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Region Langenhagen Nachrichten Schulen: Droht Gefahr nur durch die AfD?
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16:58 19.02.2019
Menschenverachtende Bilder und Beleidigungen können nach Ansicht der IGS nicht nur auf politischen Meldeportalen landen. Die Schule kämpft deshalb ganz grundsätzlich für den Erhalt der verfassungsrechtlichen Werte. Quelle: Rebekka Neander (Symbolbild)
Langenhagen

Auch wenn sie aktuell Auslöser der Debatte ist, fehlt das Wort: Von der AfD ist in der jetzt von der IGS Langenhagen vorgelegten Erklärung nichts zu lesen. Aus einem so guten, wie erschreckenden Grund, wie Schulleiter Timo Heiken betont. „Wir wissen ja nicht, aus welcher Ecke morgen Anwürfe kommen, die unser Neutralitätsgebot in Frage stellen. Und: So gefährlich wie dieses Meldeportal sind auch ganz andere Seiten im Internet, auf denen auch unter dem Deckmantel der Satire Menschen weit unter der Gürtellinie angegangen werden.“

Jugendliche sollen sich eigene Meinung bilden können

Deshalb schließt sich die IGS Langenhagen mit ihrem jetzt schulintern abgestimmten Entwurf für eine „Langenhagener Erklärung“ an einen Text an, den die KGS Neustadt Anfang Februar veröffentlicht hat. „Wir, die Lehrerinnen und Lehrer der IGS Langenhagen, stehen als überzeugte Demokratinnen und Demokraten für die Verteidigung unseres Rechtsstaates, für ein Festhalten an den Grundwerten von Freiheit und Würde des Menschen. Wir machen aus diesem Grund auch in unserer Funktion als Lehrkräfte ,Werbung’ für unsere Grundwerte, für unsere Demokratie und für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung“, heißt es in dem Schreiben. Und: „Wir zwingen unseren Schülerinnen und Schülern daher keine Meinung auf, sondern versuchen, sie darin zu bestärken, sich auf der Grundlage unterschiedlicher, auch kontroverser Positionen eine eigene Meinung zu bilden und Informationen kritisch zu hinterfragen.“

Die Schule betrachte es als Aufgabe „überzeugter Demokraten“, sich gegen alles zu positionieren, was den Grundwerten der Verfassung widerspreche. „Entschieden stellen wir uns gegen Rassismus und Extremismus.“ Andere Internetseiten und -portale sowie Soziale Medien sind in der Erklärung zwar nicht genannt, Heiken will sie allerdings unbedingt als einbezogen verstanden wissen. Im März will Heiken diesen Text den übrigen Langenhagener Schulen mit dem Ziel vorstellen, sich schulübergreifend angesichts demokratiefeindlicher Tendenzen und menschenverachtender Denunziation im Internet zu positionieren.

Politik streitet über Resolution gegen AfD-Meldeportal

Zeitlich parallel, aber inhaltlich unabhängig wogt dieser Tage auch in Langenhagens Kommunalpolitik eine Diskussion um das von der AfD-Niedersachsen Ende 2018 freigeschalteten Meldeportals „Neutrale Lehrer“. So steht am kommenden Montag erstmals im Verwaltungsausschuss nichtöffentlich die von der SPD lancierte, aber auch von den Gruppen Grünen-Unabhängigen und CDU/M. A. Hinz, der FDP, der BBL und den Linken unterschriebene Resolution „Gegen Bespitzelung und Einschüchterung – für die Stärkung demokratischen Denkens in unseren Schulen“ auf der Tagesordnung. Eine Woche später, am Montag, 4. März, wird der Rat öffentlich darüber debattieren.

Auch WAL-Ratsherr Andreas Eilers war nach eigenen Worten eingeladen, sich an der Resolution zu beteiligen. Dies lehnte er letztlich ab. Der Rat der Stadt Langenhagen sei nicht die richtige Institution für derlei Erklärungen, auch wenn er selbst das umstrittene Meldeportal ablehne.

Info: Der Rat der Stadt tagt am Montag, 4. März, um 18 Uhr öffentlich im Ratssaal. Zu Beginn und am Ende können Bürger Fragen an Politik und Verwaltung stellen.

Von Rebekka Neander

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