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Die SPD-AG 60 plus trifft sich regelmäßig. Gemeinsam mit SPD-Mann Marco Brunotte ließen die Senioren die Landtagswahl Revue passieren.

Die SPD-AG 60 plus trifft sich regelmäßig. Gemeinsam mit SPD-Mann Marco Brunotte ließen die Senioren die Landtagswahl Revue passieren.© Petersen

Langenhagen

Marco Brunotte will nun den Keller aufräumen

Es war eine knappe Niederlage im Kampf um das Direktmandat, die Marco Brunotte bei der Landtagswahl einfuhr. Nach zehn Jahren muss er den Landtag verlassen. So sind die Regeln der Politik - traurig ist die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus trotzdem und lässt die Wahl Revue passieren.

Langenhagen. "Wir sind der schwarze Punkt auf der roten Karte", sagt Klaus Danneberg, Sprecher der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus. Dabei zeigt er auf eine Zeitungsseite, die er an die Wand des Speisesaals im Anna-Schaumann-Stift geklebt hat. Die Senioren treffen sich dort regelmäßig, um über politische Ereignisse, die Zukunft und vor allem neue Ideen zu diskutieren. Dass die Wähler im hiesigen Wahlkreis der CDU den Vorrang gegeben haben, schmerzt die Arbeitsgruppe.

"Der Leidtragende ist Marco Brunotte", sagt Danneberg. Überdurchschnittlich viele Direktmandate hatten die Sozialdemokraten gewonnen - ein gutes Ergebnis für die Partei. Doch dadurch konnte niemand über die Listenplätze in den Landtag ziehen. Und Brunotte verlor knapp gegen Rainer Fredermann von der CDU. Die Wahl ließ SPD-Mann Brunotte mit den Parteifreunden Revue passieren.

Schon bevor es bei der Wahlnachlese überhaupt um Stimmen, Wahlkampf und Innerparteiliches geht, wurde es emotional. "Das Ergebnis ist super, Marco, da kannst du stolz drauf sein", sagt Wolfgang Robens (75). Stolz ist Brunotte auch: "erst fängt die SPD bei der Bundestagswahl ein so schlechtes Ergebnis ein und drei Wochen und 20 Prozentpunkte später gewinnen wir 55 Wahlkreise - das ist klasse", sagt Brunotte. Er sei mit sich selbst im Reinen, verspricht er den Senioren. "Denn kein Listenplatz der Welt hätte es ändern können", sagt er.

Zufrieden sind Polit-Senioren auch mit dem Wahlkampf der Partei. Anregungen haben sie allerdings einige: "Man kann nicht immer nur kurz vor Wahlen auf der Bildfläche, zum Beispiel hier in Langenhagen erscheinen und dann erwarten, dass man so genug Wähler bekommt", sagt eine Frau in der Diskussion um den Auftritt der Partei. Dass Brunotte sein Mandat verloren hat bedauert sie sehr. "Aber so sind nun mal die Regeln", sagt sie.

Es sind die kleinen Dinge, die den Langenhagener Senioren fehlen werden. "Für Langenhagen hat er einiges ins Rollen gebracht und viel unterstützt", findet Danneberg (79). Rechnen müsse man aber immer damit, dass man nicht wiedergewählt würde. "Ich habe tatsächlich keinen Plan B, weil ich ja nicht mit Volldampf in den Wahlkampf gehe, alles gebe und dann schon einen anderen Plan in der Hinterhand habe", erklärt Brunotte den Rentnern. Und fügt im Scherz hinzu: "Zuhause muss der Keller mal wieder aufgeräumt werden - dazu habe ich ja jetzt Zeit."

Von Tomma Petersen


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
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