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Bis zum Jahresende sollen alle Gebäude der ehemaligen Tapetenfabrik abgerissen sein. Danach beginnt die Bodensanierung. 

Bis zum Jahresende sollen alle Gebäude der ehemaligen Tapetenfabrik abgerissen sein. Danach beginnt die Bodensanierung. 
© Rebekka Neander

Langenhagen

Norta-Abriss wird dokumentiert

Viel ist von außen nicht zu sehen: Doch die Abrissbagger haben sich bereits tief in die alte Norta-Fabrik hineingefressen. Dienstag befasst sich der Sanierungsbeirat auch mit dem Gelände drumherum. 

Langenhagen.  Stanko Jurisic ist ein freundlicher Mann. Wer mit ihm ins Gespräch kommt, dem bietet er schnell Kaffee und Keks an. Und doch mag der hochgewachsene Mann in Arbeitskleidung eines nicht gerne: Wenn Besucher seinen Arbeitsplatz unangemeldet ergründen wollen. Dies aber passiert dieser Tage recht häufig: Denn Jurisic ist nicht irgendwo Bauleiter. Unter seiner Federführung verschwindet derzeit die historisch bedeutsame alte Tapetenfabrik auf dem Norta-Gelände an der Walsroder Straße.

Seit einigen Tagen schon deutet sich nun auch mit Blick von der Walsroder Straße an, dass auf der Industrie-Ruine längst nicht mehr jeder Stein auf dem anderen steht. Von Osten nach Westen fressen sich seit einigen Wochen die Abrissbagger durch den jahrelang weitgehend verlassenen Bau, auf dem mittelfristig ein Supermarkt gebaut werden soll. Von der historischen Bedeutung des Baus war Jurisic zu Beginn der Arbeiten nicht viel bekannt. Dass dies heute anders ist, dafür haben inzwischen zahlreiche Besucher aus der Nachbarschaft gesorgt. Und ein Investor, über den der Abbruch-Experte nur lobende Worte findet. 

Cramer sichert Erinnerungen

Denn Sebastian Cramer, Mit-Geschäftsführer in der Burgdorfer Kaufmanns-Familie, hat Wort gehalten: Nicht nur wurde die alte Fabrik nach Gerätschaften durchsucht, die dem künftigen Lebensmittelmarkt wenigstens einen Hauch von Industrie-Tradition verleihen können. „Wir hatten ihm vorgeschlagen, den Abbruch mit einer Kamera in Einzelbildern zu dokumentieren“, berichtet Jurisic, „und die Idee hat er sofort aufgenommen. Wir werden ihm den daraus entstehenden Zeitrafferfilm später zur Verfügung stellen.“  Wie eindrucksvoll ein solcher Film ist, kann Stanko Jurisic buchstäblich aus dem Handgelenk präsentieren: Auf seinem Smartphone fällt auf Knopfdruck die Düsseldorfer Messenhalle anstatt in vier Monaten nun innnerhalb weniger Minuten. 

Dienstag tagt Sanierungsbeirat

Über den aktuellen Sachstand auf dem Norta-Gelände wird am Dienstag auch der Investor Sebastian Cramer dem Sanierungsbeirat berichten können. Er wird dort seine Pläne in öffentlicher Sitzung vorstellen. Beginn ist um 19 Uhr im Sitzungsraum 1 des Rathauses. Auf der Tagesordnung steht zudem die Vorstellung einer Machbarkeitsstudie für das gesamte sogenannte Norta-Gelände, zu dem unter anderem einige Brachen gehören. Wie diese genutzt werden können, ist derzeit nicht ganz unkompliziert zu klären. Sie dürfen laut Landesraumordnungsprogramm aufgrund der Nähe zum Flughafen beispielsweise nicht mit Wohnhäusern bebaut werden. 

Baubeginn ist offen

Bis Weihnachten, so die bisherige Planung, soll „oberirdisch“ alles erledigt sein. Gefallen sein wird dann das, was ursprünglich insgesamt 400.000 Kubikmeter umbauten Raum umhüllten. Wie viele Tonnen an Bauschutt, Schrott und Dämmstoff aus vielen Jahrzehnten abtransportiert sein müssen, vermag er allerdings nicht zu sagen. „Danach beginnt die Bodensanierung.“ Es existiere dazu zwar ein Schadstoffgutachten. Nicht zuletzt aber werde auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Areal noch untersuchen müssen. Wann also genau mit dem Bau des geplanten Supermarktes begonnen werden kann, sei offen. Entsprechend liegt der Stadtverwaltung bislang kein Bauantrag vor. 

Stanko Jurisic ficht das nicht an. Dem routinierten Bauleiter ist klar, dass einer der weißen Baucontainer an der Walsroder Straße noch viele Wochen sein Hauptbüro sein wird. Wer sich dort anmeldet als Besucher, kann sich eines freundlichen Empfanges sicher sein. 

Von Rebekka Neander


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
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