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Die Proben zum niveauvollen Stück um Pater Brown geraten ein ums andere Mal aus dem Ruder.

Die Proben zum niveauvollen Stück um Pater Brown geraten ein ums andere Mal aus dem Ruder.© Sandra Köhler

Lehrte

Brummerbühne feiert nach einem Jahr Comeback

"Wir haben kein leichtes Jahr hinter uns, das wisst ihr alle", begrüßte Spielleiterin Maren Kühn die rund 180 Besucher zur Premiere der Brummerbühne in Scheuers Hof. "Umso mehr freuen wir uns, das wir für euch spielen dürfen." Die Zuschauer dankten es mit Szenenapplaus, großem Gelächter und Lachtränen.

Immensen. Denn die Laientheaterspieler lieferten nach der wegen eines Todesfalls ausgefallenen Saison 2016 mit dem Dreiakter "Dieses mal was mit Niveau!" von Andreas Heck einen gelungenen Einstieg ab. "Beim nächsten Mal machen wir wieder was Niveauloses", versprach Kühn nach dem Schlussapplaus augenzwinkernd. Das Stück handelt davon, dass ein Theaterverein sein Publikum im Jubiläumsjahr mit etwas Niveauvollem statt Bauernstücken und ländlich-seichten Boulevardkomödien überraschen will. Mit "Pater Brown und das Geheimnis der alten Gräfin“ will die Vorsitzende Beate Sperber (Inta Graß) einen lustig-verschmitzten Kriminalklassiker inszenieren.

Die Damen der Truppe sind begeistert, die Männer entsetzt: "So einen ollen Schinken?", mokiert sich Bühnenbauer Gerhard (Uwe Anders). Sein Kollege Heinz springt ihm bei: "Und auch noch mit einem Engländer?" Das komme doch bei ihren Leuten aus Immensen im Leben nicht an, sind sich beide einig und machen sich trotzdem an die Arbeit der lediglich rudimentären Kulisse von Chesterfield Manor. Und bekommen dabei gar nicht mit, dass in den frühen Morgenstunden die Sparkasse in Immensen überfallen wurde. Räuber Klunker Kurt (Mark Garbutt) gerät in den Probenraum und versteckt die Beute. Als er hört, dass das Dorf abgeriegelt ist, gibt er den sehnsüchtig erwarteten französischen Profi-Regisseur, den Kassenwartin Trudel im Internet auf www.profi-regisseure-billiger.com gebucht hat. Und schon entspinnen sich die Verwirrungen.

"Man muss die hiesige Truppe ja unterstützen", sagte ein Arpker, der bereits mehrere Vorführungen der Brummerbühne erlebt hat. Einen netten Abend verbringen, lachen können, sich ein wenig berieseln lassen, das erwarteten auch andere Besucher. Und sie wurden nicht enttäuscht. Bei herrlich überzeichneten Figuren wie dem blasiert auftretenden Möchtegernregisseur und der sehbehinderten Souffleuse Lisa (Bianka Schäffer), die den Schaufensterpuppen im Dessousladen die Rollen vorlesen wollte, kam schnell Stimmung auf.

Besonders schön: Das Klingeldurcheinander, das sich nach Gerhards Bemerkung entspinnt: "Was soll das denn, so geht doch nicht die Klingel in einem englischen Herrenhaus. Das hörtsich ja an wie die alte Bimmel in der Mietskaserne von Tante Trude in Wanne-Eickel." Oder auch der Running Gag des Stücks, der zungenbrecherische Titel der Gräfin Baroness of Eastern Chesterfield by Middlewick Yorkshiretire at Sussington Elstershire Growington Sheldonbutton, der Gerhard erst nach einem unsanften Schlag auf den Hinterkopf über die Zunge will.

Wer die Aufführung hautnah erleben will, sollte sich ranhalten: Die Termine in Hämelerwald und Sievershausen sind restlos ausverkauft, für den 17. , 18., und 19. November im Tritonus Schwüblingsen gibt es noch Restkarten.

Von Sandra Köhler


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