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Breite Mehrheit: Lehrtes Politiker sind nahezu ausnahmslos für die Fortführung des Planverfahrens zur Ansiedlung des Aldi-Logistikzentrums.

Breite Mehrheit: Lehrtes Politiker sind nahezu ausnahmslos für die Fortführung des Planverfahrens zur Ansiedlung des Aldi-Logistikzentrums.
 © Achim Gückel

Lehrte

Aldi-Logistikzentrum: Politiker treiben Pläne voran

Die Vorarbeiten für das Aldi-Logistikzentrum gehen trotz der Proteste aus Aligse unvermindert weiter. Bau- und Umweltausschuss haben jetzt mehrheitlich Ja zum Fortgang des Planverfahrens gesagt.

Lehrte/Aligse.   Allen Protesten und Befürchtungen aus Aligse zum Trotz: Lehrtes Politiker sind offenbar fest entschlossen, die Planungen für die Ansiedlung des riesigen Aldi-Logistikzentrums am südwestlichen Rand des Dorfes voran zu bringen. In einer gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Bauausschuss gab es am Montagabend breite Mehrheiten für die notwenige Änderung des Flächennutzungsplans sowie die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplans. Am Mittwochabend hat der Rat der Stadt das letzte Wort zu der Angelegenheit. Er kommt um 18 Uhr im Saal des Rathauses zusammen.

Der Abstimmung war ereut eine ausführliche Darlegung der derzeitigen Planungen vorausgegangen. Dabei hatte Projektplaner Georg Böttner den Stand der Dinge dargestellt und auch gesagt, dass es legitim sei, wenn die Aligser jetzt sagten „das Ding wollen wir nicht und basta“. Trotzdem spreche aus planerischer Sicht nichts gegen das Vorhaben. Es gebe „keinen wesentlichen Zusatzverkehr“, sagte Böttner. Die Zunahme des Lärms durch Aldi sei „nicht wahrnehmbar“, und in dieser Hinsicht sei eher die Autobahn das große Problem für die lärmgeplagten Aligser.

Die Aligser Bürger, die anschließend ausführlich zu Wort kamen, mochten den Ausführungen des Planers nicht folgen. Der Lärm sei eine „subjetive Belastung“ und habe sich schon jetzt „gewaltig verstärkt“, sagte einer von ihnen. Ein anderer kritisierte, dass man sich im Rathaus viel zu früh auf die Fläche bei Aligse festgelegt habe und nun „auf Biegen und Brechen“ an den Plänen festhalte. 

Die politische Bewertung des Angelegenheit sieht anders aus. SPD-Fraktionschef Bodo Wiechmann, selbst Aligser, erinnerte daran, dass in der jüngst heftig umstrittenen Frage zur Ausweisung eines Industriegebietes, in dem ein 24-Stunden-Betrieb zulässig ist, schon zu Beginn des Planverfahrens Klarheit herrschte. Das habe bereits im März 2016 in den entsprechenden Vorlagen gestanden. Wiechmann betonte auch, dass die direkte Verkehrsanbindung des Logistikzentrums an die Westtangente eine Vorausstezung für den Bau ist. „Wenn diese nicht erfüllt wird, ist das Projekt beendet“, sagte Wiechmann. Und Wichmann gab auch zu, dass Aligse schon jetzt ein massives Lärmproblem habe und der Bau des Logistikzentrums ein schwerwiegender Eingriff in die Landschaft und Natur darstellt.

Trotzdem gelte es, den Planungen mit Blick auf den Wirtschaftsstandort Lehrte, Arbeitsplätze und Steueraufkommen zuzustimmen, hatte Wiechmann schon in früheren Sitzungen betont. Armin Hapke (CDU) bezeichnete das Aldi-Projekt als „denkwürdigen Meilenstein“ für Lehrte und die Diskussion darum als „emotionsgeladen“. Die CDU plädiere daher mit Ja zum Logistikzentrum. Christdemokrat Ralf Wengorsch aus Steinwedel indes betonte, dass Aligse schon jetzt über Gebühr mit Lärm und Verkehr belastet sei. Nur er votierte anschließend in den Abstimmungen zu Bebauungsplan und Flächennutzungsplan mit nein. Gegen den Flächennutzungplan stimmte auch Martin Schiweck (CDU) aus Aligse.

Christoph Lokotsch (Linke) betonte in seiner Stellungnahme, die in den vergangenen Monaten von der Bürgerinitiative gegen das Logistikzentrum vorgebrachten Argumente seien „nicht schlüssig“ gewesen, der Verkehr „niedriger als suggeriert“. Christian Gailus von den Grünen betonte, dass die Halle „irgendwo hin“ müsse, man aber auf jeden Fall an der Lärmproblematik arbeiten müsse.

Von Achim Gückel


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