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Region Langenhagen Nachrichten Kein Glyphosat auf städtischen Flächen?
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00:27 28.05.2018
Glyphosathaltige Mittel sollen auf verpachteten Flächen der Stadt nicht mehr aufgebracht werden, sagen die Grünen. Doch wer soll das kontrollieren, fragt die CDU. Quelle: dpa
Langenhagen

Soll Langenhagen ein Zeichen setzen und den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf den eigenen Flächen verbieten? Der gleichlautende Antrag der Bündnisgrünen hat im Planungsausschuss am Donnerstag zwar eine knappe Mehrheit gefunden. Gleichwohl bleibt ein Problem: „Der Einsatz ist im Grunde nicht kontrollierbar ohne aufwendige Bodenproben“, warnte CDU-Ratsherr und Landwirt Dietmar Grundey in der Sitzung. Der Antrag passierte den Ausschuss mit Stimmen von Grünen und der SPD, CDU und AfD stimmten dagegen, einzig der Ausschussvorsitzende Bernhard Döhner (CDU) enthielt sich. Glyphosat steht im starken Verdacht, Krebs zu erregen.

Stadt untersagt in neuen Pachtverträgen Glyphosat-Einsatz

Tatsächlich aber praktiziert die Stadt dieses geforderte ausdrückliche Verbot bereits, wie Baudezernent Carsten Hettwer in der Sitzung dem weitgehend ahnungslosen Ausschuss erläuterte. „Wir untersagen die Verwendung des Mittels bereits in allen neuen Pachtverträgen und bei solchen, die zur Verlängerung neu geschlossen werden müssen.“ Einzig existierende Pachtverträge würden nicht für diese Veränderung eigens angefasst. Sollten sich Pächter städtischer Flächen nicht an die Vorgaben halten, verfüge die Stadt über Sanktionsmöglichkeiten. Details zu technischen Kontrollmöglichkeiten könne er nicht nennen.

Klar sei aber, dass es der Stadt an Personal fehle, um dies kleinteilig zu überwachen. Hettwer berichtete von bereits 180 Kommunen, die sich offiziell gegen Glyphosat ausgesprochen hätten. Dazu zählen etwa Göttingen, Celle oder auch Peine. Auch die Bundesregierung bereite den schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung nach der international umstrittenen Zulassungsverlängerung für weitere fünf Jahre auf europäischer Ebene vor. Maren Rietschel von den Grünen untermauerte den Antrag ihrer Fraktion dennoch: „Dann wäre sicher gestellt, dass die Stadt von dieser Arbeitsweise nicht wieder abrücken kann.“

CDU beklagt fehlende Kontroll-Möglichkeit

Während sich die SPD-Mitglieder weitgehend diskussionslos dem Antrag der Grünen anschlossen, beharrte vor allem der Schulenburger Landwirt Grundey auf den praktischen Problemen. „Wir sollten das lassen, da sich das Thema ohnehin in fünf Jahren erledigt haben wird. Die Stadt kann den Einsatz von Glyphosat nicht kontrollieren und demnach auch nicht sanktionieren“, sagte Grundey. Wilhelm Zabel widersprach als Vertreter des Naturschutzbundes: „Wir haben schon jetzt eine eindeutige Belastung der Fließgewässer, deshalb müssen wir sofort handeln.“

Anhand der knappen Entscheidung ist offen, ob der Beschluss nach Beratung im Verwaltungsausschuss und abschließend im Rat am Montag, 4. Juni, Bestand haben wird.

Von Rebekka Neander

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