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Region Langenhagen Nachrichten Irischer Fuß in Kegelhalle und Kapelle
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13:17 29.08.2018
Werke der irischen Künstlerin Isabel Nolan sind von Freitag an im Kunstverein Langenhagen zu sehen. Quelle: privat
Langenhagen

Schon ab dem ersten Fuß, den wir in die Welt setzen, begleitet uns diese Frage: Welchen Sinn liefert menschliches Agieren dieser Welt? Auch die irische Künstlerin Isabell Nolan hat sich in diesem Sinne auf den Weg gemacht und setzt nun ihren irischen und irdischen Fuß nach Langenhagen. Zugleich beschreitet der Kunstverein Langenhagen als Gastgeber dieser am Donnerstag startenden Ausstellung neue Wege: Denn Kunstvereins-Direktorin Noor Mertens erfüllt sich den lang gehegten Wunsch, ihre Arbeit über die ehemalige Kegelbahn an der Walsroder Straße hinweg ins Langenhagener Stadtgebiet auszudehnen. Dependance der Ausstellung „Ein Fuß in der Welt“ ist die Kapelle im Eichenpark.

Mertens hat die Kapelle bewusst gewählt: „Es scheint angemessen, dieses spezifische Gebäude im Eichenpark zu nutzen, der Sitz einer psychiatrischen Anstalt war.“ Die Institution war weitgehend autark und die Toten wurden auf dem Gelände selbst begraben, wo die Kapelle auch als Leichenhalle diente und Sektionsräume enthielt. In der Präsentation in der Kapelle sind Verbindungen zwischen „hoch und niedrig, unten und oben“ gewebt. „An dem Ort, an dem diese nicht beneidenswerten Menschen der Erde (‚in den barmherzigen Händen Gottes’) bestattet werden, wird nun die Unterscheidung zwischen oben und unten, zwischen privilegiert und bemitleidenswert, in eine andere Perspektive versetzt.“

In der Ausstellung wird die Faszination der Künstlerin für das ‚Niedrige’ auf subtile Weise herausgearbeitet, erläutert Merten. Nolans Arbeiten, zu denen hängende und bodenbezogene Skulpturen, Bilder und Fotografien gehören, „heben das Niedrige und bringen es buchstäblich und im übertragenen Sinne auf eine andere Ebene“. Mehrere Fotos zeigen den menschlichen (und manchmal tierischen) Teil des Körpers, der dem Boden am nächsten ist: die Füße. In mehreren Werken porträtiert Nolan auch den Boden selbst, sowohl in erhabenen als auch in vernachlässigten Zuständen. Die Ausstellungstitel spitzt sich auf die Füße zu, den Teil unseres Körpers, so Merten, „der uns mit der mit der Welt verankert und uns aufrecht und mobil hält“. Dennoch beziehe er sich auch auf das Wissen um unsere Sterblichkeit.

Information: Vernissage der Ausstellung ist am Donnerstag, 17 Uhr. Geplant ist unter anderem ein Gespräch zwischen Kunstvereins-Direktorin Noor Mertens und Künstlerin Isabel Nolan. Weitere Termine im Rahmen der Ausstellung: 16. September, 15.30 Uhr, kuratische Führung mit Noor Mertens; 4. Oktober, 19 Uhr, Gastvortrag „Naheliegende Berufe“; 19. Oktober, 19 Uhr, Gespräch mit Georgina Jackson (Direktorin Douglas Hyde Gallery, Dublin), Kate Strain (Direktorin Grazer Kunstverein), Isabel Nolan und Noor Mertens, 11. November, 15.30 Uhr, kuratische Führung mit Noor Mertens zur Finissage.

Von Rebekka Neander

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