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Region Langenhagen Nachrichten Freier Freundeskreis hilft Hummeln
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00:17 13.02.2019
Am Stand der Hummelfreunde will Claudia Güldner aus Langenhagen (rechts) mehr speziell mehr über die Erdhummel wissen. Andere Interessierte haben dort auf dem Wochenmarkt am 23. Februar noch eine Gelegenheit, sich zu informieren. Quelle: Ursula Kallenbach
Langenhagen

Der Freundeskreis „Fliegende Vielfalt“ hat seine ehrenamtliche Arbeit am Sonnabend an einem Infostand auf dem Wochenmarkt am CCL öffentlich bekannter gemacht – und damit das meist unbemerkte, stille Drama der Hummeln in den Frühjahrswochen. Am Sonnabend, 23. Februar, informiert der Kreis dort noch einmal.

Notfalltropfen per Pipette könnten den Jungköniginnen sofort helfen. Wenn die pelzigen großen Insekten jetzt nach dem Winter entkräftet aus ihren Erdhöhlen krabbeln, würden sie eigentlich innerhalb einer halben Stunde Nektar benötigen – oder rettendes Zuckerwasser, um fliegen zu können. Die vorbereiteten Fläschchen standen an dem Hummelstand bereit, Interessierte erhielten Informationsmaterial und Antworten auf Fragen. Nein, die ebenfalls ausgestellten Hummelnistkästen können nicht gekauft werden. Der Langenhagener Roland Trenczek baut sie kundig mit einer kleinen seitlichen Schutzklappe. „Die Hummeln kommen damit zurecht, und die Feinde wie die Wachsmotte müssen draußen bleiben“, erläuterte er sein Modell.

Zuckerwasser hilft den entkräfteten Hummeln

Für die inzwischen 20 Holzkästen können sich aber Paten melden, die einen Standort etwa im Garten anzubieten haben. Der Freundeskreis stellt die Kästen dann auf. Voraussetzung ist, die Paten lassen ab und an Kinder als Hummelbesuch eintreten. Wie viele solcher Paten sich melden und Adresszettel hinterlassen, wird erst der Briefkasten am Rathaus in dieser Woche erweisen. An diesem Dienstag und Mittwoch werden zwölf Hummelkästen in der Adolf-Reichwein-Grundschule in Wiesenau neu bemalt.

Bisher sind sie ein Dutzend Aktive vorwiegend aus Langenhagen, die sich seit Mitte 2018 zu dem Freundeskreis zusammengefunden haben. „Aber Naturliebhaber aus der ganzen Region dürfen gern dazukommen“, sagt Sprecherin Maren Welmert. Beiträge werden nicht erhoben. Dem mit Zahlen bundesweit belegten Insektensterben wollen sie viele ehrenamtliche Aktionen wie diese entgegensetzen. Um 80 Prozent habe die fliegende Vielfalt, die sogenannte Biomasse der Insekten, von 1995 bis 2014 abgenommen, zitiert Welmert Zahlen aus einem Eckpunktepapier der Bundesregierung von 2018. „Wir wollen insektenfreundlicher werden“, hält sie fest.

„Fliegende Vielfalt“ ist um 80 Prozent zurückgegangen

Die Stadt Langenhagen ist Kooperationspartner und lässt im Rathaus unbürokratisch auch Fotokopien für den guten Zweck durchlaufen. Sie habe über Fördergeld der Freiwilligenagentur außerdem den Bau der Hummelkästen ermöglicht, sagt Welmert über die kommunale Hilfe. Die Stadt gebe Zuschüsse, um Lehrmaterialien für Grundschulen und Gemeinschaftsunterkünfte herzustellen. In einer davon, an der Walsroder Straße, hat Anna Latsch ein Hummel-Projekt mit Kindern organisiert. Sie ist Bachelor-Anerkennungspraktikantin im Sozialberatungsdienst der Stadt Langenhagen. Auch die Stadtbibliothek hat eine Hummelecke mit besonders markierten Büchern eingerichtet. Über eingeklebte Merkzettel dürfen die Leser diese Bücher quasi als „stille Post“ nutzen, um Informationen über eigene Hummeln im Garten weiterzureichen oder Kontakte zu anderen Insektenfreunden zu finden. „Außerdem bietet die Stadtbibliothek uns Räume an für Treffen“, berichtet Maren Welmert.

Verbindung zu den etablierten Naturschutzvereinen in Langenhagen hat der Freundeskreis noch nicht gesucht. Feste Kontakte pflegt er aber zum Nabu in Hannover und Burgwedel; die Initiative für den Freundeskreis in Langenhagen war Welmert zufolge 2016 durch ein Hummel-Projekt des Nabu Hannover in Gang gekommen.

Von Ursula Kallenbach

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