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Das Leitungsteam der IGS Langenhagen hat in einem Brandbrief an Politik und Verwaltung auf ihre Nöte hingewiesen.

Das Leitungsteam der IGS Langenhagen hat in einem Brandbrief an Politik und Verwaltung auf ihre Nöte hingewiesen.
 © Rebekka Neander (Archivbild)

Langenhagen

IGS schreibt Brandbrief an Verwaltung und Rat

Mit einem Brandbrief an Politik und Stadtverwaltung hat IGS-Leiter Timo Heiken auf viele ungeklärte Dinge hingewiesen. Vor allem der Mangel an Fachräumen drückt den Langenhagener Schulleiter. 

Langenhagen. Lange Zeit drehte sich in Rat und Verwaltung alles um die Planung für das neue Gymnasium. Doch jetzt meldet sich die ebenfalls von der seit zwei Jahren währenden Teilschließung betroffene IGS zu Wort. Und zwar deutlich. In einem Brandbrief beschreibt das sechsköpfige Leitungsteam der Schule, unter welchen Bedrängnissen der Lehrauftrag nur noch mehr schlecht als recht gewährleistet werden kann. Dabei jedoch spielt das Ausbremsen aller Veränderungswünsche an der Robert-Koch-Realschule (RKS) durch die Politik eine überraschend große Rolle. 

Dass das Modell Realschule offenbar nicht mehr gewollt wird von Langenhagens Eltern, steht außer Frage. Aus den eindeutigen Anmeldezahlen der vergangenen Jahre haben Leitung und Kollegium der RKS bereits Konsequenzen gezogen: Doch ihr Wunsch nach Wandlung in eine Oberschule mit gymnasialer Oberstufe fand in der Politik ebenso wenig eine Mehrheit wie der Gegenvorschlag der SPD, die RKS in eine für Langenhagen dann dritte IGS umzuwandeln. Weil inzwischen alle Fristen für einen Antrag bei der Landesschulbehörde verstrichen sind, könnte sich frühestens zum Schuljahr 2019/2020 an der Rathenaustraße etwas ändern. 

Aufnahmepflicht für Gesamtschulen

Für die Gesamtschulen, so ist im Brief der IGS Langenhagen zu lesen, hat dies deutliche Konsequenzen. Seit dem Wegfall der Hauptschule in Langenhagen gilt die Gesamtschule als ersetzende Schulform. Sie muss daher jene Schüler aufnehmen, die andernfalls einen Hauptschulplatz bekommen hätten. Dies gilt sowohl für Kinder, die nach Langenhagen ziehen, als auch jene, die an der RKS zweimal das Klassenziel nicht erreicht haben. 

Wichtig sei dies auch vor dem Hintergrund, dass in jüngster Vergangenheit pro Jahr eine Gruppe in Klassenstärke vom Gymnasium an die RKS wechseln musste, weil „eine erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht am Gymnasium nicht möglich war“.  Aufnehmen müssen Gesamtschulen überdies auch alle zuziehenden Kinder, die zuvor diese Schulform besucht haben. „Da wir in jedem Jahr bis an den Anschlag in der fünften Klasse einschulen und kaum jemand die Schule verlässt, kommen wir in den weiteren Jahrgängen immer wieder über die Teilergrenze hinweg“, ergänzt Schulleiter Timo Heiken im Gespräch mit dieser Zeitung. 

Klage über „schwierige Elternhäuser“

In dem Brief erläutert das Leitungsteam auf insgeamt sieben Seiten unter anderem auch die steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit „erhöhtem Betreuungsbedarf“. Dabei gehe es nicht nur um mangelnde Deutschkenntnisse bei den Kindern und/oder den Eltern, sondern auch um sonderpädagogischen Bedarf, „schwierige Elternhäuser“, Verhaltensauffälligkeiten und psychische Probleme. „Diese Problematik ist nicht IGS-spezifisch“, heißt es in dem Brief weiter. „Sie trifft insbesondere auch auf die Grundschulen gleichermaßen zu.“ 

Eine nachhaltige Lösung der Probleme verspricht sich die IGS Langenhagen nur durch die Umwandlung der RKS, ganz unabhängig von der künftigen Schulform. Eine simple Vergrößerung der übrigen Schulen indessen erscheint dem Leitungsteam angesichts der Herausforderungen durch Inklusion und Sprachlernklassen als „nicht angemessen“. Zudem gehöre die IGS Langenhagen nicht zu jenen Schulen, die vom Land mit zusätzlichen pädagogischen Mitarbeitern ausgestattet werde. 

Von Rebekka Neander

Erste Reaktionen aus der Politik

Der Brief hat inzwischen sowohl die Politik als auch die Stadt erreicht. IGS-Rektor Timo Heiken betont im Gespräch mit dieser Zeitung ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Stadt und Rat. In einem ersten Schritt wurde Heiken nun zur Fraktionssitzung der CDU eingeladen. Sie hat postwendend ihre Forderung nach Umwandlung der RKS in eine Oberschule erneuert. Von Seiten der SPD kommt Ähnliches: Man halte an der Forderung nach einer IGS fest, sagt SPD-Fraktionschef Marc Köhler auf Nachfrage. Formal darf sich der Rat erst in sechs Monaten wieder mit dem Beschluss befassen. Diese Zeit, so Köhler, wolle man nutzen, um mit allen über die festgefahrene Situation ins Gespräch zu kommen.

Einig sind sich die Vorsitzenden der beiden größten Fraktionen im Rat in der Bewertung der Situation: Die CDU nennt es eine Sackgasse, die SPD die „schlechteste aller Lösungen“. Ein breiter Konsens indessen zeichnet sich nicht ab. Nun kommt es auf das Abstimmungsverhalten der kleinen Fraktionen im Rat an. 


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Langenhagen ist ...

  • ... eine Stadt nördlich von Hannover mit mehr als 53.000 Einwohnern
  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
  • ... ein Zentrum des Polo-Sports und Heimat der hannoverschen Pferderennbahn
  • ... Standort von einem der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands
  • ... die Stadt, in der RAF-Mitglied Ulrike Meinhof 1972 verhaftet wurde
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Langenhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
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