Navigation:
Der Streit um das geplante Aldi-Logistikzentrum bei Aligse geht in die nächste Runde.

Der Streit um das geplante Aldi-Logistikzentrum bei Aligse geht in die nächste Runde.
© Achim Gückel

Lehrte

Aldi: Stadt hält an Plan fest, NDR sendet Beitrag

Die Stadt Lehrte hält an den umstrittenen Plänen für den Bau eines Aldi-Logistikzentrums bei Aligse fest. Schon am Montagabend sendet der NDR einen  Beitrag zu dem Streitthema.

Aligse.  Die Diskussion um das Streitthema „Aldi-Logistikzentrum“ geht in eine neue Runde. Die Lehrter Stadtverwaltung hat jetzt die Änderung des Flächennutzungsplans sowie den teils überarbeiteten und mit einer Vielzahl von ergänzenden Stellungnahmen untermauerten Bebauungsplan neu vorgelegt. Sie schlägt der Politik vor, an dem von den meisten Aligsern vehement abgelehnten Vorhaben festzuhalten. Die Stadt möchte aber, dass der Rat eine erneute Auslegung des Bebauungsplans beschließt, bei der Bürger ihre Einwände geltend machen können. Man wolle „größtmögliche Transparen“ in dem Thema, heißt es aus dem Rathaus.  Bereits am Dienstag ab 19.30 Uhr berät der Ortsrat Aligse-Kolshorn-Röddensen dazu. Am Montag, 4. Dezember, folgt die öffentliche Debatte im Bau- und Umweltausschuss.

Über das, was die Stadtverwaltung zum Aldi-Logistikzentrum in den Beratungsvorlagen für die Politik schreibt, werden die Gegner des Projekts alles andere als glücklich sein. Zur oft gestellten Frage, ob vor der Wahl des Standorts südwestlich von Aligse andere potenzielle Bauflächen im Stadtgebiet untersucht wurden, gibt das Rathaus eine klare Antwort. Diese Prüfung habe es schon zu Beginn der Standortsuche gegeben. Aber nur die Fläche zwischen Aligse und der Autobahn 2 erfülle die Anforderungen der Firma Aldi und entspreche gleichzeitig dem gültigen Flächennutzungsplan sowie dem Stadtentwicklungskonzept Lehrtes.

Auch in Sachen Lärm, Verkehr und Feinstaubbelastung kommt die Stadtverwaltung nicht zu einem Ergebnis, dass die Ansiedlung des Loigistikzentrums ausschließen würde. An der Ortsdurchfahrt in Aligse etwa sei der Lärm in der ersten Häuserreihe schon jetzt über der Schwelle der Gesundheitsgefährdung. Durch den zusätzlichen Verkehr, den Aldi verursachen würde, steige der Wert aber nur in verschwindend geringem Maß. Und beim Feinstaub liege die Belastung im gesamten Stadtgebiet derart weit unter den zulässigen Grenzwerten, dass „eine Gefährdung gesunder Arbeitsplatzverhältnisse oder gar die Beeinträchtigung des Wohnens in den mindestens 300 Meter entfernt liegenden Wohngebieten des Ortsteils Aligse ausgeschlossen sind“, heißt es wörtlich.

In anderen Bereichen der Planung kommt die Stadt indes zu neuen Erkennnissen. So sei bisher die sogenannte Bewertung der Biotypen nicht exakt gewesen. Bisher wurden diese zu gering angesetzt, und die Ausgleichsmaßnahmen in der Natur, die Aldi für den Bau des Logistikzentrums anstellen muss, müssen wachsen. Zu diesem Zweck soll es eine weitere sogenannte Kompensationsfläche in der Gemarkung Röddensen geben, auf denen ein Eichenmischwald und eine Grünfläche entstehen sollen.

Darüber hinaus bewertet die Stadt die bisher als Notausfahrt bezeichnete Anbindung des Aldi-Geländes an die Straße Zum Meersefeld neu. Diese war bisher als Rad- und Fußweg geplant, sollte aber in Notfällen als An- und Abfahrtsweg zum Logistikzentrum dienen können. Viele Aligser hatten befürchtet, diese Regelung könne dazu führen, dass die Aldi-Lastwagen unkontrolliert und häufiger als vorgesehen durch das Gewerbegebiet Meersefeld und den Ort fahren. Jetzt will die Stadt dieses mit einem strikten Ein- und Ausfahrtverbot unterbinden. Fabian Nolting, Sprecher der Verwaltung, tritt außerdem einem Gerücht entgegen: Über die Straße An der Kreuzeiche am Aligser Ortsrand werde zu keiner Zeit Lastverkehr rollen, der mit Aldi zu tun hat - weder in der möglichen Bauphase noch im Betrieb des Logistizzentrums.

Nolting betont, dass die Stadt nicht nur die Änderungen im Bebauungsplan neu öffentlich auslegen will, sondern das gesamte Planungswerk. „Es wird alles offen dargelegt, dann sind wieder Einwendungen möglich, wir lassen alle Hinweise zu“, sagt er. Schon am 6. Dezember soll der Rat der Stadt den nächsten Schritt in Sachen Aldi-Logistikzentrum machen. Der Ortsrat Aligse-Kolshorn-Röddensen trifft sich für seine Beratungen über das höchst umstrittene Thema am Dienstag an einem Ort, der für viel Publikum Platz bietet. Die Sitzung findet im der Aligser Sporthalle statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Schon zuvor, am Montagabend um 20.15 Uhr, bekommt das Aligser Streitthema auch überregional ein Forum.  Dann strahlt das NDR im Magazin „Markt“ einen Fernsehbeitrag zum Ringen um das Aldi-Logistikzentrum aus, wie kurzfristig bekannt wurde. Dazu hatte ein Filmteam im Oktober Gegner des Projekts interviewt und auch Aufnahmen an der für den Bau vorgesehenen Fläche gemacht. Der Filmdreh in einer Ortsratssitzung scheiterte an dem Nein einzelner Ortsratspolitiker, die Aufnahmen von sich untersagten. Mit Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk hatte das NDR-Team anschließend aber ein etwa einstündiges Gespräch samt Filmaufnahmen vereinbart.

Von Achim Gückel


Anzeige

Lehrte ist ...

  • ... eine Stadt östlich von Hannover mit mehr als 43.000 Einwohnern.
  • ... 2009 zu Niedersachsens fahrradfreundlichsten Kommune gewählt worden.
  • ... eine Stadt mit langer Eisenbahnertradition.
  • ... Heimat des Blues-Festival, bei dem neben regionalen Bands auch internationale Musiker auftreten.
  • ... 6x pro Woche Thema im Anzeiger, die als Heimatzeitung in Lehrte der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
Ihre Region
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h