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Region Lehrte Nachrichten Es gibt zu viele Erdbeeren auf dem Feld
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01:36 02.06.2018
Obstbauer Harm Nöhre macht sich Sorgen um seine Erdbeeren. Quelle: Michael Schütz
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Lehrte

Die meisten Menschen freuen sich in diesen Tagen über die hochsommerlichen Temperaturen im Frühling. 30 Grad und Sonnenschein satt laden zum Baden und kulinarisch bietet der späte Mai außerdem leckere Erdbeeren –am besten direkt vom Feld. Dem Lehrter Obst- und Gemüsebauern Harm Nöhre treiben das Wetter und die Lage auf der Erdbeerplantage am Rand des alten Dorfs eher die Sorgenfalten auf die Stirn. Der Lehrter ist Obst- und Gemüsebauer im Alten Dorf und sieht derzeit mit kritischem Blick auf seine Erdbeerfelder. Das Wetter ist einfach zu gut für die schmackhaften roten Früchte.

„Es wird zu viel auf einmal reif“, sagt Nöhre. Es sei weniger das Problem, die Erdbeeren zu ernten, aber man komme mit dem Verkaufen kaum hinterher. „Zwar werden bei warmen Wetter auch mehr Erdbeeren gegessen, aber nicht so viele wie jetzt geerntet werden“, betont der Landwirt. Um die Früchte gleichmäßig zu ernten, wäre jetzt bedeckter Himmel und 18 Grad ideal, meint der Landwirt. Die seien aber in den nächsten Tagen nicht in Sicht. Und auch die Abkühlung samt Gewitter und etwas regen in der Nacht zum Donnerstag habe an der ungewöhnlichen Gesamtlage nichts geändert.

Befürchtungen, dass die Erdbeersaison wegen der Hitze und schnellen Reife der Früchte in diesem Jahr kürzer ausfallen würde, tritt Nöhre entgegen. „Wir haben noch Spezialkulturen, die jetzt erst blühen“, sagt er. Diese würden erst im Juni erst. Grundsätzlich werde es noch bis in den Juli hinein frische Erdbeeren geben. Sorgen bereitet Nöhre aber das Feld, auf dem die Selbstpflücker ihre Körbe füllen können. Hier bekommen die Früchte in diesem hochsommerlichen Mai eine derart hohe Dosis Sonne, dass sie regelrecht verbrennen, wie Nöhre erläutert: „Da kann man so viel wässern, wie man will.“ Seine Stammkunden seien es gewöhnt, noch bis in den Juni hinein selbst in die Pflanzen zu gehen. Nöhre hat aber die Befürchtung, dass er das Selbstpflücken in diesem Jahr im Juni gar nicht mehr anbieten kann.

Für die Erdbeeren, die in seinem Hofladen auf dem Nöhrenhof im alten Dorf nicht abverkauft werden können, hat Nöhre allerdings eine Lösung. „Die verarbeiten wir zu Marmelade“, sagt er schmunzelnd.

Die Pflanzen schalten einen Gang hoch

Der Lehrter Harm Nöhre ist mit dem Problem des Erdbeer-Überangebots nicht allein. In ganz Niedersachsen gehe auf den Erdbeerfelder derzeit „die Post ab“. So drückt es jedenfalls die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft in einer Pressemitteilung aus. Sie rät dazu, jetzt auf die Felder zu gehen und selbst zu pflücken. Die Körbe seien dann „ruckzuck voll“. Die hohen Temperaturen im Mai hätten nach einem langen und kalten Frühjahr quasi dafür gesorgt, dass die Erdbeerpflanzen „einen Gang hochschalten“ und neben der Blattmasse sofort auch Früchte ausgebildet hätten. „Das schöne Wetter lässt die Beeren dann extrem schnell reifen“, sagt Peer Sander, Vorsitzender des Anbauervereins „Die Pflückfrischen“. Die Qualität der Früchte nennt er „ausgezeichnet“. Hinzu komme, dass insbesondere die Region Hannover in diesem Frühjahr bisher von Unwettern und Starkregen verschont blieb. Dem Verein „Die Pflückfrischen“ gehören 23 Erdbeerbauern in Niedersachsen an. ac

Von Michael Schütz

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