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Region Langenhagen Nachrichten So sehen Flüchtlinge das Weihnachtsfest
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00:15 25.12.2017
Jasmin Saad, Brigitte Negelmann und Shams Alshawi basteln Weihnachtsschmuck. Quelle: Priesemann
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Godshorn

 Überall geschmückte Adventskränze, Weihnachtsmänner an jeder Ecke und im Radio erklingt „Last Christmas“: Was bei vielen Langenhagenern die Festtagsstimmung steigen lässt, ist für die meisten Flüchtlinge neu. Sie erleben vielerorts zum ersten Mal die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest in ihrem neuen Lebensumfeld. So wie Shams Al-Shawi und Jasmin Saad. Die beiden Frauen sitzen zusammen mit weiteren Flüchtlingen im Godshorner Gemeindehaus „Zum guten Hirten“. Bei dem Treff, in dem normalerweise Deutsch gelernt wird, steht heute Basteln auf dem Programm. An einem Tannenzweig hängen Sterne und kleine Weihnachtsmänner. Vorlagen für das, was die Frauen, Männer und Kinder gleich kreieren werden.

Aus ihrer Heimat kennen sie das Weihnachtsfest kaum. „Dort wo ein paar mehr Christen sind, wurde das gefeiert. Für mich ist Weihnachten aber neu“, sagt Saad, die aus dem Libanon stammt. Sie ist ebenso wie Al-Shawi Muslimin und feiert Weihnachten eigentlich nicht. Der Adventsschmuck und das ganze Drumherum hat sie dennoch in den Bann gezogen. „Die vielen Lichter an den Häusern und in den Gärten, das gefällt mir sehr“, sagt Saad.

Ähnlich geht es auch der aus dem Irak nach Deutschland geflohenen Al-Shawi, die zudem bemerkt: „Alle Menschen sind so fröhlich.“ Ihre drei Kinder hätten in der Schule regelmäßig Weihnachtsschmuck gebastelt und diesen dann mit nach Hause gebracht. Hin und wieder sei auch Schokolade dabeigewesen, so wie neulich als der SC Langenhagen seinen kleinen Sportlern ein Nikolaus-Tütchen in die Hand gedrückt hatte. „Die Schokolade ist sehr lecker“, sagt Alshawi und schmunzelt. Gibt es was, was ihnen am Weihnachtstrubel nicht gefällt? „Überhaupt nicht“, betont Al-Shawi.

Für beide Frauen ist klar, dass sie die deutsche Kultur kennenlernen wollen – und eben auch das Weihnachtsfest. „Wir möchten daran teilhaben“, sagt Saad und beginnt mit einer Schere einen Weihnachtsmütze aus einem Pappkarton auszuschneiden. Insa Becker-Wook vom Helfernetzwerk Godshorn berichtet, dass die Flüchtlinge keine Berührungsängste hätten, einige Muslime würden sogar zum Familiengottesdienst in die Kirche kommen. „Sie sind sehr interessiert und wollen verstehen, was wir Christen für ein Fest feiern“, sagt sie.

Und das gilt nicht nur für die Frauen und Kinder. Auch die drei Männer, die zum zweimal in die Woche stattfindenden Treff ins Godshorner Haus der Kirchengemeinde kommen, basteln fleißig mit. „Im arabischen Raum ist das nicht üblich“, sagt Manfred Negelmann, der eigentlich die Jungen und Mädchen beim Zusammenkleben der Sterne unterstützt. 

Nach kurzer Zeit sind die ersten Weihnachtsmänner, Tannenbäume sowie Sterne fertig und die werden natürlich mit nach Hause genommen. Dort zieren sie nun auch die Zimmer der Flüchtlinge – damit es dort auch so schön aussieht wie bei den Nachbarn. 

Von Sascha Priesemann

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