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Nachrichten Klinik-Mitarbeiter sind trotz Insolvenz entspannt
Region Langenhagen Nachrichten Klinik-Mitarbeiter sind trotz Insolvenz entspannt
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05:36 23.12.2017
Nach der Insolvenz bleiben Patienten und Belegschaft der Paracelsus-Klinik in Langenhagen zuversichtlich. Quelle: Sven Warnecke
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Langenhagen

 „Das Haus in Langenhagen wird nicht geschlossen oder verkauft. Es gibt nichts zu befürchten“, betont Simone Hoffmann, Sprecherin der Paracelsus-Kliniken, am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung. Dass die Medien bei den Stichworten Insolvenzverfahren sofort hellhörig würden, könne sie aber verstehen. „Aber das muss ja nicht immer gleich zwangsläufig Ängste hervorrufen. Wir spüren in der Belegschaft eine Aufbruchstimmung, denn das ist jetzt auch eine Chance“, meint sie vielsagend.

In der Konzernspitze sei dieser Schritt länger vorbereitet worden. „Das war ein langer Prozess mit großem Vorlauf. Wir haben die Möglichkeit gesehen, alte Zöpfe abzuschneiden - und uns daher zu diesen Schritt entschlossen.“ Hoffmann weist darauf hin, dass das sogenannte Planinsolvenzverfahren wörtlich zu verstehen sei. „Dahinter steckt ein Plan.“ Apropos Plan: Die Belegschaft könne weiterhin sicher sein, dass Gehalt und Arbeitsvertrag unangetastet blieben, betont die Sprecherin weiter.

In Langenhagen betreibt das Unternehmen eine Klinik mit etwa 250 Mitarbeitern und rund 90 Betten. Insgesamt sind 40 Einrichtungen an 23 Standorten mit zusammen 5200 Beschäftigten betroffen. Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi sollen sieben Akutkliniken defizitär sein. Langenhagen indes – und das stimmt die Belegschaft vor Ort zuversichtlich - würde genau das Gegenteil der Fall sein.

Das Unternehmen kann ja viel erzählen. Aber genauso entspannt wie sich die Sprecherin gibt, stellt sich die Atmosphäre am Freitag in der Langenhagener Klinik  dar. „Ich habe keinerlei Sorgen. Es gibt ja ganz andere Beispiele von Firmen, dass es nach einer Insolvenz unverändert weitergeht - warum nicht auch bei uns?“ gibt sich eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, zuversichtlich. Ein Kollege von ihr ergänzt bei einem Besuch in der Klinik auf Anfrage: „Ich hätte davon gar nichts bemerkt, wenn Sie mir das nicht erzählt hätten.“ Es sei doch alles wie immer - gestern und heute habe er keine Unterschiede zu den Tagen und den Wochen davor bemerkt, berichtet der Klinik-Mitarbeiter. „Ich feiere gute Weihnachten.“

Derweil kommt ein Besucher vorbei. Peter Waldschmidt aus Hannover will seiner Schwägerin eine Kleinigkeit zu Weihnachten vorbeibringen. „Ich habe davon gelesen. Aber ich bin sicher, dass das alles kein Problem ist. Ich würde mich darüber auch freuen, denn dieses Krankenhaus ist toll, die Mitarbeiter und Ärzte sind immer sehr nett und haben ein hohes Fachwissen.“

„Die Nachricht hat mich überrascht und schockiert“, kommentiert Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer auf Anfrage dieser Zeitung am Freitag die Insolvenz. Zumal er nach eigenen Angaben erst vor wenigen Wochen mit dem Verwaltungsdirektor der Klinik, Franz Bober, und dem Langenhagener Apotheker Carsten Lambrich zusammengesessen habe. In dem Gespräch sei es über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der medizinischen Betreuung in Langenhagen gegangen. „Wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird, wünsche ich mir für die Paracelsus-Klinik Langenhagen, ihre Mitarbeiter und Patienten und alle Langenhagener Bürgerinnen und Bürger, dass schnell eine gute und zukunftsfähige Lösung gefunden wird, die den Fortbestand der Klinik in Langenhagen sichert“, betont Heuer.

 

 

 

Von Sven Warnecke und Stephan Hartung

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