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Auf manchen Straßen hat es die Feuerwehr etwa mit der Drehleiter schwer, an den geparkten Fahrzeugen vorbeizukommen.

Auf manchen Straßen hat es die Feuerwehr etwa mit der Drehleiter schwer, an den geparkten Fahrzeugen vorbeizukommen.
© Warnecke (Archiv)

Langenhagen

Parkende Autos bremsen Feuerwehr im Einsatz aus

Das ist gefährlich: Im Halteverbot geparkte Autos haben am Sonntag die Feuerwehr ausgebremst und daran gehindert, zum Einsatzort zu gelangen. Zum Glück war aber nur Essen auf dem Herd angebrannt.

Langenhagen.  Da half auch keine Millimeterarbeit: Die Ortsfeuerwehr Langenhagen ist am Sonntag um 20.43 Uhr wegen eines ausgelösten Rauchwarnmelders zu einem Mehrfamilienhaus an die Irisstraße ausgerückt. Wegen der dort zum Teil im Halteverbot geparkten Autos gab es aber kein Durchkommen für die schweren Fahrzeuge. Einsatzleiter Karsten Patz musste drei an der Rathenaustraße zurücklassen, um zunächst die Lage zu erkunden, teilte später Feuerwehrsprecher Christian Hasse mit.

Seinen Angaben zufolge hatten aufmerksame Nachbarn Alarm geschlagen, nachdem sie einen Rauchmelder gehört hatten. "Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie notwendig Rauchwarnmelder im Alltag sind", betont Hasse. Da es aus der betroffenen Wohnung verbrannt roch und auch Licht brannte, ließ Einsatzleiter Patz einen Trupp unter Atemschutz  die Eingangstür öffnen. Aber „gewaltfrei“, betont der Feuerwehrsprecher. In dem Moment sei dann der Bewohner nach Hause gekommen. Er hatte schlichtweg sein Essen im eingeschalteten Ofen vergessen, heißt es von Hasse weiter. Die verkohlten Speisereste wurden entfernt und die Wohnung belüftet.

Nach 45 Minuten war der Einsatz für die 25 Ehrenamtlichen beendet. Doch auch beim Abrücken hatte das mit zum Einsatzort gefahrene Tanklöschfahrzeug Probleme mit der dortigen Parksituation, berichtet Hasse. Von gedankenlos abgestellten Fahrzeugen – speziell in engeren Straßen  – wird die Feuerwehr in der Stadt regelmäßig ausgebremst. Und diese verlorenen Minuten wären durchaus wichtig, betont Hasse. „Es ist nicht auszudenken, wenn es wirklich gebrannt hätte.“ 

Was kann die Stadt machen?

Der Handlungsspielraum der Stadt ist indes begrenzt, heißt es am Montag aus dem Rathaus auf Anfrage. „In Wohngebieten mit einem hohen Parkdruck muss zum einen sehr genau geprüft werden, welche Maßnahmen im Sinne der Anwohner verträglich sind.“ Zudem merkt Rathaussprecherin Juliane Stahl leicht ironisch an, dass es wohl „auch weiterhin Menschen geben wird, die ‚kreative Ideen entwickeln’ werden, um ihr Fahrzeug so nah wie möglich an ihrem Ziel abstellen zu können“. Doch die Stadtsprecherin stellt auch klar, dass die Verwaltung dort nun häufiger –und intensiver –den ruhenden Verkehr überwachen werde. „Insbesondere aufgrund des aktuellen Anlasses in dem Wohngebiet zwischen Godshorner Straße und Rathenaustraße.“

 Und das sagt der Gesetzgeber:

Paragraf 12 der Straßenverkehrsordnung verbietet ein Halten oder Parken auf engen Straßen. In einem Urteil hatte das Oberlandesgericht Saarbrücken die Engstelle mit einer Mindestbreite von drei Metern definiert. Ein Halter, der mit seinem Verhalten ein Einsatzfahrzeug bei der Weiterfahrt hindert, muss mit einer Geldstrafe und einem Eintrag in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen. Im Ernstfall würden die Feuerwehrleute aber auch das Hindernis selbst zunächst aus dem Weg räumen oder kostenpflichtig –etwa 150 Euro –abschleppen lassen. Falls durch dieses gedankenlose Parken andere Menschen zu Schaden kommen, kann das dann durchaus auch ein Fall für die Staatsanwaltschaft werden. 

Von Sven Warnecke


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Langenhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
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