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Offenbar aktueller denn je: Das Theater für Niedersachsen zeigt die Bühnenadaption von George Orwells Bestseller "1984" im Langenhagener Theatersaal.

Offenbar aktueller denn je: Das Theater für Niedersachsen zeigt die Bühnenadaption von George Orwells Bestseller "1984" im Langenhagener Theatersaal.© Benjamin Westhoff (TfN)

Langenhagen

George Orwell war seiner Zeit wohl voraus

George Orwells Roman "1984" ist nunmehr fast 70 Jahre alt - und doch wirkt das Stück aktueller denn je: Das Theater für Niedersachsen zeigt nun die Bühnenadoption von Robert Icke und Duncan Macmillan im Langenhagener Theatersaal.

Langenhagen. Mit Bekanntwerden der NSA-Affäre erlebte George Orwells "1984" eine Renaissance. Und als eine Beraterin von US-Präsident Donald Trump von "alternativen Fakten" sprach, nachdem sein Sprecher Sean Spicer falsche Zuschauerzahlen zu dessen Amtseinführung gemeldet hatte, erreichte der 1948 verfasste Roman sogar Platz 1 der US-Bestsellerlisten: Das Verhalten der Regierung erinnerte in beiden Fällen stark an Orwells Werk.

Der Staat Ozeanien, in dem die Romanhandlung spielt, ist übersät von Telescreens: Diese hören und sehen alles, verbreiten manipulierte Nachrichten und schüren Hass gegen vermeintliche Staatsfeinde. Winston Smith - von Moritz Nikolaus Koch dargestellt - schreibt für das sogenannte Wahrheitsministerium Texte im Sinne der Parteilinie um. Doch nach und nach zweifelt er am System und beginnt Tagebuch zu schreiben. So begeht er, erklärt das Theater für Niedersachsen (TfN) in seinem Programmheft, "das schlimmste aller Verbrechen: das Denkverbrechen." Gemeinsam mit seiner Geliebten und Mitwisserin Julia (Katharina Wilberg) will er Kontakt zu einer Untergrundorganisation um den vermeintlichen Staatsfeind Emmanuel Goldstein aufnehmen. Als das Paar sich seinem scheinbar Gleichgesinnten O'Brien (Marek Egert) anschließt, merkt es nicht, dass ihnen die Gedankenpolizei schon auf der Spur ist. Wenig später stehen Leben und Liebe der zwei auf dem Spiel.

Die Bühnenfassung von Robert Icke und Duncan Macmillan holt Orwells Szenario vom Romanpapier auf die Theaterbühne. Nach der Uraufführung 2013 im Londoner Westend war das Stück noch wochenlang ausverkauft. Kein Wunder: Die Zuschauer scheinen Orwells Warnung vor Herrschaftssystemen, die ihre Macht durch Informationstechniken sichern und generell die Freiheit des Menschen einschränken, nach wie vor eindringlich zu hören. Der dystopische Roman, so formuliert es Dirk Helbing im Programmheft des TfN, "war als Warnung gedacht. Und doch hat man oft das Gefühl, er wurde als Gebrauchsanleitung benutzt." Die digitalisierte Gesellschaft lässt grüßen.

Das Theater für Niedersachsen zeigt die Bühnenfassung von "1984" am Mittwoch, 15. November, um 20 Uhr im Langenhagener Theatersaal an der Rathenaustraße 14. Bereits eine halbe Stunde zuvor beginnt eine Einführung. Karten zwischen 11 und 28 Euro gibt es an der Abendkasse sowie online unter www.tfn-online.de und bei Presso, Marktplatz 4. Kinder, Schüler und Studierende zahlen auf allen Plätzen 7 Euro.

Von Konstantin Klenke


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
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