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Nachrichten Jugendamtsleiter hat Posten verlassen
Region Langenhagen Nachrichten Jugendamtsleiter hat Posten verlassen
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13:22 28.08.2018
Ein Bild vergangener Zeiten: Im August hatte der Bundesverband für Menschen mit Arm- und Beinamputationen Bürgermeister Mirko Heuer (links) und Jugendamtsleiter Frank Labatz einen Ehrenpreis übergeben. Quelle: privat
Langenhagen

Nach nur einem Jahr muss die Stadt Langenhagen einen neuen Leiter für das Jugendamt suchen. Frank Labatz, dem im Oktober 2017 von Bürgermeister Mirko Heuer die neu geschaffene Führungsposition für die außerschulische Betreuung von Kindern und Jugendlichen übertragen worden war, wird Ende Oktober die Stadtverwaltung verlassen. Wie es heißt, hat er bereits in der vergangenen Woche einen Auflösungsvertrag unterzeichnet. An der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag hatte er noch teilgenommen, am darauffolgenden Tag trat Labatz bereits seinen Resturlaub an. Weder der Ausschuss noch die übrigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurden bis Dienstag offiziell über Labatz’ Ausscheiden informiert.

Für Außenstehende mag dieser Abschied überstürzt wirken. Noch im Juni hatte Heuer Labatz zusätzlich die kommissarische Leitung der Schulabteilung übertragen, um inhaltliche Synergien zu nutzen, wie Heuer auf Nachfrage erläuterte. Beide Bereiche sind derzeit nun ohne Leitungsposition; Labatz’ Stellvertreterin im Jugendamt befindet sich in diesen Tagen ebenfalls nicht im Dienst. Während Heuer am Dienstag auf Nachfrage Labatz’ Ausscheiden als „normalen Vorgang in einem Unternehmen“ bezeichnete, hatte es intern jedoch in den vergangenen Monaten wiederholt Auseinandersetzungen gegeben.

Abgang ist für den Bürgermeister keine Überraschung

Heuer berichtete am Dienstag, Frank Labatz habe ihm bereits „im Februar, März“ offenbart, die Verwaltung verlassen zu wollen. Gemeinsam habe man damals vereinbart, das Ausscheiden mindestens bis September zu verschieben. Die erst im Juni vollzogene, kommissarische Zusammenführung mit der Schulabteilung nennt Heuer dennoch einen logischen Schritt. „Es wird am 31. August ein Abschlussgespräch mit der Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch geben“, dann werde Labatz all seine Erkenntnisse zur Abteilungsfusion erläutern. „Da er dann ja diese Funktion nicht mehr ausüben wird, kann er wie ein externes Unternehmen die Zusammenlegung bewerten“, sagte Heuer. Frank Labatz selbst wollte sich auf Nachfrage nicht vor diesem Abschlussgespräch öffentlich äußern. Heuer betonte jedoch, es habe intern ein Übergabe der Geschäfte gegeben.

Heuers Entscheidung hatte im September 2017 für großen Aufruhr gesorgt. Frank Labatz teilte sich bis zu diesem Zeitpunkt die Leitung der im Haus der Jugend angesiedelten Abteilung Kinder und Jugend mit Marita Neumann. Während sich Neumann um die Aktionen im Haus der Jugend kümmerte, organisierte Labatz vornehmlich die Ausbildung zukünftiger Jugendgruppenleiter. Beide bewarben sich seinerzeit um die von Heuer neu formierte Leitungsposition im Jugendamt. Gegen den Verzicht auf eine Ausschreibung protestierten seinerzeit sowohl der Jugendhilfeausschuss als auch der Personalrat der Stadt und die Gleichstellungsbeauftragte. Die von ihr eingeschaltete Kommunalaufsicht konnte jedoch kein Fehlverhalten des Bürgermeisters feststellen.

Neubesetzung nicht vor Dezember möglich

Neben der bis dato alleinigen Jugendamtsleiterin Heidi von der Ah gibt es im Jugendamt seither eine gleichwertige Stelle (mit halber Wochenstundenzahl) für die außerschulische Betreuung von Kindern und Jugendlichen. In diesen Verantwortungsbereich fällt damit das Haus der Jugend, alle Jugendtreffs in den Ortsteilen sowie eine mögliche Verzahnung mit der Nachmittagsbetreuung an den Schulen. Auch vor diesem Hintergrund forcierte Heuer im Frühling eine Zusammenlegung mit der Schulabteilung, deren Leiter Peter Probosch am 1. Mai in den Ruhestand gegangen war.

Labatz sei im Sommer 2017 der einzige gewesen, betonte Heuer auch am Dienstag noch einmal, der ein für ihn schlüssiges Konzept zur Jugendarbeit vorgelegt hatte. Zuletzt hatte sich Labatz auch für die Übernahme des im Neubau befindlichen Jugendzentrums am Langenforther Platz durch die Stadt stark gemacht.

Eine Neubesetzung der Stelle ist laut Heuer nicht vor Dezember möglich. Derzeit erarbeite die Verwaltung eine neue Stellenbeschreibung, die sowohl Verwaltungserfahrung als auch Kompetenz als Sozialpädagoge beinhalten soll.

Von Rebekka Neander

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