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Nachrichten Ausreißer gefasst
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Aus einem Zoo in Holland als Geschenk auf dem Weg zu einem Tierpark in Tschechien: Der kleine Springinsfeld.
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Doch an der Raststätte Lehrter See, wo er gegen 13 Uhr angehalten hatte, um die Tiere zu füttern, mussten ihm Polizei und Feuerwehr zu Hilfe eilen, weil das Känguruweibchen aus dem Transporter ausgebüxt war. „Ich hatte das Tier gerade mit Äpfeln und Wasser versorgt und deshalb den Käfig geöffnet, als plötzlich jemand hinter mir laut hupte“, erläuterte Valler. Das Beuteltier erschreckte sich und trat die Flucht nach vorn an. Nachdem es aus dem Transporter gesprungen war, hüpfte es über die Rastanlage.

Beim Eintreffen der Helfer war das Jungtier in ein Gebüsch vor einem Erdwall an einem benachbarten Neubaugebiet geflüchtet. Zwei Polizeibeamten gelang es, das Känguru entlang der Lärmschutzwand wieder in Richtung Rastanlage zu treiben. Als Michael Valler und die Helfer das Känguru schon eingekesselt hatten, schlug das Weibchen plötzlich einen Haken und entkam ein zweites Mal.

Der Transporterfahrer machte sich erneut auf die Suche nach seiner Ladung. Zahlreiche Anwohner hatten sich in der Zwischenzeit vor Ort versammelt, um die Jagd nach dem Ausreißer zu verfolgen. Unterstützt wurden die Helfer zu diesem Zeitpunkt auch von den Tierrettern der Feuerwehr. Als diese das entlaufene Weibchen wenig später in einem Gebüsch entdeckten, entschieden sie, das Känguru mit einem Gewehr zu betäuben, um es einfangen zu können. Zwar verfehlte der Pfeil sein Ziel nicht, doch offensichtlich war beim ersten Versuch die Dosierung des Betäubungsmittels nicht hoch genug. Das Känguru entkam ein weiteres Mal. „Wir müssen die Menge des Mittels immer nach dem Körpergewicht berechnen. Im Zweifel nehmen wie eher eine zu niedrige als eine zu hohe Dosis. So ist es wohl auch in diesem Fall gewesen“, sagte Andreas Hamann von der Feuerwehr.

Gegen 14.45 Uhr konnten die Tierretter einen zweiten Versuch wagen. Diesmal sackte das Tier sofort in sich zusammen und konnte zur Behandlung in die Tierärztliche Hochschule (TiHo) gebracht werden. Dort stellten die Experten fest, dass es sich um ein etwa 50 Zentimeter großes Bennett- oder auch Rotnacken-Wallaby handelt. Wallabys sind in ganz Australien insbesondere an der Küste vertreten. Daneben bewohnen sie auch Neuguinea. „Das Känguru ist nur kurz bei uns versorgt worden. Es war nicht verletzt, nur noch etwas schläfrig“, so Sonja von Brethorst von der TiHo. Anschließend konnte Michael Valler seinen Transport mit allen Tieren fortsetzen. „Ich mache das jetzt schon drei Jahre. Aber so etwas wie heute ist mir noch nicht passiert“, sagte der 37-Jährige zum Abschied.

von Tobias Morchner

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