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Region Lehrte Nachrichten Bagger reißt alte Hofstelle an der Stuckenstraße ab
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02:16 09.03.2018
Baggerführer Jurij Gerdt macht der alten Hofstelle den Garaus. Quelle: Sandra Köhler
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 Nach etwas mehr als 180 Jahren muss sie weichen, die Hofstelle an der Stuckenstraße 3. „Der Spanier reißt wieder einmal ein Haus ab“, scherzt Manuel Hermida-Lorenzo vom Lehrter Abrissunternehmen Bähre. In Wirklichkeit ist es aber sein Kollege Jurij Gerdt, der mit der Baggerschaufel sehr zielgenaue Arbeit abliefern muss. Denn die Scheune neben dem Wohnhaus grenzte auf gleicher Höhe an das nebenliegende Gebäude an. Damit dieses keinen Schaden nimmt, bedurfte es eines ausgefuchsten Profis im Abrissbagger. 

Dieser Balken zeugt von den Erbauern des Hofes: Heinrich Conrad Nöhre und Louisa Dorothea Haarstrich Quelle: Sandra Köhler

Erbauen lassen hatten das einstmals repräsentative Bauernhaus ein Heinrich Conrad Nöhre und seine Frau Louisa Dorothea Haarstrich im Jahre 1836. Der Fachwerkbalken über dem Eingang wurde dort offenbar am 9. Juni eingelassen. „Dieses Haus ist aufgerichtet den 9tn Juny 1836“, heißt es darauf.  Ahltens Ortschronist Hans-Henning Brandes weiß mehr über die Geschichte der Hofstelle, die früher zu den 61 ursprünglichen Ahltener Reihenstellen gehörte und die Nummer 47 trug.  Sie war wesentlich älter, als das jetzt abgerissenen Haus. 

„Wahrscheinlich durch Misswirtschaft gelangte der Hof um 1800 in eine wirtschaftliche Schieflage“, erzählt Brandes: „ Es wurden bis auf einen kleinen Rest nach und nach die zugehörigen Acker- und Wiesenflächen verkauft. Letztlich wurde auch der größte Teil der Hoffläche an die angrenzenden Nachbarn veräußert, sodass das heute vorhandene Grundstück verblieb.“ Doch damit nicht genug der Schicksalsschläge: Die komplette Hofstelle brannte beim großen Ahltener Brand am 12. Juni 1822 ab. Laut Brandes ist dem Plan für den Wiederaufbau des abgebrannten Dorfteils zu entnehmen, dass diese Stelle für lange Zeit, insgesamt 14 Jahre lang, wüst lag. 

1836 jedoch wurde das in der vergangenen Woche abgerissene Gebäude von eben jenem Heinrich Conrad Nöhre und der Louisa Dorothea Haarstrich errichtet. Um 1850 befindet sich das Gebäude im Besitz der Familie Hornburg, die es auch bis kurz vor dem Abriss bewohnte. Es war eines der wenigen Gebäude Ahltens, das zum größten Teil mit den harten und feuerfesten Mergelsteinen aus den Ahltener Steinkuhlen errichtet worden ist. 

Von Sandra Köhler

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