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Immer wieder weht ein penetranter Ammoniak-Geruch durch Wiesenau.

Immer wieder weht ein penetranter Ammoniak-Geruch durch Wiesenau.
© Antje Bismark (Archiv)

Langenhagen

In Wiesenau stinkt es vorerst weiter nach Ammoniak

Immer wieder stinkt es in Wiesenau nach Ammoniak. In der Folge hagelt es nicht nur bei der Polizei und dem Gewerbeaufsichtsamt Beschwerden. Auch die Feuerwehr Langenhagen wird regelmäßig alarmiert.

Langenhagen.  Immer wieder zieht ein penetranter Ammoniak-Gestank durch Langenhagens Stadtteil Wiesenau. Nach diversen Beschwerden bei den Behörden, darunter auch beim Gewerbeaufsichtsamt ist der Verursacher wohl gefunden. Dabei handelt es sich um eine im Industriegebiet Brink-Hafen ansässige Firma, die Industrieabfälle aufbereitet. Diese winkt aber ab, denn es sollen mehrere Betriebe vor Ort für die Belästigung verantwortlich sein, wurde von dem Unternehmen bislang argumentiert. 

Ein Ende der Geruchsbelästigung ist vorerst nicht in Sicht, teilt auf Anfrage Ulrich Leimeister, Abteilungsleiter beim Gewerbeaufsichtsamt Hannover, mit. Denn ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten habe zwar ergeben, dass die Belästigung wohl von dem Unternehmen komme. Aber die ermittelten Daten lägen unter den nach der Bundes-Emmissionsschutzverordnung geltenden Grenzwerten. Diese Rechtsverordnung soll vor allem dem Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverschmutzung und Lärm dienen. Sie besagt zudem aber auch, dass es in reiner Wohnbebauung in zehn Prozent der Jahresstunden riechen dürfe, erläutert Leimeister. In Industriegebieten wie Brink-Hafen liege der Wert gar bei 15 Prozent der circa 8760 jährlichen Gesamtstunden. Gleichwohl könne er den Unmut der Anlieger durchaus verstehen, denn das sei angesichts der Belästigungen den Menschen zumeist nur schwer vermittelbar. Doch diese Regelung gelte etwa auch in Bereichen mit Tierhaltung oder in der Nähe von Zuckerfabriken. 

Allerdings gibt es auch ein wenig Hoffnung: Leimeisters Angaben zufolge testet das besagte Unternehmen an einem anderen Betriebsstandort derzeit bei der Aufbereitung seiner Produkte ein neues Verfahren. Doch Ergebnisse stünden frühestens Mitte nächsten Jahres fest, sagt Leimeister.

Er appelliert auch an die betroffenen Anlieger, den Dokumentationsbogen bei Geruchsbelästigungen weiter auszufüllen und einzusenden. Zudem komme das Gewerbeaufsichtsamt bei Beschwerden zeitnah in das Industriegebiet. „Wir haben eine hohe Überwachungsdichte“, betont der Abteilungsleiter. Und man wolle immer weiter und „in kleinen Schritten bohren“. Allerdings habe das Gewerbeaufsichtsamt aktuell verwaltungsrechtlich keinerlei Handhabe, räumt er ein. Denn schließlich habe auch die Firma Rechte, zumal die geltenden Grenzwerte eingehalten würden. Das Gewerbeaufsichtsamt ist zu erreichen unter Telefon (0511) 90960. 

Die fortwährenden Beschwerden über die Belästigungen treffen auch die Feuerwehr Langenhagen, die wegen des Ammoniak-Geruchs regelmäßig alarmiert wird, berichtet Feuerwehrsprecher Christian Hasse jetzt. Und das, obwohl mittlerweile in der Stadt bekannt sein dürfte, woher der Gestank komme und von diesem wohl eher keine Gefahr ausgehe. Hasse erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute bei einer derartigen Alarmierung für einen tatsächlichen Einsatz dann nicht zur Verfügung stünden. So wie vor einer Woche. Da waren Kräfte aus Langenhagen und Godshorn in Wiesenau vor Ort. „Doch wir haben nicht einmal mehr gemessen, weil die Ursache klar war“, sagt Hasse und spricht davon, dass diese Alarmierungen die Feuerwehrleute zusätzlich „belasten“ würden.

 

Von Sven Warnecke


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Langenhagen ist ...

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  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
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