichten Vergewaltigung: Opfer erscheint nicht vor Gericht
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00:36 20.05.2018
Der Prozess gegen einen Lehrter wegen schwerer Vergewaltigung ist vorerst geplatzt. Quelle: Arne Dedert
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Lehrte/Hildesheim

 Der Vorwurf wiegt schwer: Wiederholte und besonders schwere Vergewaltigung lastet die Staatsanwaltschaft einem 34-jährigen Lehrter an. Der Prozess am Landgericht Hildesheim musste nun aber ausgesetzt werden. Denn an den zwei geplanten Verhandlungstagen im April und Mai erschien das mutmaßliche Opfer nicht zur Aussage vor Gericht. Ohne die Frau als entscheidende Person der Anklage sei der Prozess nicht durchführbar, verdeutlicht Gerichtssprecher Philipp Suden.

Die Anklageschrift klingt furchtbar. Der 34-Jährige soll seine damalige Lebensgefährtin zwischen dem 16. und 22. Oktober vergangenen Jahres gegen ihren Willen in seiner Wohnung in Lehrte festgehalten, eingesperrt und drangsaliert haben. Der Frau sei es in dieser Zeit nicht möglich gewesen zu flüchten – obwohl sie zu keiner Zeit gefesselt oder festgebunden gewesen sein soll. Mehrfach habe der Angeklagte seine Lebensgefährtin zum Geschlechtsverkehr gezwungen, heißt es. Dabei soll der Peiniger die Frau auch durch einen Schlag mit einem Schlagring gefügig gemacht haben. Auch vom Einsatz einer Eisenstange ist in der Anklageschrift die Rede.

Die Frau erlitt bei dem mehrtägigen Martyrium eine Gehirnerschütterung und Prellungen. Erst nach knapp einer Woche in der Wohnung gelang ihr die Flucht. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei und gab das Geschehen, dass nun zur Verhandlung steht, zu Protokoll.

Doch vor Gericht erschien sie nun nicht – und zwar gleich an beiden vorgesehenen Verhandlungstagen. Warum sie das nicht tat, ob aus Furcht vor dem Angeklagten und der Verhandlung oder weil sie den 34-Jährigen nun plötzlich in Schutz nehmen möchte, ist völlig unklar. Über den Aufenthaltsort der Frau wisse man nichts, heißt es. Und der Angeklagte hat laut Suden vor Gericht von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht.

Nun soll die Polizei versuchen, das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer zu finden und zum Erscheinen vor Gericht zu bewegen. Ein neuer Verhandlungstermin ist laut Suden aber noch nicht ins Auge gefasst worden.

Von Achim Gückel

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