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Andrea Kuschetzki spricht mit Matthias Frank über die mögliche Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen.

Andrea Kuschetzki spricht mit Matthias Frank über die mögliche Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen.
© Antje Bismark

Langenhagen

Wissenschaft geht in die Wirtschaft

Werkstudenten, Uni-Bücherei oder Forschungsauftrag: Die Abteilung uni transfer der Leibniz Universität vermittelt Kontakte zwischen Firmen wie Smart PS in Godshorn und der Hochschule. 

Godshorn.  Mitarbeiter von A wie Arzthelferinnen bis Z wie Zimmerleute nutzen die Dienstleistung der Firma Smart PS mit Sitz an der Bayernstraße – und gern würde Geschäftsführer Matthias Frank den Kundenstamm vergrößern, gleichwohl: Es fehlen geeignete Bewerber als Mitarbeiter, denn der Entwickler von digitalen Akten und Abläufen für mittelständische Unternehmen konkurriert auf dem Fachkräftemarkt mit großen Firmen. „Und dort können wir nur selten mithalten“, weiß er aus Erfahrung. 

Deshalb will er künftig auch die Zusammenarbeit mit uni transfer nutzen, einer Tochter der Leibniz Universität, die Firmen aus der Region mit der Hochschule zusammenführt. „Dabei geht es zum einen beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Career Service der Universität um die Vermittlung von Werkstudenten, zum anderen aber auch darum unser Wissen und unsere Forschungseinrichtungen den Firmen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Andrea Kuschetzki von uni transfer ein vorrangiges Ziel. Sie hatte den Smart-PS-Geschäftsführer bei der Cebit kennen gelernt und lotet nun mit ihm die Chancen für eine Kooperation aus.

Seit 2010 besteht die Firma in Godshorn, die Frank mit einem Partner gegründet hat. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 15 Mitarbeiter und bildet unter anderem Fachinformatiker im Bereich Systemintegration und Anwendungsentwicklung sowie IT-Systemkaufleute aus. „Natürlich versuchen wir, jeden Azubi zu übernehmen“, sagt Frank – einige aber wechselten in große Unternehmen, anderen starteten in ein Studium. Zunehmend schwieriger gestalte sich zudem die Suche nach geeignetem Nachwuchs: „Wir erhalten weniger Bewerbungen, und davon wiederum erfüllen viele unsere Anforderungen nicht.“ Um neue Mitarbeiter zu gewinnen, wolle Smart PS auch ein duales Studium anbieten – aber auch dafür gibt es keine Interessenten.

„Dabei“, sagt Frank, „bieten wir den jungen Leuten die Chance, selbstständig zu arbeiten.“ Als Beispiel nennt er die Digitalisierung von Arbeitsabläufen in einem hannoverschen Wohnungsbau-Unternehmen. Derzeit gebe es zwischen Auftragsvergabe, Lieferung von Bauteilen oder Arbeiten auf der Baustelle noch zu viele Brüche zwischen der analogen und digitalen Welt: „Das hemmt die Abläufe, weil Informationen nicht oder zu spät weitergegeben werden.“ In diesem Bereich könnten Nachwuchskräfte beispielsweise die Standardsoftware so programmieren, dass sie die Bedürfnisse des Unternehmens erfülle. 

Als erste Möglichkeit, Studenten auf die Godshorner Firma aufmerksam zu machen, empfiehlt Kuschetzki die Stellenticketbörse der Universität, die in dem Bereich auch mit anderen niedersächsischen Hochschulen zusammenarbeitet. Bei komplexen Aufgaben wie der digitalen Baustelle könne Smart PS zudem die Forschung und Entwicklung der Leibniz Universität nutzen. „Wir wollen unser Knowhow in die Wirtschaft der Region transportieren“, sagt Kuschetzki. Dem Auftakt an der Bayernstraße soll deshalb ein weiterer Termin, möglicherweise in der Hochschule, folgen.

uni transfer will Unternehmen der Region fördern

Um Unternehmen in der Region kümmern sich die sieben Mitarbeiter von uni transfer als eine Abteilung der Leibniz Universität Hannover. Zu den Aufgaben gehören unter anderem, Kooperationen zwischen Hochschule und heimischer Wirtschaft zu initiieren, Drittmittel durch den Verkauf oder die Lizenzierung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen einzuwerben und die technischen Einrichtungen der Universität den Firmen zugänglich zu machen. Dabei arbeitet uni transfer unter anderem mit kommunalen Wirtschaftsförderern ebenso zusammen wie mit der IHK oder dem Innovationsnetzwerk Niedersachsen.  Außerdem beteiligen sich Andrea Kuschetzki und ihre Kollegen am europäischen Netzwerk Enterprise Europe Network.

Für das Frühjahr 2018 plant Kuschetzki eine Kampagne mit Firmen in Langenhagen, so hat bereits ein Maschinenbauer sein Interesse an einer Kooperation bekundet. Denkbar ist zudem neben der Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung auch eine mit dem Wirtschaftsklub. Weitere Informationen, auch zu möglichen Firmenbesuchen, erhalten Unternehmer unter uni-hannover.de/unitransfer oder unter Telefon (0511) 7624083. bis

Von Antje Bismark


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
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