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Die Stadt möchte sich von Bund und Land finanziell unterstützen lassen bei der Betreuung von Kindern unter anderem mit Fluchterfahrungen.

Die Stadt möchte sich von Bund und Land finanziell unterstützen lassen bei der Betreuung von Kindern unter anderem mit Fluchterfahrungen.
© Neander (Archiv)

Langenhagen

Stadt ersucht um Hilfe für Kindergärten

Um Kinder mit besonderen Bedürfnissen in den Kitas besser fördern zu können, beantragt Langenhagen finanzielle Hilfe bei Land und Bund. Nur die AfD widerspricht der Idee. 

Langenhagen.  Die Belastung der Betreuungskräfte in den Kindertagesstätten steigt auch in Langenhagens Einrichtungen stetig. Vor allem Kinder mit Fluchterfahrungen stellen die Erziehenden vor neue Herausforderungen. Überdies besuchten vor allem Kinder aus benachteiligten Familien trotz Rechtsanspruchs seltener eine Kita.

Vor diesem Hintergrund will sich die Stadt jetzt um zwei Fördertöpfe bewerben: Aus dem Topf des Landes „Qualität in Kindertagesstätten“ könnte die Stadt bis 2021 mehrere „dritte Kräfte“ finanzieren. Das Land stellt dafür zunächst gut 1,1 Millionen Euro zur Verfügung, ein weiterer Zuschlag nach zwei Jahren sei in Aussicht gestellt, wie es in der Beschlussdrucksache heißt. Insgesamt 150.000 Euro pro Jahr stellt das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ bis Dezember 2020 zur Verfügung. Langenhagen müsste in diesem Fall jährlich 15.000 Euro beisteuern. Auch bei diesem Förderprogramm geht es inhaltlich auch um die Unterstützung der Einrichtungen bei der Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung. 

AfD protestiert

Nachdem der Jugendhilfeausschuss ohne jede Diskussion einstimmig empfohlen hatte, die Stadt möge diese finanzielle Hilfe beantragen, sprach sich im Rat jetzt einzig die AfD ausdrücklich dagegen aus. Der Fördertopf des Landes, so AfD-Ratsherr Achim Hinz, komme dafür nicht in Frage, da der Personalkostenzuschuss nur für befristet einzustellende Betreuungskräfte eingesetzt werden dürfe. Linken-Ratsfrau Felicitas Weck forderte Hinz auf, seinen wahren Beweggrund zu nennen. „Die Kritik an der Befristung ist doch nur vorgeschoben“, rief Weck. „Sie wollen einfach diese Kinder nicht fördern.“ Dem Protest der AfD, dies habe ihr Vertreter nicht gesagt, entgegnete Weck: „Stimmt, das haben Sie nicht gesagt.“

Superintendent gratuliert der Stadt

Den Bundeszuschuss lehnte kurz darauf sein Parteikollege Sven Hoffmann ab. „Wir sollten mit den städtischen Einrichtungen nicht den kirchenlichen Konkurrenz machen, die schon Schwierigkeiten haben, eine zweite Betreuungskraft für ihre Gruppen zu finden.“ Der Superintendent des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, Holger Grünjes, gratulierte auf Nachfrage dieser Zeitung der Stadt zu dem Beschluss des Rates. Der Vorstoß der Stadt, sich diesen Förderprogrammen anzuschließen, sei „ auf jeden Fall nur gut“. Der Kirchenkreis begrüße diesen Ansatz. Er sei „sinnvoll und innovativ“. 

Von Rebekka Neander


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Langenhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
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