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Region Langenhagen Nachrichten Einschulung – Fest wie eine Konfirmation
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10:27 11.08.2018
Antje Steinecke (vorne) und Sabrina Ludwig von der Fleischerei Riedel bereiten Käse- und Wurstplatten für die Einschulungsfeiern am Wochenende vor. Quelle: Konstantin Klenke
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Langenhagen

 Ihren Segen für den ersten Schultag und die nächsten Unterrichtsjahre haben 55 Kinder aus Engelbostel und Schulenburg am Sonnabendvormittag von Landesbischof Ralf Meister erhalten – er gestaltete den Gottesdienst in der Martinskirche, nachdem Drittklässler zuvor schon an einem Film über ihre Einschulung mitgewirkt hatten. Damit rückt die Landeskirche den Beginn des neuen Lebensabschnitts für viele Familien in den Mittelpunkt. Ein Trend, der sich bereits seit Jahren verstärkt.

Vor dem Gottesdienst: Pastor Rainer Müller-Jödicke (links) und Landesbischof Ralf Meister sprechen mit Erstklässlern über den ersten Schultag. Quelle: Antje Bismark

Denn immer öfter beobachten Kita-Erzieher und Lehrer, dass der Rahmen einer Einschulungsfeier wächst. Auch Pastor Rainer Müller-Jödicke vergleicht den ersten inoffiziellen Schultag mit einer Taufe, Konfirmation oder Hochzeit, der groß gefeiert wird. „Die Einschulung ist zu einer neuen Kasualie geworden“, sagt er – der Gottesdienst gewinne damit an Bedeutung. „Für mich ist die Einschulung neben Weihnachten und der Konfirmation der wichtigste Gottesdienst im Jahr“, sagt Müller-Jödicke und fügt hinzu, die Kirche sei stets gut gefüllt, weil die Familien auch kirchenferne Gäste mitbrächten.

Wichtig sei, dass das Kind einen Start in die Schulzeit erlebe, bei dem es sich wohlfühle, der es bestärke und den es gemeinsam mit Familie und Freunden erlebe, sagt Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track. Einerseits freue es die Kinder, wenn sie im Mittelpunkt stünden und Geschenke erhielten. Andererseits baue sich damit leicht Druck auf, weil die Bedeutung der Schule sehr unterstrichen werde und die Erwartung im Raum stehe, dass das Kind in der Schule erfolgreich sein werde. Hinzu komme, dass sich viele Eltern oder auch Alleinerziehende ein solch großes Fest gar nicht leisten könnten, sagt Gäfgen Track und betont: „Feiern ja, aber in einem Rahmen, der dem Kind gut tut.“

Diese Einschätzung teilt auch Stefanie Haller, Leiterin der Engelbosteler Grundschule: „Oft hören die Kinder, dass ja toll ist, wenn sie zur Schule kommen.“ Dann aber sei die Irritation groß, wenn die Erstklässler feststellen, dass Unterricht durchaus anstrengend oder fordernd sein könne: „Auch das muss ihnen vermittelt werden.“

Einschulung ist wichtiger Tag für Gastronomen und Caterer

Richtig froh über die immer größer aufgezogenen Einschulungsrituale ist die Gastronomie. Restaurants ebenso wie Catering-Betriebe haben dadurch in den vergagenen Jahren zusätzliche Einnahmen erzielt. „Wir haben an diesem Sonnabend drei Feiern gleichzeitig“, berichtet Horst Waldfried, der das Dorfgemeinschaftshaus Kaltenweide betreibt, das praktischerweise direkt neben der Schule liegt. „Früher gab es das überhaupt nicht“, bestätigt Waldfried, dass der Trend zur großen Feier für die Sechsjährigen noch relativ jung ist.

Das könne er nicht beurteilen, meint Annastasios Giannarakis, Geschäftsführer der Villa Grande in Godshorn, da er dort noch nicht so lange tätig ist. Aber in diesem Jahr richte er sechs Einschulungsfeiern mit insgesamt 120 Gästen aus. „Bei uns ist alles voll“, sagt Giannarakis zufrieden.

Die Fleischerei Riedel hat rund 30 Aufträge für ein Catering von jenen Familien der Abc-Schützen angenommen, die zu Hause feiern – und es hätten noch mehr sein können: „Sogar am Mittwoch haben noch Leute angefragt“, berichtet Christine Jaap. Aber die habe man ablehnen müssen, weil die Kapazitäten ausgeschöpft seien, obwohl der Betrieb in voller Besetzung im Einsatz sei. Die Aufträge hätten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, „auch weil die Kunden uns weiterempfohlen haben“, sagt Jaap aus Erfahrung.

Von Thomas Böger und Antje Bismark

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