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Kontroverse Meinungen in der Alten Schlosserei: Rund 50 Gäste besuchen die Anwohnerversammlung zum Thema Wochenmarkt.

Kontroverse Meinungen in der Alten Schlosserei: Rund 50 Gäste besuchen die Anwohnerversammlung zum Thema Wochenmarkt.
© Achim Gückel

Lehrte

Standort für den Markt: Meinungen sind geteilt

Soll der Wochenmarkt auf den Platz vor das City-Center umziehen? Rund 50 Gäste sind zu einer Anwohnerversammlung zu diesem Thema gekommen. Die Meinungen dabei gingen weit auseinander.

Lehrte.  An der Matthäuskirche oder am City-Center? Wenn es um die Frage nach dem richtigen Standort für den Wochenmarkt geht, scheiden sich in Lehrte die Geister. Das ist am Montagabend bei einer Versammlung zu dem Thema in der Alten Schlosserei deutlich geworden. Dazu kamen rund 50 Gäste – allerdings nur wenige aus der wichtigsten Zielgruppe des Abends, den Anwohnern im Bereich des City-Centers.

Die Lage sieht so aus: Die Markthändler befürworten wegen schwindender Kundschaft und Umsätze mehrheitlich den Umzug vom Marktplatz an der Kirche hin zum City-Center an der Burgdorfer Straße. Ebenso denken manche Kunden sowie Geschäftsleute aus dem Neuen Zentrum in der City. Andere Lehrter, unter ihnen Geschäftsleute aus dem Bereich der Matthäuskirche, wollen den Markt jedoch am angestemmten Platz behalten. Sie werfen der Stadt und den Betreibern der Gesellschaft Attraktive Wochenmärkte vielmehr vor, jahrelang nicht genug für die Attraktivität des Markts am Sonnabendvormittag getan zu haben. Daher sei es kein Wunder, wenn es mit dem Wochenmarkt bergab gehe.

Michael Großmann, Fachbereichsleiter für Bürgerservice bei der Stadt, hatte zu Beginn der Versammlung betont, man wolle an dem Abend „ein Stimmungsbild“ der Lehrter abfragen. Dieses solle dann der Politik bei der Entscheidungsfindung helfen. Eine Standprobe der Marktbeschicker vor dem City-Center habe aber bereits ergeben, dass dort genug Platz für 17 Stände ist. Raum für Expansion gebe es dort aber nicht. „Der Anzug ist dort auf Kante genäht“, sagte Großmann. Die komplizierte und zeitlich genau abgestimmte Anfahrt der Marktbeschicker solle in den frühen Morgenstunden aus vier verschiedenen Routen geschehen. Das sei aber problemlos möglich.

Das sahen einige Besucher anders.  „Alles zu eng. Es wird auf dem Platz ein Chaos ohne Ende geben“, sagte eine Dame. Und Christian Maaßen, der an der Matthäuskirche eine Bäckerei betreibt, prophezeite der Kundschaft eines Wochenmarkts am City-Center ein Parkplatzproblem. Er und Carsten Stache, Fleischermeister mit Laden im Schatten der Matthäuskirche, brachen eine Lanze dafür, den Markt am angestammten Platz zu belassen. Man müsse ihn nur attraktiver gestalten, sagte Stache. Andere Besucher klagten über die ohnehin schon spärlichen Einkaufsmöglichkeiten im Alten Dorf. Und nun wolle man „den alten Leuten dort auch noch den Markt wegnehmen“, sagte eine Besucherin.

Es gab aber auch andere Meinungen. Marktbeschicker Hendrik Stolze aus Schwüblingsen – er war der einzige seiner Zunft an diesem Abend in der Alten Schlosserei – sagte, er sehe „keine Chance, die Attraktivität des Markts am alten Standort zu erhöhen“. Am City-Center könne er jedoch neue Attraktivität gewinnen. Die Umgebung mit Eisdielen und Cafés habe mehr Flair und komme dem neuen Ansprüchen der Kunden entgegen, die von einem Wochenmarkt einen Freizeitcharakter erwarteten. „Der Standort vor dem City-Center wird belegt, ich sehe da große Chancen“, sagte Regina Rosenbaum, Betreiberin des Bettenhauses Welge an der Burgdorfer Straße. Und Geschäftsfrau Pia Wäsch meinte, der Markt müsse „den neuen Standort versuchen, bevor er tot ist.“ Dafür erhielt sie großen Applaus.

Georg Böttcher, Geschäftsführer des Marktbetreibers Attraktive Wochenmärkte, betonte schließlich, dass letzlich die Lehrter Kundschaft entscheide, wie es mit dem Wochenmarkt weitergeht. An der Marktkirche werde sie immer weniger, und kürzlich habe sich wieder einer der Standbetreiber abgemeldet, sodass nun noch 16 Stände übrig seien. „Der Umzug ist eine Chance, dass der Markt in Lehrte weiter existiert“, sagte Böttcher.

Von Achim Gückel


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