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Region Langenhagen Nachrichten Wer rettet das Jugendzentrum?
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14:17 21.12.2017
Das Banner haben die Jugendlichen am letzten Abend des Unabhängigen Jugendzentrums gemalt. Sie wollen damit verdeutlichen, welche Bedeutung die Institution in dem abbruchreifen Nordtrakt für sie hat. Quelle: Rebekka Neander
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Langenhagen

 So ganz glücklich ist Holger Marckmann mit dem Protestbanner am Haus der Jugend nicht. Auf einem riesigen Bettlaken haben die einstigen Besucher des Unabhängigen Jugendzentrums (UJZ) dort ihren Herzenswunsch formuliert: „Jugendzentrum – Zuhause“. Das klinge so, mahnt der Noch-Vorsitzende des in Auflösung befindlichen Trägervereins für Sozialarbeit (VfS), als protestierten die gegen den Abriss. Doch das ist gar nicht gemeint. „Die wünschen sich nur ein neues Zuhause, egal wo.“

Doch genau dort beginnt das Problem: Denn im Rathaus sind die für den Bereich der offenen Jugendarbeit betrauten Mitarbeiter mit ihrem Latein am Ende. „Wir haben einfach keine Räume“, sagt Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch. Die Verwaltung habe bereits kurz nach dem Beschluss zur Grundsanierung sowie später zum Abriss mit Neubau des Nordtraktes mit dem VfS nach Räumen gesucht. In Betracht kamen seinerzeit die geräumte Moschee an der Bahnhofstraße sowie später ehemalige Büroräume der städtischen Gemeinwesenarbeit am Sollingweg. Während an der Bahnhofstraße ein Wasserschaden und bereits erfolgte Weitervermietung einen Strich durch den Plan machten, stellten sich die Büroräume als zu klein heraus. Dies ist mehrere Monate her, passiert ist seitdem nichts mehr. 

Verein von Abriss überrascht

Zumindest in Sachen Raumsuche. Umso schneller erfolgte zur Überraschung Marckmanns jedoch die Ankündigung, den türkisfarbenen Trakt des Hauses der Jugend am Langenforther Platz bis Anfang Dezember zu räumen. „Wir wollten den Verein so oder so auflösen und Platz machen für einen auch inhaltlichen Neustart für das Jugendzentrum später im Neubau“, erläutert Marckmann. Doch habe der Verein immer an eine deutlich längere Übergangsfrist geglaubt. 

Gibt es nicht doch Räume fürs UJZ?

Die nächsten zwei Jahre werden für die offene Jugendarbeit in der Kernstadt kompliziert: Denn bislang gibt es zwar den politischen Beschluss und sogar Geld von Stadt und Bund für einen Neubau des maroden Nordtrakts. Doch wer diesen betreiben soll, ist offen. Die Stadt bittet deshalb alle freien Träger der Jugendhilfe, sich zu melden, die die Trägerschaft für „Offene Angebote für Junge Menschen in der Kernstadt übernehmen und/ oder eine Aufsuchende Kinder- und Jugendarbeit (MaJa) fortführen möchte“. Bis Freitag, 12. Januar, sammelt die städtische Abteilung „Kinder und Jugend“ „kurze Interessensbekundungen“ und „idealerweise per Post“ an die Stadt Langenhagen, Abteilung „Kinder und Jugend“, Langenforther Platz 1, zu senden. Wer dies per E-Mail an die Adresse frank.labatz@langenhagen.de soll auf mitgesendete Anhänge verzichten.

Unter Umständen könnte ein neuer Träger auch freie Räume stellen, gibt Langenhagens SPD-Vorsitzender Marco Brunotte zu bedenken. Im Haushaltsbegleitantrag der SPD ist klar die städtische Finanzierung sowohl eines offenen Jugendtreffs als auch des mobilen Projektes Maja gefordert samt Suche nach einem Träger. Fraktionschef Marc Köhler appelliert auch für ungewöhnliche Ideen: „Vielleicht würde ein Träger ja auch ein leerstehendes Geschäft in der Kernstadt dafür nutzen.“

Das ist nun nicht mehr zu ändern, räumt auch der neue Leiter der offenen Jugendarbeit bei der Stadt, Frank Labatz, ein. Inhaltlich hält er einen offenen Jugendtreff in der Kernstadt ebenso für unabdingbar wie die Fortführung des ebenfalls vom VfS bislang getragenen Projekts „Maja“, das sich um die aufsuchende Jugendarbeit kümmert. Zum 31. März 2018 ist dem Sozialarbeiter Alexander Pischel nun gekündigt worden. Direkt übernehmen kann die Stadt weder das UJZ noch Maja. „Wir sind gehalten, zunächst einen freien Träger dafür zu finden“, betont Labatz. Deshalb ruft die Stadt jetzt öffentlich alle interessierten Freien Träger auf, offiziell ihr Interesse zu bekunden. 

Gesucht wird jetzt auch ein neuer Träger für die aufsuchende Jugendarbeit Maja. Quelle: Rebekka Neander

Intern ist dies bereits geschehen: Um Maja in jedem Fall bis zur Eröffnung des Neubaus zu erhalten, haben sich bereits das Mehrgenerationenhaus, das Jugendwerk der AWO, der Verein Win rund um den Quartierstreff Wiesenau und die Gesellschaft für Behindertenarbeit (GBA) gemeldet. Auch das Jugendzentrum käme bislang nur für das Mehrgenerationenhaus in Betracht. Einen direkten Kontakt mit der Stadtverwaltung hatte es bislang nicht gegeben. Labatz hat den Jugendhilfeausschuss nun aufgefordert, sich bis zur nächsten Sitzung im Januar Gedanken zu machen, ob die Stadt weiterhin beide Angebote in der Hand eines Trägers sehen möchte oder ob auch eine Trennung in Betracht komme. „Wir müssen darüber diskutieren, ob Maja funktionieren kann, ohne eine feste Anlaufstelle mit pädagogischer Betreuung im Rücken.“ Um sich ein genaueres Bild über die konkrete Arbeit der beiden Projekte machen zu können, soll in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses nun auch Alexander Pischel persönlich sein Maja-Projekt vorstellen. 

Von Rebekka Neander

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